Markus Gudermann mit dem Anzeiger "von Kirchturm zu Kirchturm" unterwegs

Auf dem Weg zum neuen "Pastoralen Raum" 

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Markus Gudermann am Sitz des neuen Pastoralen Raumes in St. Pankratius Warstein.

Warstein. "Von Kirchturm zu Kirchturm" erkundete Pfarrer Markus Gudermann als angehender Leiter jetzt mit dem Anzeiger den neuen "Pastoralen Raum Warstein", der am 9. September den Startschuss erlebt. 50 Kilometer wurden zurück gelegt und dabei die Identität der sieben Kirchengemeinden hervor gehoben.  

Eigentlich ist Markus Gudermann der klassische Seelsorger. „Mit ‘Pastor’ lasse ich mich gern anreden und melde mich auch so am Telefon“, bekennt er. Der Weg zum „Pfarrer“ an der Spitze einer Kirchengemeinde war natürlich vorgezeichnet. Im Zuge der von Paderborn forcierten Umstrukturierung wurde er „Leiter“ des Pastoralverbundes Möhnetal, vor einem Jahr kam mit dem Weggang von Thomas Wulf Warstein hinzu. Nun sind es sogar zwei Verbünde, denen er vorsteht. 

Am 9. September startet seine Aufgabe als „Leiter des „Pastoralen Raums Warstein“. Was das bedeutet? „Das müssen wir alle erst lernen – auch ich“, sagt er offen und ehrlich. Welche Mammut-Aufgabe dies mit sieben Kirchengemeinden, 14 Gottesdienst-Orten und einem Team von über zwei Dutzend Mitarbeitern ist, das wurde ihm am Mittwoch dieser Woche noch einmal bewusst, als er auf Einladung unserer Zeitung eine 50-Kilometer-Tour „von Kirchturm zu Kirchturm“ unternahm. 

Start ist natürlich dort, wo zukünftig der Verwaltungssitz des „Pastoralen Raumes“ sein wird, am Pfarrhaus von St. Pankratius Warstein. Die Vorgabe aus Paderborn war klar: Der Leiter muss dort sein, wo die meisten Gemeindemitglieder leben. Also kam Warstein vor Belecke. Dabei hatte sich der gebürtige Sunderaner Markus Gudermann in den elf Jahren in Belecke außerordentlich wohl und wunderbar aufgenommen gefühlt. Und so ist es noch immer. „Ich bin trotzdem kein Belecker, sondern Sunderaner“. Das Kofferpacken fiel schwer. Im Pfarrhaus an der Propsteikirche hat Markus Gudermann ganz herrlich gewohnt und musste ins Pfarrhaus nach Warstein – gegenüber der Tiefgarage – ziehen. 

Doch nach einem Jahr Erfahrung ist er mehr als zufrieden. Allen Unkenrufen zum Trotz wohne es sich hier sehr schön und unerwartet ruhig. Und den Sitz des Pastoralen Raumes hier zu haben, sei vernünftig. Dass der Erzbischof als gebürtiger Belecker sich aus der Entscheidung heraus gehalten hat und sogar auf die eigene Befangenheit verwiesen habe, kann Markus Gudermann verstehen. Für ihn ist es eine glückliche Fügung, dass der aus den beiden Pastoralverbünden gebildete Pastorale Raum identisch ist mit der politischen Gemeinde Warstein. Und fast kann er aus dem Fenster sogar das Rathaus sehen, wo sein politisches Pendant, Bürgermeister Dr. Thomas Schöne, über 26 000 Warsteiner „regiert“. Pastor Markus Gudermann zählt in Zukunft 17 000 „Schafe“, die alle völlig freiwillig in seiner „Herde“ dabei sind. Welcher „Hirte“ hätte vor so einer Aufgabe keinen Riesenrespekt?

Die Größe des Respekts vor der Aufgabe, die nach dem 9. September, wenn der Pastorale Raum mit einem Gottesdienst in der Belecker Heilig-Kreuz Kirche auf den Weg gebracht wird, beginnt, wird auch an der Dimension des Schlüsselbundes deutlich, das Markus Gudermann dabei hat, als wir in Richtung Hirschberg starten.


km 9 St. Christophorus: Zu seiner Belecker Zeit hatte Markus Gudermann wenig Kontakt nach Hirschberg. Natürlich eilte dem Bergvolk der Ruf voraus, sehr engagiert zu sein. Welchen Wert das hat, weiß er nun sehr zu schätzen. Beim Schützenfest hat er auch die Nähe zu den Menschen genossen. Und genießt sie bei den Krankenbesuchen am Herz-Jesu-Freitag, die er exklusiv in Hirschberg durchführt. Und: „Natürlich diese Kirche. Herrliche Lage, wunderbar renoviert...“

km 18 Antoniuskapelle: „Wir sind hier in Niederbergheim am Zipfel“, verweist er auf die Entfernung zu Warstein. „Aufpassen, dass wir in dem Prozess alle mitnehmen“ sei wichtig. Wie sehr der Glauben hier gelebt werde, zeige die Intensität, mit der man sich um das kleine Gotteshaus kümmere. „Vorbildlich, sie hängen an ihrer Kapelle.“


km 23 St. Johannes Baptist: Die Identität jeder einzelnen Gemeinde sei von großer Bedeutung, betont er bei der Ankunft in Allagen. Dazu gehören auch die Aktivitäten der vielen Gruppierungen, wie in Allagen die Frauengemeinschaften und die KJG. Zu seiner Freude entdeckt er am Marienaltar ein beim Kindertag entstandenes Plakat.


km 27 St. Margaretha: Das Kirchspiel mit der in Renovierung befindlichen Pfarrkirche ist ein besonderer Schatz. Hier auf Pfarrer i.R. Josef Sauerwald bauen zu können, freut ihn auch persönlich.


km 30 St. Barbara und St. Antonius: Im Kirchspiel darf das aktuelle Jubiläums-Haar-Dorf Waldhausen nicht fehlen. Hier gibt´s sogar noch einen eigenen Kirchenvorstand, der sich „um alles kümmert“. Gerade wurde das neue steinerne Schöpfungs-Kreuz aufgestellt, das Gudermann wegen seiner starken Aussagekraft beeindruckt.


km 36 Propsteikirche: Markus Gudermanns Belecker „Heimatkirche“. „Hier hab ich schon an der Uhr gedreht!“ Er habe sich in den elf Jahren hier „behütet“ und „bedacht“ gefühlt. Der Barockaltar von 1640 aus dem Kloster Grafschaft hat es ihm als Sauerländer besonders angetan.


km 38 Heilig-Kreuz: Erfolgreich sei die Belecker Rückpfarrung gewesen. Ganz bewusst soll hier in der Mitte des Pastoralen Raums der Startschuss zur Entwicklung einer Pastoralvereinbarung gegeben werden. Ganz wichtig ist ihm: Die bestehenden Kirchengemeinden bleiben allesamt erhalten.


km 44 St. Johannes: Die schön renovierte Suttroper Kirche müsse nun auch mit viel Leben gefüllt werden.


km 48 Alte Kirche: Dem Warstein überragenden „Schatz“ steht 2019 wohl eine Renovierung bevor.


km 50 St. Pankratius: Nach 50 Kilometern steht Markus Gudermann zufrieden am Altar seiner Kirche am Sitz des neuen Pastoralen Raums.

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