Mit Frau Höpker körpereigene Glückshormone ersungen

Mitmachen und Mitsingen war am Samstagabend beim Konzert mit „Frau Höpker in der Aula in Belecke angesagt. Per Beamer wurden die Texte auf eine Leinwand projeziert.

Belecke -  Die Quintessenz des Abends lieferte die erste Zugabe. „Ein Feuerwerk aus Endorphinen“ besingt Andreas Bourani in seiner Hymne „Auf uns“ und genau das traf es: Sich selbst konnten die etwa 300 Besucher am Samstag in der Neuen Aula feiern – angereichert mit massenweise körpereigener Glückshormone.

Dieses legale Aufputschmittel – bei passend regnerischem Wetter – hatten die (nun) Glücklichen dem sicheren Händchen der Kulturinitiative für gute Engagements und der Künstlerin Katrin Höpker zu verdanken. Die Kölner Profimusikerin hatte zum Mitsingkonzert geladen. Die für die heutige Zeit äußerst höfliche Aufforderung „Frau Höpker bittet zum Gesang“ steckte unmissverständlich den Rahmen ab: Stimmungsvoll und kultiviert sollte es zugehen – doch dabei keineswegs steif.

Dafür sorgten zum Einen die mitgebrachten, stets neu aufs Publikum abgestimmten, Musiktitel – vom Popsong, über Schlager und Volkslied, bis hin zum Evergreen – dafür sorgte zum Anderen die Musikerin in erster Linie jedoch selbst. Stilvoll im weißen Hosenanzug und mit warmer, sonorer Stimme begrüßte sie ihre Gäste herzlich, instruierte kurz, ging in flotten Dialogen auf die Anwesenden ein – schaffte es so alsbald, dass es im Saal bald nur noch eine Stimme gab: Die eines einzigen großen Chores. „Vertrauen Sie auf Ihre beiden besten Festplatten- gönnen Sie sich den Luxus: Schalten sie die nächsten zwei Stunden ab“, empfahl Sie noch und schon ging es für alle – ganz im Sinne Reinhard Meys- „Über die Wolken“. Die Singfreudigen positionierten sich bei diesem „Warm-Up“ im Bühnenraum so, dass jeder einen freien Blick auf die Texte hatte, die via Beamer auf einer großen Leinwand sichtbar wurden und dass jedem genug Raum blieb – zur Entfaltung von Stimme und Bewegung,

Das war bereits beim zweiten Titel auch nötig: Abbas „Dancing Queen“ nahmen viele bereits wörtlich, erste Arme flogen hoch, Knie wippten und auch die Stimmen schlugen schnell „Kapriolen“. Diejenigen, denen das Stehen über den längeren Zeitraum zu anstrengend war, hatten sich auf den bereit gestellten Stühlen rund um den „Chorraum“ platziert. Zwischen den flotten, zum Teil englisch-sprachigen Titeln versäumte es die Künstlerin nicht immer wieder ihre „Logen abzuholen“. Ob im Kanon „Froh zu sein bedarf es wenig“, „Im Wagen vor mir…“ oder Claire Waldorffs Klassiker „Wer schmeißt denn da mit Lehm?“ aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – auch die ältere Generation hatte ihre Freude am Mitsingabend.

„Es gibt keine Grenzen, alle können es“, betonte Fr. Höpker, ihr Querschnitt durch die Songs der 70er und 80er Jahre zeigte aber, dass das Gros der Anwesenden die Zeit der Parkas und nach Patchouli duftenden Palästinensertücher juendlich aktiv erlebt hatte und nur zu gern den „Stairway to (Music-)Heaven“ erklomm. Obwohl Katrin Höpker die Schnelllebigkeit der heutigen Musikszene kritisierte, hatte sie, neben Andreas Bourani, noch einen weitern jungen Titel im Gepäck.

Das schmerzliche Liebeslied „Herz über Kopf“ von Joris funktionierte mit seinem neuen, alten Thema und der eingängigen Melodie bestens - auch über die Generationen hinweg. Und als Fr. Höpker nach drei Gesangsblöcken á 40 Minuten zuzüglich zwei Pausen vorsichtig und charmant auf ein nahes Ende der Veranstaltung hindeutete, war sich das Publikum in seinem Bedauern ebenso einig wie in dem inbrünstig gesungenen Schlusslied „Thank you for the music, the songs I´m singing, thanks for all the joy they´re bringing…“ -  lm

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