Einstündige Infoveranstaltung mit 200 Besuchern

Kämmerer Redder verhalten optimistisch für Zukunft von „Schloss Mülheim“

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200 Zuhörer kamen ins Haus Teiplaß und lauschten konzentriert der einstündigen Infoveranstaltung rund ums Schloss Mülheim.

Warstein/Mülheim – Wildwachsende Bäume und Sträucher gekappt, die Treppe geputzt und erste Farbversuche an der Fassade unternommen: Am Wahrzeichen des Möhnetals hat Investor Detlef Gründer nicht nur Aufräumarbeiten gestartet, sondern auch erste Signale für eine zukünftige Nutzung als Wohngebäude gesetzt. In nächster Zeit will er zudem alle Fenster austauschen und im Außenbereich Wege anlegen. Bei der Zwangsversteigerung des Erbbaurechtes für das Hauptgebäude hatte der Lippstädter für 40 200 Euro den Zuschlag erhalten und darf sich mit gewissen Einschränkungen nun als Eigentümer fühlen. Leider war er gestern Abend verhindert, als 200 Bürgerinnen und Bürger auf Einladung der Stadt ins Haus Teiplaß gekommen waren, um aus erster Hand zu erfahren, ob die aufkeimende Zukunftshoffnung begründet ist. Das Fazit des verhalten optimistischen Stadtkämmerer Stefan Redder: „Wir haben einen ersten Schritt nach vorne gemacht, aber es bleibt ein langwieriges Verfahren.“

Bürgermeister Dr. Thomas Schöne hatte die Bürgerversammlung im gut geheizten Haus Teiplaß eröffnet und freute sich über die große Resonanz. „Es ist Bewegung reingekommen, aber wir sind noch nicht am Ziel“, so seine Einschätzung. Wichtig ist ihm, dass sich die Bezeichnung „Schloss Mülheim“ durchsetzt. Dafür präsentierte er auch den historischen Nachweis: Es gebe einen Eintrag in alten Unterlagen des Hofes Korff von 1859, in dem es heiße, dass im Sommer des besagten Jahres das Kloster zum Schloss umgewidmet worden sei. „Schon unsere Ururvorfahren verwandten den Begriff ‘Schloss’“, rekapitulierte Dr. Schöne.

Am Anfang der intensiven städtischen Bemühungen habe das Gutachten des Briloner Architekt Lohmann gestanden, berichtete Kämmerer Redder. Es sei der wichtige Nachweis gewesen, dass eine Wohnnutzung wirtschaftlich betrieben werden kann.“ Auf dieser Grundlage sei es zum Gebot des Investors gekommen, mit dem die Stadt seither in engem Kontakt steht. „Ich kenne zwei Handynummern auswendig: die von meiner Frau und die von Herrn Gründer. Ich denke, das lässt tief blicken...“ schmunzelte Redder.

„Grundsätzlich gut erhalten“, sei das Schloss in seiner Substanz. Bei der Schilderung der „Kölner Decken“ und seinem Vergleich mit dem vom gleichen Baumeister errichteten (und zur Wohnnutzung hervorragend wieder hergerichteten) Schloss Adolfsburg in Kirchhundem kam er fast ins Schwärmen. Dennoch sei „die Kuh noch nicht vom Eis.“ Das Hauptproblem: „Es ist rechtlich kaputt.“

Detailliert führte er den Zuhörern vor Augen, mit welcher Akribie Joachim Ney, der das Gebäude für 200 000 Euro gekauft hatte, ein verschachteltes Konstrukt aus Erbbaurechten für Gebäude und Grundstücke geschaffen hat, das kaum zu entwirren ist. Die Stadt holte sich bei vier renommierten Kanzleien eine Abfuhr, bis eine sich bereit erklärte, zu helfen. Eine Vielzahl von Firmen sind beteiligt, es gibt private Gläubiger, die Ney zum Teil große Summen liehen, und nicht zuletzt hat die Stadt selbst Forderungen gegen Ney.

Aber: Die Zwangsversteigerung des Erbbaurechtes für das Schloss war erfolgreich. Nun folgt Gleiches für die Rentei. Anschließend stehen zehn Zwangsversteigerungen für die Grundstücksparzellen an. Kurzum: Es ist noch ein weiter Weg bis zum Ziel.

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