„Guten Gesundungsort und gute Arbeitsplätze“eingeweiht

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„Hereinspaziert!“ Das Band zum Haus 63 ist durchtrennt, als Gemeinschaftstat von (v.l.) Bürgermeister Dr. Thomas Schöne, Monika Schnieders-Pförtzsch (Landschaftsversammlung), Baudezernentin Judith Pirscher, Landrätin Eva Irrgang und Chefarzt Bertrand Evertz.

Warstein - Mit dem Zitat der Schlagzeile „Damit Patienten sich wohlfühlen“ aus unserer Zeitung im Vorbericht auf das gestrige Ereignis leitete Bürgermeister Dr. Thomas Schöne sein Grußwort zur Eröffnung des Neubaus zum LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen ein: „Damit ist fast alles gesagt“, setzte er seine Ausführungen fort, die aber doch etwas ausführlicher wurden und in denen er seine Zuhörer wissen ließ, dass er persönliche Beziehung zu den LWL-Kliniken habe: „Mein Vater war hier jahrzehntelang im pflegerischen Bereich tätig, und er hat mich als Kind zu Weihnachtsfeiern mitgenommen, wo ich Gitarre gespielt habe“.

Dr. Schöne brachte eine persönliche Note ein in eine Veranstaltung, die geprägt war von Bauherrenstolz und der Betonung, mit dem 12-Millionenbau Haus 63 eine Gemeinschaftsleistung erbracht zu haben, in der es „natürlich manchmal auch hakte“, wie der Ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann sagte. Er moderierte den Nachmittag im LWL-Festsaal in gewohnter Nonchalance, verband die Beiträge der Gastredner inhaltlich und vergaß den ersten Einsatz der Capella Vox Humana unter der Leitung von Heinz Helmut Schulte. Was aber auch nichts machte: Die beiden ersten Gesangsbeiträge wurden einfach zu einem Block zusammengefasst, und weil es so schön war, die beiden anderen später auch. Der Applaus war dann auch doppelt kräftig für das einst bereits als „Meisterchor“ ausgezeichnete Ensemble.

Die Bedeutung der Investition wurde unterstrichen durch die hochrangig besetzte Teilnehmerliste. Als stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung führte Monika Schnieders-Pförtzsch sie an, denn ohne die Zustimmung dieses politischen Gremiums des LWL hätte die Neubau-Idee nie umgesetzt werden können. Das sagte später Judith Pirscher, Baudezernentin beim Landschaftsverband und als „Gebäudekönigin“, wie Dr. Leßmann sie titulierte, „Herrin“ über 1100 Gebäude im LWL-Bereich. Das Haus 63 in Warstein mit Platz für 84 Suchtkranke, die mit Hilfe der Ärzte und Therapeuten zurück in einen geregelten Alltag geführt werden sollen, gehört nun dazu.

Alles zum Wohle der Patienten: Das stand am Anfang der Überlegungen für den geräumigen Neubau, der „Ebenen“, aber keine „Stationen“ birgt, wie es Chefarzt Bertrand Evertz ausführte: „Der Neubau ist ein riesen Geschenk für uns, wir bekommen ganz neue Möglichkeiten für unsere Arbeit“. Zweieinhalb Jahre habe es seit der Grundsteinlegung im Frühjahr 2013 bis zur Übergabe gedauert. Das höre sich nach „viel Zeit“ an, sei aber „eine kurze Reise mit vielen „Anstrengungen“ gewesen. Damit ging er den Satz von Dr. Leßmann ein, der zuvor gesagt hatte, „Wir hätten alles etwas schneller gehabt. Aber das liegt wohl an unserer therapeutischen Ungeduld“.

„Schnell, wirtschaftlich und von hoher Qualität“ sei der Anspruch gewesen, den sich die Bauabteilung selbst gestellt habe, sagte Dezernentin Judith Pirscher. Geschaffen worden seien ein „guter Gesundungsort und gute Arbeitsplätze“. Ein Aspekt, den Landrätin Eva Irrgang, selbst Mitglied der Landschaftsversammlung, ebenfalls hervorgehoben hatte: In Südwestfalen werde immer die Bedeutung der Automotive-Branche betont, dabei spiele auch der Gesundheitssektor eine sehr bedeutende Rolle. Dr. Leßmann drückte das in Zahlen aus: Allein der LWL unterhalte im Kreis Soest ca. 1700 Betten in seinen psychiatrischen Einrichtungen und beschäftige 2120 Mitarbeiter.

Eva Irrgang tat in ihrem Beitrag ihre Einschätzung kund, bevor es erst einige Redner später zur Schlüsselübergabe kam: „Wir weihen heute Steine ein, das ist aber alles nichts ohne motivierte Mitarbeiter!“

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