Haus-Teiplaß-Erfolgsgeschichte verleiht Sichtigvorern Energie

Ortsvorsteherin Heike Kruse

Sichtigvor -  Zunächst war es so etwas wie ein Schock, als die Stadt Ende 2015 den Sichtigvorern das Haus Teiplaß nahm, um den Strom der Flüchtlinge zu bewältigen. Doch das ist Geschichte. Seit einigen Wochen steht die städtische „Mehrzweckhalle“ den Sichtigvorern wieder für alle vorherigen Zwecke zur Verfügung.

Das Flüchtlingsprojekt sieht Ortsvorsteherin Heike Kruse als „Erfolgsgeschichte“. Und sie werde von vielen Ehrenamtlichen mit deren unglaublichem Engagement weitergeschrieben. Dem 2000-Einwohner-Ort an der Möhne hat sie viel Energie und das Bewusstsein verliehen, mit neuen Herausforderungen gut fertig werden zu können.

Ja, zwischendurch gab es auch einmal die Idee, eine eigene neue Halle mitten in Sichtigvor zu bauen. Schnell mussten die Initiatoren erkennen, dass es nicht leicht ist, für so etwas innerhalb eines Dorfes bei allen Begeisterung zu wecken. Das Projekt ist zu den Akten gelegt, hat aus Sicht von Heike Kruse aber trotzdem das Bewusstsein dafür geschärft, dass es auch für Sichtigvor wünschenswert wäre, eine eigene Halle zu haben. Die Stadt hat das Haus Teiplaß in gutem Zustand wieder zurück gegeben. „Viel schneller, als wir alle gedacht haben. Wir brauchen sie nämlich unbedingt“, zählt Heike Kruse Sport, Karneval und Schützenfest auf. Man müsse deshalb darüber nachdenken, ob das Haus Teiplaß nicht übernommen werden könnte. „Alle anderen Orte kriegen es ja auch hin.“

Das aber ist Zukunftsmusik. Ganz real 2017 ist die Wiederherrichtung des Mühlengeländes. In einem gemeinsamen Arbeitseinsatz wurde bereits begonnen, die alten Pflastersteine hoch zu nehmen. Da fassten auch die Flüchtlinge mit an, was die Ortsvorsteherin als gelebte Integration für besonders wertvoll hält. Überhaupt spielen die Flüchtlinge, auch wenn sie angesichts der knappen Wohnungsangebote in Sichtigvor oft in den Nachbarorten eine Wohnung gefunden haben, auch weiterhin eine Rolle im Dorfleben. Einmal im Monat wird das „Welcome Café“ dienstagabends auf dem Antiquitätenhof von Lorenz und Annette Hecker fortgeführt. „Da ist immer richtig was los“, weiß Heike Kruse.

Zurück zum Mühlengelände. Dort soll es in diesem Jahr richtig schön werden. Der abgesenkte Zuschauerbereich der Musikmuschel ist angefüllt, weil sich keine Nutzung einstellte. Nun soll mit der Anlage von Beeten und Wegen, aber auch mit technischen Neuerungen eine Infrastruktur für zukünftige Feste und Begegnungen geschaffen werden. „Es geht darum, dass wir das Gelände viel intensiver nutzen können“, so Heike Kruse. Dass der Angelsportverein sich intensiv kümmert und auch der Standort des kleinen Schmiedemuseums nebenan ist, runden das Projekt für die Ortsvorsteherin ab. Später müsse der Bereich vor der Mühle noch angefasst werden, dies soll aber erst im Anschluss passieren. Dass die Mühle Eiling als Privatunternehmen sich prächtig entwickelt – und dazu noch mitten im Ort – freut die Ortsvorsteherin und ist aus ihrer Sicht ein sehr gutes Zeichen.

Gern hätte Heike Kruse im Verein mit vielen engagierten Ehrenamtlichen aus Reihen des Kapellenverein noch eine positive Entwicklung am Kalvarienberg und an der Kreuzbergkapelle. „Das ist unser Kleinod im Dorf und liegt allen sehr am Herzen“, ist die überzeugt. Hier soll ein neuer Anlauf für ein LEADER-Projekt gestartet werden. Dazu sei aber noch Vorarbeit nötig. Ihre Ideen gehen dahin, eine touristische Einbindung an den Radweg zu bekommen – im idealfall sogar behindertengerecht, was allerdings angesichts des steilen Anstiegs hoch zur Kapelle eine Herausforderung bedeute.

Das Kloster ist ein Ärgernis. Es ist auch für Sichtigvor das Wahrzeichen. 2017 sieht Heike Kruse keine Besserung in Sicht. „Das ist fatal.“ Aber leider sei der Einfluss der Sichtigvorer begrenzt, das gelte auch für den Heimatverein.

Dass es im Jahr 2017 einen echten Fortschritt beim allergrößten Wunsch der Bürger, der Ansiedlung eines Drogeriemarktes gibt, davon ist Heike Kruse überzeugt. Allerdings sei der Weg lang und aufwändig, da dazu eine Menge formeller Schritte nötig seien – abgesehen von der Suche nach einem Betreiber. Dennoch mache die Unterstützung des Bürgermeisters aber auch der Ortsvorsteher-Kollegen aus den Nachbarorten Mut.

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