"Autoartistik" auf Hagebau-Parkplatz in Warstein 

Es quietschte, qualmte und krachte: "Adrenalin und Benzin im Blut" 

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Artistische Einlagen gab`s zuhauf.

Warstein - Action pur gab´s am Sonntag auf dem Parkplatz des Hagebaumarktes. Die „Gebrüder Frank“ präsentierten „Autoartistik auf höchstem Niveau“. Es qualmte, quietschte und krachte

Was sich so gefährlich anhört, ist für das neunköpfige Team der „Gebrüder Frank“ harte Arbeit. Vor allem viel Training. In Warstein blieb dafür nicht allzuviel Zeit, schließlich war der Parkplatz am Samstag noch von Besuchern des Baumarktes bevölkert. Bereits vor zwei Jahren war die Stunt-Truppe in Warstein zu Gast. Und weil damals die Zuschauerzahlen stimmten – „Wir benötigen für unseren Aufwand rund 300 bis 400 Zuschauer“, sagt Michael Frank – sind die Franks wieder in die Wästerstadt gekommen. Zuvor traten sie im 300 Kilometer entfernten Kitzingen auf. Alle zwei Jahre machten sie ihre bewährte Deutschland-Rundtour. Die Wünsche der „Gebrüder Frank“ erfüllten sich. Trotz der Ferienzeit bevölkerten gestern rund 300 Zuschauer die Ränge hinter den Absperrgittern, um „Autoartistik auf höchsten Niveau“, wie es hieß, zu erleben. Von Beginn ihrer zweistündigen Show an geben die Frank-Leute Gas. Auf zwei Rädern fahren – mit Autos und Quads, durch Feuerringen jagen, sich ungesichert auf dem PKW-Dach während der Fahrt festklammern oder – fürs Ende aufbewahrt – schlichtweg mit fünf Tonnen Monster-Truck-Gewicht alte, ausgediente Kleinwagen zerquetschen. Gerade für Letzteres haben die PKW-Artisten Bedarf an Altfahrzeugen. In Warstein meldeten sich drei Besitzer ausgedienter Altkarossen und boten sie an. Mit dem Transporter wurden die Autos abgeholt und enden nun mit Beginn des Sonntagsnachmittags als nicht mehr zu reparierende zerquetschte Metallpakete. Vom neunköpfigen Team sind an diesem Morgen fünf Akteure auf dem Platz: Geoffrey, Milano, Franki, Michael und Stunt-Koordinator Rinaldo – genauer sechs, man darf ja den Nachwuchs nicht vergessen: Der sechsjährige Alessandro präsentiert sein etwas kleineres, blaues Quad. „Wir sind ein Familienunternehmen. Brüder, Neffen, Schwager“, erklärt Michael Frank. Was sie vereint: „Wir sind alle ins Geschäft reingeboren, wir haben Adrenalin und Benzin im Blut. Und wir brauchen den Adrenalin-Kick.“ Und dieser Kick überträgt sich an diesem Morgen nach und nach auch auf die Besucher. Sie bestaunen, was das Frank-Team so alles auf die Beine bzw. Räder stellt. Drehen auf der Stelle, Mitfahren auf dem Autodach, qualmende Autoreifen, Fahrt durch den Feuerreifen, mehrfacher Autoüberschlag und eben das Steuern der beeindruckenden 400-PS-Monster-Trucks mit dem Kleinwagen oben drauf quasi als Steuer-Kabine. Zwischendurch gibt´s Getränke und Popcorn und neben Musik-Untermalung auch eine Kommentierung, bei der es nicht nur Sicherheitshinweise gibt, sondern auch so manche Information rübergebracht wird. Etwa, dass es zwar eine Veranstaltungsversicherung gibt, dass aber die Akteure über keine Krankenversicherung verfügen, weil es schlichtweg wegen des hohen Risikos keine Gesellschaft gibt, die sie aufnimmt. Und in der Tat blitzen hin und wieder die Gefahren auf, in die sich die Fahrer begeben. Nach einem Überschlag platzt bei Chef-Fahrer Geoffrey der Airbag des kleinen roten Honda. Es gibt eine Schrecksekunde, dann signalisieren die Kollegen eine Handverletzungen, aber Geoffrey entsteigt dem Auto und beißt die Zähne zusammen. Oder war es doch nur ein Teil des Programms, wie andere kleine eingebaute Gags, zu denen die Fahrer sich gern junge Damen aus dem Publikum holen, die dann bei den rasanten Touren mitfahren dürfen? Zum Abschluss ist das Publikum am Zuge und darf den Platz stürmen - für Erinnerungsfotos vor den Monster-Trucks. Oder noch lieber vor und auf den zerdepperten Fahrzeugwracks. Nach der einen Aufführung in Warstein, wenn das Adrenalin wieder auf Normal-Level gesunken ist, heißt es für die Franks: Zusammenpacken. Dann geht´s zum nächsten Veranstaltungsort. Der ist diesmal gar nicht so weit. Die Autoartisten müssen nur rund 50 Kilometer fahren bis zum Marktkauf-Parkplatz nach Marsberg, wo sie als nächstes auftreten. Wieder am Sonntag, wieder um 11 Uhr, wieder nach dem Verklingen der Kirchenglocken...

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