Pflicht soll kommen

Unternehmen schon auf Test-Kurs

Schnelltest im Parkplatz-Zelt: Infineon-Geschäftsführer Dr. Arne Kohring und Unternehmenssprecher Jörg Malzon-Jessen sind stolz auf die schnelle Umsetzung.
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Schnelltest im Parkplatz-Zelt: Infineon-Geschäftsführer Dr. Arne Kohring und Unternehmenssprecher Jörg Malzon-Jessen sind stolz auf die schnelle Umsetzung.

Nun kommt die Testpflicht für Unternehmen – und schon haben einige reagiert. Am schnellsten war Infineon. Noch vor Sonnenaufgang wurde am frühen Mittwochmorgen auf dem Großparkplatz eine mobile Teststation in Form eines Zeltes in Betrieb genommen.

Warstein – Seither können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Stäbchen-Test sogar bei der Anfahrt oder Abfahrt als Drive-In erledigen.

Ganz so weit ist man bei den Siepmann-Werken noch nicht, auch wenn Pandemie-Beauftragter Kevin Kommorowski bei dem Thema bereits länger aktiv ist. Die Lieferung der bestellten Tests hat sich jedoch verzögert. Es liege an den Zoll-Formalitäten wusste Geschäftsführerin Korinna Schwittay.

Kreis entspricht der Impfbitte

Und noch eine weitere Hürde musste bei Siepmann und Persta zu Beginn dieser Woche erst einmal überwunden werden. Da man den Mitarbeitern bei der Durchführung der Tests Hilfe anbieten möchte, soll es ein Angebot in den beiden Werkspraxen bei Persta und Siepmann geben. Bis dato sind die beiden „Werksschwestern“, die sich um den medizinischen Betrieb kümmern, noch nicht geimpft. Ihre dringende Bitte an den Kreis Soest, Impftermine zu bekommen, blieben bis Anfang der Woche ungehört. Inzwischen hat es aber doch geklappt, kurzfristig erhalten sie die Impfung.

„Das Gesundheitsamt hat sich bei uns entschuldigt“, sagte Korinna Schwittay und sieht nunmehr der künftigen Möglichkeit, den Mitarbeiter in den Werkspraxen bei den Selbsttests Anleitung geben zu können, optimistisch entgegen. „Ich möchte, dass es genutzt wird, wir wollen jenen, die Hilfe brauchen, diese auch geben“, sagte die Geschäftsführerin – auch vor dem Hintergrund der für ihren Betrieb nicht unerheblichen finanziellen Zusatzbelastung. „Da durch die bereits bestehenden Corona-Schutzmaßnahmen die Unternehmen schon heute erhebliche Mehrkosten bei verminderten Umsätzen haben, werden wir den zusätzlichen Personal- und Verwaltungsaufwand so gering wie möglich halten müssen“, erklärte Pandemie-Beauftragter Kevin Kommorowski.

Bisher keine Ansteckung im Betrieb

Die Siepmann-Werke hätten sich eine Kostenbeteiligung des Bundes gewünscht, die aktuell aber nicht angekündigt ist. Ob die Testaktion das gewünschte Mehr an Sicherheit bringt, davon ist Korinna Schwittay nicht überzeugt – zumindest nicht mit Blick auf das eigene Unternehmen. „Wir haben seit März 2020 keine einzige Ansteckung innerhalb unseres Betriebes“, erklärt sie nicht ohne Stolz. Nun sind die Bestellungen aufgestockt worden und man arbeitet an einem sinnvollen Verteilsystem, das sicherstellen soll, dass es auch zur Nutzung kommt. Eine Möglichkeit wäre die Ausgabe an der Werkspforte gegen Rücknahme des genutzten Negativ-Testplättchens. Aber darüber ist noch nicht entschieden.

„Das sind wir unseren Mitarbeitern schuldig“

Bei Infineon herrschte am Mittwoch Freude über die zügig eingeführte Regelung. Jeder Mitarbeiter erhält das „Drive-In“-Angebot, auch wenn die Teilnahme freiwillig sei, so Infineon-Sprecher Jörg Malzon-Jessen. „Man muss nicht mit dem Auto durchfahren, es geht auch zu Fuß“, sagte er. Die räumliche Abtrennung habe den Vorteil, dass die Testung nicht organisatorisch in den Arbeitsprozess eingebaut werden muss.

Auch Abstands- und Hygieneregeln seien im Außenbereich gut einzuhalten. Montags, mittwochs und freitags von 5.30 bis 9 Uhr und von 13 bis 15 Uhr besteht die Testmöglichkeit – bis zu zwei Mal pro Woche und natürlich „kostenlos“ für alle 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Infineon und Bipolar, wie Geschäftsführer Dr. Arne Kohring betont: „Das sind wir unseren Mitarbeitern schuldig.“ Für die hat er zudem ein dickes Lob parat: „Wir sind bislang sehr gut durch die Krise gekommen, es hat sich noch keiner in der Firma infiziert, die Maßnahmen greifen.“

Zelt als Alternativlösung

Auch wer im Homeoffice arbeite, im Bürobereich immerhin eine Quote von 70 Prozent, dürfe vorbeikommen, um per Email das offiziell anerkannte Testzertifikat zu erhalten. Eigentlich wollte man auf Schnelltests für zuhause setzen, aber Lieferschwierigkeiten verhindern aktuell die Umsetzung. Daher zeigte man sich gestern stolz, mit dem Zelt umgehend eine Alternativlösung geschaffen zu haben. Und die wurde zur Freude des Chefs auch schon reichlich genutzt: Einer der Ersten am Mittag war Felix Gabel, der zu Fuß zu seinem zweiten Corona-Test kam, dem ersten am Arbeitsplatz. Er nutzte gerne das Angebot, um „die Gewissheit zu haben, keinen anzustecken“ und um gegebenenfalls Infektionsketten unterbrechen zu können.

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