Alltag mit Vorsicht

In den Senioren-Einrichtungen der Stadt Warstein ist fast Normalität eingekehrt

Corona-Sorgen sind in den heimischen Seniorenheimen ein wenig nach hinten gerückt. Alois Heidrich aus dem DRK-Seniorenzentrum fühlt sich bei der Betreuung durch Wohnbereichsleiterin Michaela Müller wohl.
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Corona-Sorgen sind in den heimischen Seniorenheimen ein wenig nach hinten gerückt. Alois Heidrich aus dem DRK-Seniorenzentrum fühlt sich bei der Betreuung durch Wohnbereichsleiterin Michaela Müller wohl.

Die im Kreis Soest ausgerufene „Inzidenzstufe 0“ hat auch in den Seniorenheimen im Warsteiner Stadtgebiet für Entspannung gesorgt. Inzwischen hat sich das Leben weitgehend normalisiert, auch wenn die Gefahr der Ansteckung stets präsent ist. Insbesondere mit Blick auf die sich verbreitende Delta-Variante des Corona-Virus aber auch vor dem Hintergrund der seit dem Wochenende wieder auf einen niedrigen zweistelligen Wert angewachsene 7-Tages-Inzidenz wird der Alltag in den Heimen mit Vorsicht begangen.

Warstein – Keinen Spielraum für Experimente sieht Klaus Wohlmeiner, seit einigen Wochen Geschäftsführer des DRK-Seniorenzentrums Henri Dunant in Warstein. „Wir halten uns strikt an die Corona-Schutzverordnung“, ist deshalb seine Devise. Im Haus am Kahlenbergsweg geht man sogar noch einen Schritt weiter beim direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. „Wir tragen überall FFP2-Masken“, so Klaus Wohlmeiner. Eigentlich gelte, wenn beide – Bewohner und Mitarbeiter – vollständig geimpft seien, könne man die Maske abnehmen. „Wir sagen aber: lieber auflassen! Wir gehen auf Nummer sicher!“ Nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die aus medizinischen Gründen die FFP2-Maske nicht tragen dürfen, wird die leichtere OP-Maske angedient.

Ein großes Sicherheitsgefühl verschafft Klaus Wohlmeiner die Impfbereitschaft im Haus. „Es ist gut, wenn die Impfquote in so einer sensiblen Einrichtung hoch ist“, sagt er mit Blick auf die errechneten 96 Prozent. „100 Prozent wäre schöner. Ich unterhalte mich mit jedem, der nicht möchte, und versuche auch zu überzeugen. Aber jeder hat das Recht dazu.“

Von den 94 Betten im DRK-Seniorenzentrum sind aktuell 90 belegt. Noch ist der Umbau im Gang. Bis zum Frühjahr 2022 sollen die veränderten Vorgaben aus dem Wohn- und Teilhabegesetz umgesetzt sein. Zimmer, Sanitäreinrichtungen, Brandschutz, Lüftungstechnik und vieles mehr entsprechen dann den neuen, zukunftsweisenden gesetzlichen Standards.

Neue Bewohner sind in der Regel vollständig geimpft. Ist dies nicht der Fall, stehe eine Quarantäne von 5 Tagen bis zwei Wochen an. „Wir bestehen aber auf einem PCR-Test“, schildert Wohlmeiner.

Eine mögliche dritte Impfung wird aktuell für die Seniorenheime diskutiert. Das sei auch in seinem Haus der Fall. „Viele gehen davon aus, wir rechnen im Herbst damit“, sagt Klaus Wohlmeiner. Auch da gelte: „Wir halten uns an die Vorgaben, die wir bekommen.“

Kaspar Gröblinghoff, Inhaber des Seniorenzentrums Möhnetal, freut sich ebenfalls über die Entspannung und hat gerade das „Café Tänte“ im Haus wieder eröffnet – auch für externe Besucher. Die Einrichtung am Sichtigvorer Kreisel, die vor zwei Jahren auf dem früheren Grundstück des einstigen Gasthofs Schöne neu gebaut worden ist, für den ganzen Ort zu öffnen, war ihm stets ein Anliegen. Dabei müssten natürlich Berührungsängste überwunden werden. Derzeit müsse dies natürlich besonders sorgsam geschen. Wer nur ins Café will, braucht keinen Test, wer die Schwelle zum Seniorenzentrum überschreitet, dagegen schon.

Was sein Personal angeht, freut sich Gröblinghoff über die hohe Durchimpfung von 97 Prozent. Generell wird im Haus noch Maske getragen, gibt‘s Körperkontakt auch die sichere FFP2-Maske. „Ansonsten ist es den Mitarbeitern auch freigestellt, die OP-Maske zu nehmen“, sagt Kaspar Gröblinghoff. Regelmäßige Schnelltestes gehören ebenfalls zu den Corona-Sicherheitsmaßnahmen.

Neue Bewohnerinnen und Bewohner seien in der Regel geimpft. Sei dies nicht der Fall, übernähmen dies kurzfristig die Hausärzte. „Es ist ja genug Impfstoff da“, freut sich Kaspar Gröblinghoff.

Über einen möglichen dritten Impfdurchgang werde natürlich auch in seinem Haus gesprochen. Aber auch da sieht er angesichts des nun ausreichend vorhandenen Impfstoffs – 99 Prozent Biontech – keine Probleme. „Wir brauchen nur Signale.“ Wenn die Vorgaben kommen, könne dies in seinem Haus kurzfristig umgesetzt werden.

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