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Florian Nachtwey setzt im „Maria Hilf“ Warstein Millionen-Investitionen in Gang

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Von: Reinhold Großelohmann

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Florian Nachtwey attestiert dem „Maria Hilf“ gute Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit. Deshalb wird nun kräftig investiert.
Florian Nachtwey attestiert dem „Maria Hilf“ gute Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit. Deshalb wird nun kräftig investiert. © Großelohmann, Reinhold

Warstein – Das „Wir“ und „Uns“ kommt ihm schon wie selbstverständlich über die Lippen. Auch wenn er nach wie vor im Übergang ist und in einer Ferienwohnung ein paar Schritte entfernt wohnt. Doch der 41-Jährige wirkt schon angekommen im Warsteiner Krankenhaus. Auch wegen seiner blank polierten Espresso-Maschine auf dem Sideboard, die am Arbeitsplatz doch viel sinnvoller sei, als am Schlafplatz. Denn Arbeit hat der Diplom-Gesundheitsökonom genug vor der Brust. Zukunftsfähig will er das Maria Hilf machen. Was man dazu braucht? Erst recht in diesen schwierigen (Corona-)Zeiten? Mindestens zwei Dinge: Zum einen Erfahrung in der Sanierung von Kliniken. Zum anderen Geld. Am besten Millionen. Zum Glück ist Dank eines Investors beides im Warsteiner Krankenhaus Maria Hilf vorhanden.

Die Sanierungserfahrung kommt durch die „Hospital Management Group GmbH“ in Person von Florian Nachtwey ins Haus. Das Geld dank des schwedischen Investors Altor, der schon beim Einstieg vor drei Jahren eine klare Investitionszusage machte und dies 2019 durch die Komplettübernahme der Gesellschafteranteile noch einmal bestärkte. Florian Nachtwey konkretisiert: „Der Träger steht zu diesem Haus. In diesem Jahr haben wir einen zusätzlichen Invest von über einer Million Euro. In den nächsten beiden Jahren in ähnlicher Größenordnung, und vielleicht noch etwas mehr.“ Mitte 2019 veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie, die behauptetet, es gebe zuviel Krankenhäuser und dabei vor allem die kleinen Häuser in Frage stellte. Diese Studie ärgert Florian Nachtwey, auch weil er es zum Beispiel Warstein anders sieht. Etwa bei der Notfallversorgung, für die das Maria Hilf „unbestritten relevant“ ist, sagt er. „Hier findet eine hochkarätige Erstversorgung statt.“ Aber auch die „Grund und Regelversorgung“ im Krankenhaus bezeichnet er als „sehr gut“ und spricht von einem „hohen Qualitätsniveau“. Nachtwey: „Wir haben hier überdurchschnittlich gute Chefärzte. Aber das hat sich leider noch nicht herum gesprochen.“

Auch dies zu ändern, steht auf seinem langen Arbeitsplan. „Was dieses Krankenhaus braucht, sind mehr Patienten“, so seine feste Überzeugung. Gerade in diesen Corona-Zeiten spüre man eine „deutliche Zurückhaltung der Bevölkerung“, die Leistungen des Hauses ambulant oder stationär in Anspruch zu nehmen. Das aber sei unbedingt notwenig, um das defizitäre Haus wirtschaftlich wieder auf den Weg zu bringen. Ganz kurzfristig sei das nicht möglich. Mit diesem Anspruch „würde ich auch der Leistung der bisherigen Geschäftsführung nicht gerecht“, sagt er. Schwarze Zahlen will er „mittelfristig“ erreichen. Und am liebsten mit einer zusätzlichen Station.

Insbesondere die Digitalisierung soll im Maria Hilf einen Sprung nach vorn machen. „Die Dokumentation mit Zettel und Stift“ will er beenden. Und: „Optisch soll das Haus auf Höhe der Zeit.“ In Medizintechnik und in den Brandschutz werde investiert. Und in Personal. Gerade habe man bei Pflegekräften die „Gehaltslücke“ geschlossen, die es noch aus Sanierungszeiten gab. Korrekte Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sollen sich herum sprechen, um im Wettbewerb um gute Mitarbeiter mithalten zu können.

„Es gibt hier einen positiven Blick in die Zukunft“, sagt Florian Nachtwey und meint sowohl den Eigentümer und seine Person als Geschäftsführer als auch das Personal. Im Haus spüre er „hohe Veränderungsbereitschaft. Wir alle wollen den Standort voran bringen“.

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