13. Kalkofenfest in Warstein-Suttrop

Gäste schon beim Anfeuern

Suttrop – „Heiß her“ ging es am Wochenende in Suttrop. Zum 13. Mal hatte der Heimatverein zum traditionellen Kalkofenfest geladen. Dies begann wie stets am Freitag mit dem Entzünden des Ofens und endete mit einer stimmungsvollen Feier für die gesamte Bevölkerung.

Dass die Kalkbrenner Markus Schipek, Markus Weber, Jimmy Besse, Lukas Cramer und Carsten Lehmann während ihrer schweißtreibenden Arbeit beim Aufschichten des Feuers in dem 2007 errichteten Ringofens wissbegierige Zuschauer haben, sind die jungen Männer gewohnt.

Auch in diesem Jahr waren viele Suttroper vor Ort und schauten zu, wie mit frischem Eichenholz zunächst der „Tisch“ entstand, auf dem später Kohle und Kalkstein geschichtet wurde. 

„Das bleibt jetzt bis Sonntag dort drinnen und muss immer am Brennen bleiben. Da werden die Steine leicht wie Papier, weil das Feuer alles Wasser und CO2 heraus treibt, dann kommt wieder Wasser darauf und es entsteht das Kalkgemisch, das wir im letzten Jahr hier geholt haben und an unsere Bäume gestrichen haben“, erklärten die Großväter ihren Enkeln.

„Genau so sollte es sein“, freute sich darüber Ansgar Knülle, 1. Vorsitzender des Heimatvereins. Suttrop und seine Steine seien miteinander verwoben. 

„Wir wollten mit der Errichtung des Kalkofens die alte Tradition für die weiteren Generationen erhalten und natürlich auch das alte Handwerk aufrechterhalten.“ Hierzu suche der Verein noch weitere Jugendliche ab 14 Jahre, die das Kalkbrennen von der Pike auf erlernen möchten.

Doch nicht nur „Einheimische“ waren zum Anfeuern gekommen. Kurz bevor die ersten Flammen tief unten im Ofen züngelten, gesellte sich auch der Heimatverein Niederbergheim mit ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Grafenschäfer zu den Zuschauern.

Die Gruppe hatte zuvor an einer Führung mit Klaus-Peter Lange durch den anliegenden Geopark gemacht, der Park umfasst das Kalkofengelände mit Videostation, Geologie-Steinkreis und Mineral-Vitrinen, den Diamantenpfad und den Erlebnispunkt (Aussichtsplattform) am Steinbruch Suttrop.

„Es war schon beeindruckend zu erfahren, wie vor 380 Millionen Jahren der Kalkstein durch ein Korallenriff entstanden ist. Das war damals etwa da, wo nun Südafrika liegt und ist durch die Verschiebung der Erdplatten von der südlichen Erdhälfte hierher gewandert“, war nicht nur die Niederbergheimerin Elke Köhler beeindruckt.

„Für mich war der Ausblick in die Steinbrüche wieder einmal unglaublich imposant“, zeigte sich auch Ferdi Kühle nicht minder fasziniert von der „steinreichen“ Landschaft Suttrops.

Einen Spontanbesuch statteten auch Hirschbergs Köhler ihren „Kollegen“ am Kalkofen ab:„Wir sind beide in einem historischen Handwerk unterwegs, da lag ein Besuch doch nahe“, erklärte das Trio, und Berni Meyer stand direkt für jegliche Fachfragen zur Verfügung.

Natürlich waren auch die Frauen des Heimatvereins am Freitag wieder fleißig gewesen. Insgesamt 150 wohl duftende Krautbunde hatten sie gefertigt.

„In diesem Jahr gab es besonders gutes Material“, freuten sich die 18 Mitarbeiterinnen, die allerdings erstmalig auf ihre „Ober-Krautbinderin“ Gisela Jütte verzichten mussten. „Sie ist leider erkrankt, aber wir wollen ihr von hier aus allesamt beste Genesungswünsche schicken.“ 

Die bunten Sträuße aus Dost, Rainfarn, Johanniskraut und Co. wurden am Sonntag, nach ihrer Segnung, an die Besucher des Freiluft-Gottesdienstes, der von Vikar Lukas Schröder und Diakon Friedhelm Schannath gehalten wurde, verteilt.

Stimmungsvoll begleitete die Messe wieder der Musikverein Suttrop mit Dirigent Gerhard Herting. Bei kühlen Getränken, Gegrilltem, einem üppigen Kuchenbuffet und der berühmten Gulaschkanone von Burkhard Mengeringhausen feierten Alt und Jung noch bis in die frühen Abendstunden. iz

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