Die Ortschaften der Stadt Warstein: Belecke

Im Jubiläumsjahr zum 725-jährigen Bestehen Hoffnung auf viele kleine Feste in Belecke

Die Bank an Stütings Mühle stiftete der Kegelclub „GmbH & Co.KG“, in dem Heiner Maas selbst kegelt.
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Die Bank an Stütings Mühle stiftete der Kegelclub „GmbH & Co.KG“, in dem Heiner Maas selbst kegelt.

Seit 2018 ist Heiner Maas (CDU) Ortsvorsteher der Ortschaft Belecke. Er spricht über das Corona-Jahr 2020 und gibt einen Ausblick auf das Jahr 2021 in Belecke.

Belecke – Nicht alles, was im vergangenen Jahr anders als geplant lief, ist Corona zuzuschreiben. So die Agathafeier des Löschzuges Belecke der Freiwilligen Feuerwehr Warstein, die wegen des Um- und Anbaus des Feuerwehrgerätehauses „in kleinerem Rahmen“ in der Gaststätte Hoppe stattfand. Das ist wegen der ungewohnten Umstände für Beleckes Ortsvorsteher Heiner Maas ebenso unvergesslich wie die die Übergabe von zwei neuen Fahrzeugen für den Löschzug an seinem 57. Geburtstag am 31. Januar. Karneval wurde in Belecke noch gefeiert, wie man es kennt. Aber dann: Corona drehte den Schlüssel um für den ersten Lockdown, und beeinflusste bis einschließlich jetzt das Leben. Verhinderte aber nicht, dass auch in Belecke Dinge vorangetrieben werden, die der Ortsvorsteher mit großem Wohlgefallen betrachtet – wenn er sie auch nicht feiern konnte, wie er es sich gewünscht hatte. „Das große Ziel, die Renaturierung der kleinen Wester und der Radwegbau, wurde erreicht“, sagt Heiner Maas. Für ihn war es das erste Großprojekt, das in seiner Amtszeit begonnen und abgeschlossen wurde: Der 57-Jährige war gerade eine Woche lang im Amt, als es im März 2018 mit der Vorstellung der ersten Pläne gestartet wurde, im Dezember 2020 erfolgte die historische, weil außergewöhnliche Freigabe: „Ursprünglich war vorgesehen, dass von den 22 Teilnehmern beim ersten Spatenstich im Herbst 2019 wegen Corona sieben zur Eröffnung kommen sollten. Das wurde noch einmal auf drei Vertreter von Kreis, Stadt und mich als Ortsvorsteher reduziert. Und schließlich hieß es: Machen Sie das bitte alleine“, erinnert sich Heiner Maas. Aber das war ihm dann doch zu sparsam, und so kam es, dass seine kleine Nachbarin Lea Weber (9) als erste Nutzerin „offiziell“ über den Radweg, der auch ein Schul- und Fußweg ist, radelte.

Sein „Traum“ wäre gewesen, den Abschluss der Gesamtmaßnahme mit dem Sturmtag Ende Mai zu feiern, oder spätestens zum Schnadezug im August. Aber Corona ist nicht geeignet, Träume wahr werden zu lassen. Kleine, aber realistische Wünsche konnten umgesetzt werden: Weil der Radweg von Stütings Mühle bis zur Paul-Gerhardt-Straße eine erhebliche Verbesserung für die Westerberg-Schulkinder ist, hat die Stadt Warstein für eine Ausleuchtung gesorgt: „Ohne die Leuchten müssten die Kinder in der dunklen Jahreszeit weiterhin den Weg über den Altstadtberg nehmen“, freut sich der Ortsvorsteher über diese wesentliche Erleichterung. Welche Begeisterung die Gesamtmaßnahme bei den Beleckern auslöste, kann er an zwei weiteren Verbesserungen festmachen: „Zwischen den Lockdowns im Frühjahr und im Herbst hatten wir zu einem Werkstattgespräch auf das Mühlengelände alle interessierten Bürger eingeladen. Der Termin war sehr gut besucht, und hier machten Stammtische und Kegelvereine das Angebot, Ruhebänke für den Weg zu stiften“. Natürlich wurde es angenommen, und es musste sogar eingegrenzt werden: „Auf den 600 Metern reichen vier Bänke“. Die stehen bereits, und drei weitere konnten wir an anderen Stellen im Ortseil platzieren, wo sie ebenfalls Sinn machen. Das ist ein höchst erfreuliches bürgerschaftliches Engagement!“ Er beobachte, dass die Spender auch darauf achten, dass die Bänke selbst und ihr Umfeld ordentlich bleiben.

Desweiteren löste eine Baumpflanzaktion auf den Wiesen, durch die sich die verlegte Wester schlängelt, eine große Resonanz aus. In einer ersten Aktion wurden 17 Obstbäume eingesetzt, und für März/April ist eine zweite geplant

Während Radweg und Hochwasserschutz im Auftrag des Kreises Soest und der Stadt Warstein von Firmen ausgeführt wurden, liefen parallel die Aktivitäten des Kultur- und Heimatvereins mit seinen Arbeitskreisen und Gruppen. Unter dem Titel „Belecke – Lebendige Geschichte“ stand das Mühlengelände im Fokus, auf dem das Informationszentrum zur Förderung der Heimatgeschichte entstanden ist. In diesem Jahr soll das Projekt abgeschlossen werden mit der Öffnung des Stollenbunkers für Besichtigungen: „Ich bin gespannt, wann wir damit begionnen können“, meint Heiner Maas. Das Sägegatter am Mühlengebäude wurde erneuert, ebenso das Dach, und eine Turbine sorgt dafür, dass dort erzeugter Strom von der WVG abgenommen wird. Wiederum Lieblingstermin für die offizielle Eröffnung der neuen Belecker Attraktion: Der Sturmtag. Aber ob das gelingt? Es wäre einer von einigen „kleinen“ Terminen, auf die sich die Belecker in einem ganz besonderen Jahr freuen können, wenn Corona es zulässt: 2021 ist das Jubiläumsjahr „725 Jahre Stadt- und Pfarrrechte Belecke“. Eigentlich geeignet für eine feierliche Großveranstaltung, doch Heiner Maas wäre schon froh, wenn viele kleine Feste gefeiert werden könnten. Dann würden auch die Einweihung des Feuerwehr-Gerätehauses und des Radweges nachgeholt, ebenso der 2020 ausgefallene Schnadezug, und der Sturmtag würde sowieso gefeiert.

Und das mit einer engagierten Belecker Bürgerschaft, die seit der Kommunalwahl im September 2020 von sieben Ratsmitgliedern vertreten wird und mit der für Heiner Maas seine erste durchgehende Ortsvorsteher-Amtsperiode begann. Die erste hatte er angetreten, nachdem seine Vorgängerin Elke Bertling im Jahr 2018 begonnen hatte, regelmäßig parteiübergreifend alle Belecker Ratsmitglieder zu Sitzungen einzuladen. „Das habe ich übernommen und alle sind bereit, sich gemeinsam für Belecke einzusetzen“, sagt Heiner Maas.

Dies hat er an anderer Stelle auch feststellen können, als Corona „neu“ war und die Menschen lernen mussten, mit einem Lockdown umzugehen. „Da entstand die Idee zu ‘Belecke solidarisch’, einem Service für ältere und nicht mobile Mitbürger. Innerhalb von zwei Tagen hatten wir eine Liste mit 80 Namen von Leuten, die bereit waren, sich einzusetzen,“ erinnert sich der Ortsvorsteher. Es wurde Einkaufshilfe organisiert, und auch die Stadtbücherei Stütings Mühle wurde eingebunden, indem dort georderte Medienpakete von Helfern an die Haustür gebracht wurden. Das spielte sich gut ein und ging schließlich in Nachbarschafts- und Familienhilfe über.

Was seit Jahren ein Thema für Belecke war, das ist es auch 2021: der Mangel an Bauplätzen: „Es gibt eine große Nachfrage“, weiß Heiner Maas. Die betrifft Grundstücke ebenso wie gebrauchte Immobilien, von denen er sagt: „Die sind kaum auf dem Markt, da sind sie auch verkauft“. In Belecke gebe es viele freie Flächen, aber die Besitzer seien oft nicht zum Verkauf bereit.

Einen Wunsch hat Heiner Maas gerade wegen Corona: „Es wäre schlimm, wenn deswegen Geschäfte in Belecke schließen müssten.“ Selbst vermeide er Online-Einkäufe so gut wie möglich und bleibe in der Stadt, wobei er ganz Warstein meint: „Da kann man auch bestellen und abholen“.

Das gilt auch für die Gastronomie, die der Belecker Ortsvorsteher ebenfalls stadtweit gemeinsam mit seiner Frau unterstützt: „Wir bestellen an jedem Freitag etwas, diese Woche war der Gasthof Hoppe an der Reihe. Es wäre doch schrecklich, wenn es nach der Pandemie keine Restaurants mehr gäbe, weil sie aufgeben mussten!“

Dafür nehme er auch einen „Coronabauch“ in Kauf. Den könne man ja wieder abtrainieren.

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