Von hoher Auszeichnung überrascht:

Feuerwehrehrenkreuz macht Wehrführer Michael Döben sprachlos

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Michael Döben wurde mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.

Warstein – „Ihr erlebt mich selten sprachlos aber das hier hat mich umgehauen.“ Michael Döben verlor während der Verleihung des Deutschen Feuerwehrehrenkreuzes in Silber am Freitagabend im Festsaal der LWL-Klinik kurz die Fassung. Dass seine letzte Jahresdienstbesprechung im Amt des Stadtbrandmeisters ihm die zweithöchste Auszeichnung auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens in der Bundesrepublik Deutschland bescheren würde, damit hatte der 59-Jährige nicht gerechnet.

In Würdigung hervorragender Leistungen wird das vom Bundespräsidenten persönlich genehmigte Ehrenzeichen „am Band“ nur an Feuerwehrangehörige verliehen, die sich im besonderen Maße in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr verdient gemacht haben. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke zeichnete den Werdegang des Geehrten von seinem Eintritt in den Spielmannszug im Jahr 1976 über seine Zeit als Löschzugführer in Belecke (1997 bis 2005) bis hin zu seiner Wahl zum Leiter der Feuerwehr Warstein vor zwölf Jahren nach. In dieser Zeit habe Döben unter anderem die Ausbildungsgemeinschaft mit der Feuerwehr Rüthen vorangetrieben: „Die interkommunale Zusammenarbeit liegt im sehr am Herzen.“ Gleiches gelte für die Ausbildung auf Kreisebene. Er selbst schätze Döben als guten Freund und ehrlichen Weggefährten: „Seine menschliche Art beeindruckt ebenso wie seine Fähigkeit, die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen.“

Nichtsahnend hatte der Stadtbrandmeister am frühen Abend die Jahresdienstbesprechung mit dem Verlesen des Jahresberichtes, eröffnet. Dabei verwies er auf das rasante Ansteigen der „Technischen Hilfeleistungen bei Sturm, Hochwasser und Tierrettungen“ von 16 im Vorjahr auf 114 im Jahr 2018. Schuld daran war insbesondere das Orkantief Friederike, das im Januar auch in Warstein schwere Verwüstungen anrichtete. An 47 Einsatzstellen leistete die Wehr erste Hilfe. Umgestürzte Bäume mussten beseitigt, Fahrbahnen gesichert, Menschen und Tiere in Sicherheit gebracht werden. Kreisweit kam es nach den Worten von Kreisbrandmeister Thomas Wienecke zu 933 Sturmeinsätzen: „1495 Einsatzkräfte waren tagsüber unterwegs – das ist sensationell.“ Auf die Auswirkungen des Klimawandels gelte es nun zu reagieren: „Wir müssen uns so aufstellen, dass wir das in den Griff kriegen.“ Verdreifacht hat sich laut Statistik die Zahl der Großbrände. Dabei unterstützten die Warsteiner Einsatzkräfte in zwei Fällen die Lippstädter Wehr. Im Mai beim Großeinsatz im Gewerbegebiet „Südpark“, wo ein Flachdach in Flammen stand und im Juli beim Brand eines Kunststoff verarbeitenden Betrieb im Gewerbegebiet am Wasserturm. 50 Einsatzkräfte rückten im März nach Niederbergheim aus, am Alten Landweg stand ein Einfamilienhaus samt Carport in Flammen. Eisige Kälte behinderte die Löscharbeiten. Döben: „Die Eiszapfen hingen uns an den Jacken.“ Dass immer weniger Brandmeldeanlagen zum Teil blinden Alarm schlagen, 49 Mal im Jahr 2017 und 39 Mal 2018, liegt, so Döben, an der technischen Aufrüstung durch die Betriebe. In fünf Fällen waren Einsätze tatsächlich erforderlich. Auf die leichte Schulter nehmen dürfe man die Brandmeldungen also keinesfalls. Zu kleineren und mittleren Bränden rückte die Wehr 33 Mal (28 Mal im Vorjahr) aus. Es kam zu drei (3) ABC-Einsätzen und 12 Mal (17) musste Technische Hilfe nach Verkehrsunfällen geleistet werden. Hinzu kamen 20 (18) Brandsicherheitswachen, 31 (25) technische Hilfeleistungen in Sachen Ölspuren-Beseitigung, 35 (15) „sonstige Einsätze“ und 23 Mal (8) wurde falscher Alarm in gutem Glauben ausgelöst. Zur Brandschutzerziehung rückten die Wehrfrauen und Männer 26 Mal (16) in Kindergärten und Schulen an.

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