Industriegebiet Belecke III

Verhindern alte Siedlungsspuren Erweiterung von Industriegebiet? Jetzt herrscht Klarheit

Sieben 100 Meter lange Gräben wurden ausgehoben.
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Sieben 100 Meter lange Gräben wurden ausgehoben.

Ein Industriegebiet soll erweitert werden, doch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe vermutete an der dafür ausgesuchten Stelle alte Siedlungsspuren. Jetzt sind die Untersuchungen beendet.

Belecke – In den nächsten Wochen soll der Start für die Erweiterung des Industriegebietes Belecke III um einige Hektar in südlicher Richtung beginnen.

Doch bereits im Planverfahren sind zu solch einer Baumaßnahme die verschiedensten Behörden frühzeitig zu informieren und um Stellungnahmen aufzufordern.

Maßnahme ist klar vorgegeben

Dabei ist dem Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) aufgefallen, dass in diesem Gebiet vor einigen Jahrhunderten, als Belecke noch nicht auf dem Berg angesiedelt war, die Wüstung „Alten Belecke“ gelegen haben soll. Als Wüstung bezeichnet man eine ehemalige, aufgegebene oder zerstörte Siedlung oder landwirtschaftliche Nutzfläche. Der LWL verlangte aus diesem Grund von der Stadt Warstein vor Beginn der Arbeiten, archäologische Untersuchungen durchzuführen. Für die Stadt ist diese Maßnahme mit Kosten verbunden, sie muss diese übernehmen, da es eine klare Vorgabe des Landschaftsverbandes ist.

Bagger heben mehrere Vertiefungen aus

Bereits am vergangenen Montag begannen die Sondagearbeiten mit einem Bagger. Dieser grub zwischen Effelner Weg und Hortweg sieben je 100 Meter lange und sechs Meter breite Vertiefungen, in die mit Getreide bestellte Fläche. Zum Vorschein kamen in diesen 60 Zentimeter tiefen Gräben nur Mutterboden dann folgte eine Lehmschicht mit Steinen. Erst in über einen Meter Tiefe fanden sich Steine und darunter harter Felsen. Robert Gündchen von der Ausgrabungsfirma EggensteinExca aus Dortmund leitete im Auftrag des LWL die Maßnahme: „Wir haben nichts gefunden, nicht einmal eine Scherbe oder vergrabenen Müll und schon gar keine Fundamente“. Auf eine möglichen Wüstung an dieser Stelle gebe es keine Hinweise, meinte er.

Landwirt sieht sich bestätigt

Damit wurde die Erkenntnis von Landwirt Hubertus Jesse, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung Recht, bestätigt. Er hatte in der Ausschuss-Sitzung gesagt: „Ich habe schon mit dem Pflug gesucht, aber nichts gefunden“.

Nach Abschluss der Arbeiten wird die Stadtverwaltung offiziell vom Landschaftsverband informiert und erst dann kann das Verfahren um die Erweiterung des Industrieparks in Richtung Wiebusch zu Ende gebracht werden. Kurzfristig wird dann mit den Arbeiten begonnen. Hintergrund ist der große Bedarf an gewerblicher Baufläche.

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