Das Feuer und seine Spuren

Große Anteilnahme nach Krippenbrand in Warsteiner Kirche: "Einige haben sogar geweint"

+
Der Brandort: An der Wand ist durch die Hitze der Putz abgebröckelt, zudem ist dort das 14. Ölbild des Kreuzwegs verbrannt. Geschützt durch den Stall und Bäume hat die Mutter Gottes-Darstellung dahinter keinen Schaden genommen.

Warstein – Egal über welche Kirchenbank Pastor Markus Gudermann in der St. Pankratius-Kirche streicht, immer hat er Ruß an seinen Fingern. Während man diese Spuren des Krippenbrandes vom Dienstagabend kaum sieht, stechen andere Folgen sofort ins Auge, bzw. in die Nase.

In der ganzen St. Pankratius-Kirche riecht es penetrant nach verbranntem Holz, die verkohlten Überreste des Stalls und der Krippenfiguren warten im gläsernen Vorraum auf weitere Untersuchungen. Am Mittwoch war bereits der Brandexperte der Kriminalpolizei vor Ort, doch auch er konnte noch nicht mit Sicherheit sagen, ob das Feuer durch einen technischen Defekt der Krippenbeleuchtung oder durch Brandstiftung ausgelöst worden war.

„Das Schadenbild ist nicht klar“, nahm Pastor Markus Gudermann aus dem vormittäglichen Polizeibesuch als Fazit mit. Im Rahmen der Ermittlungen habe der Brandfachmann auch alle Figuren untersucht, wie stark sie verbrannt sind. Doch die Ergebnisse ließen nach Stand von Mittwoch noch „beide Möglichkeiten“ zu. 

Die Reste der Krippe: Nach dem Ablöschen draußen wurden der Stall und die Figuren zurück in den Eingangsbereich gebracht. Gestern nahm auch der Brandermittler der Kripo die Brandspuren zur Ursachensuche in Augenschein.

Die Polizei setzt daher bei den Ermittlungen noch auf Zeugenaussagen: Wer am Dienstagabend gegen 17.30 Uhr etwas beobachtet hat, sollte sich bei der Polizeiwache in Warstein unter Telefon 02902/91000 melden. Am Mittwochnachmittag war ein weiterer Fachmann vor Ort, ein Bautechniker des Gemeindeverbandes. „Man wird messen und prüfen müssen, wie stark alles belastet ist“, so Markus Gudermann. 

Der Tag nach dem Krippenbrand in der St. Pankratius-Kirche in Warstein - so sieht es in der Kirche aus

Der Tag nach dem Krippenbrand in der St. Pankratius-Kirche in Warstein - so sieht es in der Kirche aus
Der Tag nach dem Krippenbrand in der St. Pankratius-Kirche in Warstein - so sieht es in der Kirche aus
Der Tag nach dem Krippenbrand in der St. Pankratius-Kirche in Warstein - so sieht es in der Kirche aus
Der Tag nach dem Krippenbrand in der St. Pankratius-Kirche in Warstein - so sieht es in der Kirche aus
Der Tag nach dem Krippenbrand in der St. Pankratius-Kirche in Warstein - so sieht es in der Kirche aus

„Zum Glück hat nur Holz gebrannt, kein Kunststoff.“ Trotzdem müsse geklärt werden, in welchem Umfang Reinigungen oder sogar Dekontaminationen erfolgen müssten. „Die Fachleute haben mir erzählt, dass in Wohnungen nach einem Brand oft sogar der Putz von der Wand geschlagen werden muss“, so Pastor Gudermann. Mit „großer Sorge“ wirft er auch einen Blick in Richtung Orgel – dort sei eine Reinigung sehr aufwändig und dann auch sehr teuer. 

Bei dem Brand am Dienstagabend wurde das Jesuskind in der Krippe am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.

Noch sind diese und viele weitere Fragen ebenso wie die Schadenshöhe nicht beantwortet. Damit steht auch noch nicht fest, wie lange die St. Pankratius-Kirche geschlossen bleiben muss, „das werden die Fachleute entscheiden“. Ab sofort finden daher die Werktags-Messen zu den gewohnten Zeiten in der Alten Kirche statt, die Heilige Messe am Sonntag ist nun um 11 Uhr in der St. Petruskirche.

Krippenbrand in St. Pankratius-Kirche Warstein

Krippenbrand in St. Pankratius-Kirche Warstein

Neben den Krippenfiguren – am stärksten zerstört durch das Feuer wurden das Jesuskind und Maria sowie ein Schaf – und dem Stall wurde bei dem Brand auch die 14. Station des Kreuzwegs, ein Ölbild auf Leinwand, zerstört: „Außer dem verkohlten Rahmen ist nichts geblieben.“ Man werde es „irgendwie ersetzen“, so Pastor Gudermann. 

So wie auch die „einige tausend Euro teuren“ Figuren aus dem Oberammergau. Für einen Neubau des Stalls will Holzfachmann Martin Dicke sorgen, kündigte er bereits am Mittwoch in einem Telefonat mit Markus Gudermann an. Der registrierte insgesamt eine „große Anteilnahme“: „Es war sehr bewegend, wie das die Menschen berührt. Einige haben sogar geweint...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare