Tradition reicht bis ins Mittelalter

Kirchliches Segen für neues "Heiligenhäuschen"

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Ökumenische Freude herrscht über die Fertigstellung des neuen Heiligenhäuschens.

Warstein. „So werden Feiertage sichtbar“, freute sich Dietmar Lange. Gemeinsam mit Heimleitung, Handwerkern und den Priestern beider Konfessionen war er in den Garten des DRK-Seniorenzentrums gekommen, um den neuen Bildstock in Augenschein zu nehmen, bevor dieser seinen kirchlichen Segen erhalten sollte.

Als Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinden unterstrichen Markus Gudermann und Uwe Müller den ökumenischen Charakter des Bildstocks. Zum ersten Mal, so Gudermann, dürfe er ein neues Heiligenhäuschen segnen: „Das ist außergewöhnlich“. Zwar reiche die Tradition dieser besonderen Gedenkorte bis ins Mittelalter zurück, und noch heute finde man sie vornehmlich in der Feldflur, aber „ich habe es noch nicht praktiziert einen neuen einzuweihen“. Damit Heimbewohner beider Konfessionen hier beten und zur Ruhe kommen könnten, habe man bewusst auf das Aufstellen von Heiligenfiguren verzichtet. Stattdessen brachte Ortsvorsteher Dietmar Lange ein Kruzifix aus dem Nachlass eines Gemeindemitgliedes mit zum Besichtigungstermin. Das etwa 150 Jahre alte Kreuz mit Lebensbaum-Motiv befand sich zuletzt im Besitz der Kirchengemeinde. Für dieses besondere Geschenk bedankte sich Geschäftsführerin Ute Spork. Mit ihm als Mittelpunkt werde der Bildstock nicht nur die neue Gartenanlage verschönern: „Der Bildstock wird auch ein pastoraler Ort sein.“ Ein dickes Lob der Heimleitung ernteten auch die Handwerker Karsten Budde (Dachdecker), Detlef Hoppe (Maurer), Martin Dicke (Zimmermann), Uwe Glänzer (Maler), Markus Mies (Fliesenleger) und Franz Linneboden (Metallarbeiten). Als Meister ihres Fachs hätten sie ihre Kraft und ihr Können ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache gestellt. Dem konnte sich Detlev Winkler als Vorsitzender des DRK Ortsvereins Warstein nur anschließen. Bevor sich alle Beteiligten zum kleinen Imbiss zurückzogen, kündigte Markus Gudermann das Ereignis des nächsten Tages an. Die Fronleichnamsprozession werde, wie schon seit einigen Jahren, im Garten des Seniorenzentrums Halt machen: „Das ist hier unsere zweite Segensstation.“ Während der Andacht mit Gebeten, Gesängen und der Einweihung des Bildstocks warte eine besondere Ehre auf das weiß gestrichene Backsteinhäuschen: „Ich werde das Allerheiligste in ihm abstellen.“

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