Anwohner retten Tiere

Großbrand: Flammen schlagen meterhoch in den Nachthimmel - 122 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Feuerwehr bekämpfte in der Nacht einen Großbrand in Warstein-Allagen.
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Die Feuerwehr bekämpfte in der Nacht einen Großbrand in Warstein-Allagen.

Meterhohe Flammen schlugen in der Nacht von Freitag auf Samstag in den Nachthimmel des Warsteiner Ortsteils Allagen. Eine Scheune stand lichterloh in Flammen. Anwohner retteten die Tiere, die in der Scheune untergebracht waren. Die Feuerwehr Warstein rettete das direkt angrenzende Wohnhaus.

Allagen - Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 2 Uhr an der Dorfstraße in Warstein-Allagen abgespielt haben. Anwohner bemerkten mitten in der Nacht, dass die rund 400 Quadratmeter große Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens lichterloh brannte. Meterhoch schlugen die Flammen in den Nachthimmel, als die Anwohner geistesgegenwärtig alles stehen und liegen ließen, um die Rinder, die in der Scheune untergebracht waren, auf die rückseitige Wiese zu retten.

Gleichzeitig wählte ein Nachbar, der selbst Feuerwehrmann ist, den Notruf und schilderte die dramatische Lage. Der Leitstellen-Disponent alarmierte umgehend ein Großaufgebot der Feuerwehr Warstein zum Unglücksort. Als die frisch aus dem Bett gerissenen ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Löschzüge Möhnetal und Belecke sowie des Einsatzleitwagen-Teams wenige Minuten später eintrafen, offenbarte sich das Ausmaß des Großbrandes.

Großbrand in Warstein-Allagen: „Schon von zu Hause aus, sah man den orange-roten Himmel leuchten“

„Schon von zu Hause aus sah man auf der Anfahrt den orange-roten Himmel leuchten, sodass man wusste: Das ist ein richtig großes Feuer“, berichtete Donat Ahle, Leiter der Feuerwehr Warstein. Die Scheune stand in Vollbrand, die Flammen rückten bereits in bedrohliche Nähe zum direkt angrenzenden Wohnhaus. Deswegen war das oberste Ziel für die Feuerwehrleute schnell klar: Mit allem verfügbaren Wasser wurde das Wohnhaus gekühlt, sodass es nicht auch ein Raub der Flammen wurde.

Mit einer „Riegelstellung“ wurde das Wohnhaus vom Feuer abgeschirmt und vor den Flammen gerettet.

Die sogenannte Riegelstellung, bei der mit mehreren Strahlrohren das Haus vom Feuer abgeschirmt wurde, wurde mit Wasserwerfern der Drehleiter und des großen Tanklöschfahrzeugs unterstützt. „Wir wollten das Wohnhaus unbedingt halten. Das ist uns gelungen“, bilanzierte Donat Ahle. Die Macht des Feuers wurde rund eine halbe Stunde nach dem Ausbruch klar, als die Scheune um 2.32 Uhr laut krachend einstürzte.

Großbrand in Warstein-Allagen: Flammen schlagen in den Nachthimmel - 122 Feuerwehrleute im Einsatz

Großbrand in Warstein-Allagen: Flammen schlagen in den Nachthimmel - 122 Feuerwehrleute im Einsatz
Großbrand in Warstein-Allagen: Flammen schlagen in den Nachthimmel - 122 Feuerwehrleute im Einsatz
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Großbrand in Warstein-Allagen: Flammen schlagen in den Nachthimmel - 122 Feuerwehrleute im Einsatz
Großbrand in Warstein-Allagen: Flammen schlagen in den Nachthimmel - 122 Feuerwehrleute im Einsatz

In diesem Zeitraum waren neben den bereits vor Ort löschenden Einsatzkräften weitere Kräfte aus Warstein und Möhnesee nachgefordert worden. Ebenso gab es Alarm für die Feuerwehr Soest, die mit einer zweiten Drehleiter die Löscharbeiten unterstützte.

Großbrand in Warstein-Allagen: Löschwasser aus Hydranten und der Möhne

Genug Löschwasser war indes vorhanden: Neben einem Hydranten stand die nur knapp 60 Meter entfernte Möhne als unerschöpfliche Quelle im Kampf gegen das Feuer zur Verfügung. Wegen des massiv nötigen Wassereinsatzes muss davon ausgegangen werden, dass das Löschwasser neben dem Brandrauch das Wohnhaus zwar beschädigt, allerdings nicht komplett zerstört hat, so die ersten Erkenntnisse vor Ort. „Es besteht keine Einsturzgefahr“, berichtete Donat Ahle.

Großbrand in Warstein-Allagen: Betroffene werden in Feuerwehrhaus betreut

Da das Haus von den Einsatzkräften gefahrlos betreten werden konnte, konnten sie den betroffenen Bewohnern, die im nahe gelegenen Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Allagen von der Psychosozialen Unterstützung betreut wurden, zumindest ein paar Sorgen nehmen: „Wir haben alles Wichtige, was ihnen am Herzen lag und wichtige Dokumente rausgeholt“, so Ahle. Diese Maßnahme galt vorbereitend darauf, dass das Löschwasser vermutlich durch die Lehmdecke des alten Gebäudes ziehen wird.

Der Brand sorgte für einen enormen Funkenflug.

Nach rund einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle. Doch die eigentliche, aufwändige Arbeit stand für die Feuerwehrleute erst noch an: Unter den Trümmern der Scheune versteckten sich viele Glutnester, die aufwändig geortet und gelöscht werden mussten.

Großbrand in Warstein-Allagen: 122 Einsatzkräfte vor Ort

In Spitzenzeiten waren 122 Einsatzkräfte aus dem Stadtgebiet Warstein, Soest und Möhnesee vor Ort. Mit warmen und kalten Getränken sowie Frühstück stand das DRK Warstein den Einsatzkräften zur Verfügung. Gegen 9 Uhr wurde „Einsatzende“ gemeldet. Danach ging es für die Einsatzkräfte zurück in ihre Gerätehäuser, um die Fahrzeuge für den nächsten Alarm einsatzbereit zu machen.

Dafür rückte schon während des laufenden Einsatzes die Feuerwehrtechnische Zentrale des Kreises Soest an, um mit ihrem „Abrollbehälter-Atemschutz“ die gebrauchten Atemschutzgeräte gegen frisches Material auszutauschen. Zudem waren das Warsteiner Ordnungsamt und die Stadtwerke im Einsatz.

Zur Brandursache gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Erst am vergangenen Wochenende hatte es die Feuerwehr Warstein mit einem Großeinsatz zu tun, bei dem zwei Brände parallel bekämpft werden mussten. Die Polizei ging davon aus, dass die Brände das Werk eines Brandstifters waren. Anfang August wurde die Feuerwehr in Allagen schon einmal zu einem Großbrand gerufen.

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