Kommunalwahl 2020 in Warstein

89 Prozent für Bürgermeister Dr. Thomas Schöne, fünf Sitze für WAL/Grüne

Kommunalwahl 2020 in Warstein: Bürgermeister Dr. Thomas Schöne (links) nimmt die Glückwünsche von Bernd Schauten (SPD) entgegen.
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Bürgermeister Dr. Thomas Schöne (links) nimmt die Glückwünsche von Bernd Schauten (SPD) entgegen.

Als einziger Bürgermeister-Kandidat bekommt Amtsinhaber Dr. Thomas Schöne bei der Bürgermeisterwahl in Warstein 89 Prozent der Stimmen. Gewinner sind die WAL/Grünen, die die Zahl ihrer Ratssitze von drei auf fünf erhöhen.

Warstein – Die Kommunalwahl-Schlacht ist geschlagen – und sie hat für die Stadt Warstein keine allzu großen Überraschungen gebracht. Dr. Thomas Schöne als einziger Bürgermeister-Kandidat erhält 89 Prozent der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 53 Prozent. Bei der Wahl zum Stadtrat gibt es nur leichte Veränderungen mit einer Stärkung von WAL/Grünen und einer Schwächung der BG, wobei auch die SPD einen Sitz verliert. Die CDU bleibt dominierende Kraft, verfügt aber nicht über die Mehrheit

Für Bürgermeister Dr. Thomas Schöne sei sein persönliches Ergebnis in dieser klaren Form dennoch eine Überraschung gewesen, erklärte er gestern um kurz vor 22 Uhr. „Ich habe dieses Ergebnis nicht erwartet“, sagte er in einer allerersten Reaktion. „Ich bin einfach überwältigt und habe mir sogar eine Träne verdrückt.“ Das Ergebnis bestärke ihn in der Absicht, „den Weg der Gemeinsamkeiten und der Geschlossenheit weiterzugehen“. Dabei werde auch in Zukunft auf die „offene Diskussion“ nicht verzichtet, um dann einen gemeinsamen Weg zu finden – „aber nicht wie früher Streit“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit im neuen Rat, sagte er mit Blick auf das Wahlergebnis. Das Abschneiden der einzelnen Parteien wolle er aber nicht kommentieren. „Es ist eine gute Truppe, wir werden gut zusammenarbeiten.“

Ein Zeichen der guten Zusammenarbeit setzte er bereits gestern abend. Eigentlich hatte er geplant, sich erst zur Politik auf den Weg zu machen, nachdem das endgültige Ergebnis feststeht. Da aber die Auszählung im Wahlbezirk Warstein 4 hakte, setzte er sich bereits um kurz vor 22 Uhr ins Auto und fuhr als erstes zur Gaststätte „Auf der Platte“, wo sich die SPD versammelt hatte. Danach steuerte er die Waldwirtschaft an, wo Grüne und WAL, die eine gemeinsame Liste gebildet hatten, zusammensaßen und das gute Ergebnis feierten. Erst an dritter Stelle begab er sich nach Hirschberg, wo ein Teil seiner CDU-Kolleginnen und -Kollegen in privater Runde im Gasthof Cramer zusammensaßen.

Als „Gewinner“ fühlten sich schon früh am Wahlabend die Grünen im Verein mit der WAL. 14,7 Prozent bedeuten das beste Ergebnis aller Zeiten in Warstein. Selbst kurz nach der Gründung bei der Wahl 1984 kam die WAL nur auf 12,6 Prozent. Bei den vergangenen Wahlen lag die WAL stets zwischen 6,5 und jenen 8,7 Prozent, die 2014 erzielt wurden, als die WAL gemeinsam mit der Grünen Jugend eine Liste bildetet. Nun gibt es für 14,7 Prozent der Stimmen erstmals fünf Sitze im Rat. „Das ist ein super Ergebnis, wir haben uns fast verdoppelt“, sagte Spitzenkandidat Sascha Clasen. Damit sei das Wahlziel erreicht. „Wir sind die Gewinner“, sagte er selbstbewusst. „Und wir haben Lust auf die nächsten fünf Jahre“. Die Freude war umso größer, als die Grünen auch auf Kreistagsebene ein gutes Ergebnis erzielt haben und mit Lennard Schlöffel nunmehr auch ein Kreistagsmitglied aus Warstein haben.

Trotz des leichten Stimmenzuwachses bleibt es für die CDU bei 16 Sitzen im Stadtrat. CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Happe freute sich über das klare Votum für Thomas Schöne. „Er hat es richtig gut geschafft“, sagte er, „dies ist ein tolles, tolles Ergebnis.“ Das CDU-Ergebnis insgesamt sei sehr erfreulich, allerdings gestand er ein, dass es für die CDU im Möhnetal ein „zweigeteilter Abend“ sei. Während Alexander Happe seinen Wahlkreis holte, hatten mit CDU-Ratskandidat Bodo Schmidt und Ortsvorsteherkandidat Thomas Schulte gleich zwei Personen das Nachsehen gegen Heike Kruse. Die Ortsvorsteherin holte nicht nur ihr Direktmandat, sondern sicherte sich auch das Ortsvorsteheramt. Bodo Schmidt muss auch sein Ratsmandat abgeben, da er über die Liste nicht ausreichend abgesichert ist.

Schwer war der Wahlabend wieder einmal für die Bürgergemeinschaft. Schon bei der vergangenen Ratswahl hatte sie die Hälfte ihrer Mandate eingebüßt. Diesmal ging es mit der Partei von Ex-Bürgermeister Manfred Gödde weiter bergab. Von 14,3 Prozent bei der Wahl 2014 rutschte die BG nun auf 7,95 Prozent und verliert zwei der bislang fünf Mandate. Elke Ibing, die als BG-Ratsfrau bereits vor der Wahl ihren Abtritt erklärt hatte, sprach ihren Mannen Mut zu. „Kopf hoch und nach vorne schauen“, schrieb sie auf facebook . Immerhin gebe es noch drei ratsmandate „für die Bürger“.

Die SPD hatte sich gestern Abend im Gasthof Auf der Platte eingefunden. Der Wahlabend war für die Sozialdemokraten besonders spannend verlaufen, da der Stimmenanteil im Verlauf der Auszählungen zunächst deutlich geringer war. Zwischenzeitlich sah es so aus, als sollte die SPD zwei Sitze verlieren. Erst gegen 21.30 Uhr verbesserte sich die Situation. Als letzter Wahlbezirke wurde Sichtigvor ausgezählt. Heike Kruses 54,7 Prozent gaben dem Endergebnis noch einmal deutlich Unterstützung, so dass die SPD trotz einem Stimmenverlust von 1,2 Prozent bei 10 Sitzen landet – und auch Erwin Koch seinen Ratssitz über die reserveliste wieder sicher hatte.

„Es ist alles wirklich gut gelaufen“, resümierte am späten Abend um kurz nach 23 Uhr auch Wahlamts-Leiterin Ulla Aust nach der Stimmauszählung. Es habe „keine Diskrepanzen, keine Unruhe“ gegeben. Die Wählerinnen und Wähler hätten sich „alle Corona-gerecht verhalten“. „Wir sind zufrieden“, lautete daher das Fazit aus der Verwaltung.

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