Karin Jessen stellt in Reihe „Musik und Kunst - Kunst und Musik“ in der Musikschule Warstein aus

Eigene Ausdrucksformen gefunden

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Karin Jessen (2. von links) wurde zur Ausstellungseröffnung in Warstein begrüßt.

Warstein – „Heute ist der Tag nicht grau.“ Unter dieser Überschrift eröffnete die Musikschule am Sonntagmorgen die 41. Ausstellung der Reihe „Musik und Kunst - Kunst und Musik“. Dafür, dass die Bildende Kunst nun schon seit 14 Jahren einen festen Platz im Kulturleben der Stadt hat, dankte Antje Prager-Andresen dem Vorsitzenden des Fördervereins, Rüdiger Brüggemann, zum Auftakt der Vernissage. Die Stadt brauche diese Impulse, denn die Kunst bereichere das Leben vieler Bürger: „Ich meine sogar, dass die Kunst an sich, egal ob Musik, Tanz oder das Theaterspiel, ob Film oder Kabarett und Kleinkunst eine unverzichtbare Quelle für kreatives Leben, für Entwicklung und Fortschritt einer Gesellschaft ist, erst recht unverzichtbar in einer Stadt wie Warstein.“

Mit der Aussage „mein Leben gehört der Kunst“ geht die ausstellende Künstlerin, Karin Jessen aus Dortmund, sogar noch einen Schritt weiter. Seit ihrem Lehramtsstudium beschäftigt sie sich mit der Kunst und übt sie auch neben ihrer Unterrichtstätigkeit aktiv aus – sie unterrichtete neben Deutsch und Englisch immer weitere kreative Fächer wie Musik und Schauspiel. Neben Beruf und Familienleben besuchte sie Seminare und Workshops, um immer neue Ausdrucksformen zu erproben und zu erlernen. Auf Studienaufenthalte in Italien folgten regelmäßige Besuche europäischer Kunstakademien. Neben Zeichnung und Malerei widmete sich Karin Jessen in den letzten Jahren besonders verschiedenen Drucktechniken, der Radierung und vor allem dem Handsiebdruck. Aber auch für Installationen und Objektkunst fand sie ihre eigenen, ganz besonderen Ausdrucksformen. „Sie ist“, so Antje Prager-Andresen, „eine äußerst vielfältige Künstlerin“. Leider könne man im Verlauf der Ausstellung nur begrenzte Aspekte ihrer Arbeiten zeigen, die Malerei und den Siebdruck.

Die Bilder von Karin Jessen, meist in Acryl oder Mischtechnik auf Leinwand, sind ungegenständlich. Sie folgt keinen festen Regeln oder Kompositionsprinzipien. Sie bildet nicht ab. Manchmal sind scheinbare Symbole oder Metaphern eingefügt, etwas wie eine Botschaft ist kaum erkennbar. Prager-Andresen: „Sie arbeitet emotional-intuitiv, expressiv und experimentell, sie entwickelt damit ihre ganz eigene Bildsprache.“

Dabei entstehen ganz eigene, ungewöhnlich lebhafte, kontrastreiche Farbwelten. Bei genauerem Hinsehen entdeckt der Betrachter jedoch, wie sensibel die Farbtöne abgestuft oder gebrochen sind, nie grob aufeinander treffen und sich gegenseitig erschlagen. „Dieser lebhafte, spannungs- und konfliktreiche Malprozess spiegelt die heftige Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihrem Werk wieder“, erklärte Antje Prager-Andresen. Als Betrachter sei man aufgefordert, zweimal hinzusehen, genauer zu untersuchen, wie die Bildelemente zueinander stehen und was Andeutungen meinen könnten: „Antworten verweigert uns die Künstlerin. Wir müssen sie selber finden.“

Abschließend verwies sie auf die drei im Obergeschoß ausgestellten Handsiebdrucke aus der Serie „Bäume“. Durch ihren großen ästhetischen Reiz und die noch gegenständlichen Abbildungen falle es dem Betrachter leichter, sich einzulassen. Die Anwesenden lud sie ein, bei der Kunst von Karin Jessen zu verweilen und im Rundgang durch die Ausstellung noch mehr von der Künstlerin zu erfahren. Für den wieder einmal sehr inspirierenden musikalischen Background zeichneten Klara Schnurbus und Klara Enste an der Querflöte, sowie Annika Köhne am Klavier verantwortlich. 

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