Zwangsversteigerung am 23. November um 10 Uhr

Kloster mit Investitions- und Sanierungsstau unterm Hammer

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Das Erbbaurecht für das Hauptgebäude kommt unter den Hammer.

Warstein - 1682 wurde es als „repräsentativer Wohn- und Verwaltungssitz der ehemaligen Deutschordenskommende mit Charakter eines Residenzschlosses“ errichtet. 2018 kommt das denkmalgeschützte „Kloster Mülheim“ als Gebäude mit „erheblichem Investitions- und Sanierungsstau sowie Verdacht auf bauteilzerstörendem Pilzbefall in einem Gebäudeteil“ unter den Hammer: Der Zwangsversteigerungstermin für das Erbbaurecht des Hauptgebäudes zu einem Verkehrswert von 80 400 Euro ist für Freitag, 23. November, um 10 Uhr im Amtsgericht Warstein angesetzt.

In dieser Versteigerung geht es nur um das denkmalgeschützte, unterkellerte, dreigeschossige Hauptgebäude des ehemaligen „Kloster Mülheim“ mit Brückenzufahrt, Vorplatz und Gartenanlagen sowie Gräfte auf einer Gesamtfläche von rund 11 600 Quadratmeter. Versteigert wird aber nur das im Grundbuch von Sichtigvor eingetragene „Gesamterbbaurecht“ für zwei Grundstücke bis zum 31.12.2108. Damit einher geht auch, dass zur „Veräußerung des Erbbaurechts“ und zur „Belastung des Erbbaurechts mit Grundpfandrechten, Reallasten sowie Dauerwohn- und Dauernutzungsrechten...“ die Zustimmung des Eigentümers erforderlich ist. Nach Auskunft des Gutachtens ist derzeitige Eigentümerin die „Mainstart UG (haftungsbeschränkt)“ mit Sitz in Lippetal.

Unterschiedlich war die Nutzung des 1982 errichteten Gebäudes mit einer Nutzfläche von rund 2584 Quadratmetern – mal als Internat, mal als Kindererholungsheim, mal als Kloster. Seit 2009 sei das Gebäude „im Wesentlichen (bis auf Teilnutzung des Erdgeschosses als Bürofläche bis 2012) ungenutzt“. Mehrere Anbauten und Renovierungen wurden dokumentiert – unter anderem in den Jahren 1909, 1926, 1958, 1963, 1964, 1966 und 1967.

Auf der Kloster-Homepage – als „gerichtlich bestellter Liquidator“ ist dort für die Grundstückseigentümerin „Mainstart UG i.L.“ mit Sitz in Wadersloh Maximilian Wels eingetragen, der laut Handelsregisterauszug diese Position 2016 als Nachfolger von Joachim Ney übernommen hat – war am Freitagmorgen neben dem Hinweis auf die bevorstehende Zwangsversteigerung ein monatlicher Erbpachtzins von rund 2 168 Euro mit verschiedensten Berechnungen rund um die Versteigerung eingetragen.

Grund für die jetzt anberaumte Zwangsversteigerung sind offene Zahlungs-Forderungen der Stadtverwaltung Warstein.

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