Erste Bilanz

Sturm Sabine in Warstein - Das ist die Bilanz der Feuerwehr

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In der Nacht von Sonntag zu Montag fielen Bäume auch auf der B55 Richtung Meschede, die Einsatzkräfte vom Löschzug Warstein machten die Straße wieder frei.

Nach Erfahrungen mit Kyrill waren alle gut vorbereitet. Die L856 blieb voll gesperrt.

Warstein – Ein altes Volkslied besingt Sabinchen als ein Frauenzimmer, das hold und tugendhaft war. Damit hatte Sabine am Wochenende aber nichts zu, sie verbreitete im Vorfeld Angst und Schrecken und sorgte auch in Warstein für Vorbereitungen auf den Sturm, als noch Ruhe herrschte. 

Allein 96 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bereiteten sich auf Einsätze vor, das Deutsche Rote Kreuz stand mit 18 Leuten parat. Was dann tatsächlich passierte, fasste Forstamtsleiter Edgar Rüther in dem Satz zusammen: „Es war längst nicht so dramatisch wie befürchtet“. 

Alle Wachen besetzt

Die Schäden im Wald, an Gebäuden und Autos waren bei weitem nicht so groß wie bei Kyrill im Januar 2007, der im Vorfeld gern zitiert worden war. Doch hatte der damalige Orkan mit dazu geführt, dass die Vorbereitungen ganz anders verliefen, wie es Feuerwehrchef Donat Ahle nun schilderte: „Wir hatten genug Zeit, ab Freitag alles zu planen.“ Als dann ab Sonntagabend bis in die Nacht Sabine über das Stadtgebiet hinwegfegte, da wurde sie bereits erwartet. 

Alle Feuerwachen in den Ortsteilen waren besetzt, es waren Dienst- und Ruhezeiten organisiert, und insgesamt musste etwa 25 Mal zu umgestürzten Bäumen ausgerückt werden. Hinzu kamen am Montagmorgen zehn Aufträge für den Betriebshof, dessen Kolonnen ebenfalls Bäume entfernen mussten. 

Besprechung an der Einsatzstelle: Wehrführer Donat Ahle mit den Führungskräften der Löschgruppe Allagen.

Unabhängig davon beauftragte das Forstamt einen Unternehmer, der kurzfristig mit einem Harvester zum Hesenberg in Belecke kam, wo ein Baum in einen Garten gestürzt war und wo neben dessen Entfernung 20 weitere Bäume vorsorglich entnommen wurden. 

Neben den Schulkindern hatten am Montag auch die Waldarbeiter frei: „Es wäre unverantwortlich gewesen, sie schon loszuschicken, um im Wald umgestürzte Bäume entfernen zu lassen. Wir haben bei einer ersten Bestandsaufnahme gesehen, dass sich die Schäden in Grenzen halten. Wenn sich das Wetter beruhigt hat, schauen wir genauer hin“, sagte Edgar Rüther. Dass außer der Schadensbilanz auch die Verkehrsstörungen überschaubar bis kaum spürbar waren, lag an an der Vorausschau. Die einzige etwas längere Sperrung gab es auf der L 856 zwischen Niederbergheim und Hirschberg, wo es erst im Herbst drei Wochen lang eine Vollsperrung wegen Baumfällarbeiten wegen des Borkenkäferbefalls gegeben hatte.

Sperrung aufgehoben

 Die Sperrung, die am Montag im Laufe des Tages wieder aufgehoben worden war, hatte Straßen NRW veranlasst, der Abschnitt war eine von 21 Vollsperrungen wegen Sabine in ganz Südwestfalen. Durch die Besetzung der Feuerwachen war der sofortige Einsatz im Alarmfall gewährleistet, die Kräfte mussten nicht erst von zuhause aus zusammengerufen werden. 

„Dadurch haben wir viel Hektik aus der ganzen Sache genommen“, sagte Donat Ahle. Unterstützt wurden die Rettungskräfte durch die Stationierung eines Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes an der Feuerwache Warstein, und der DRK-Ortsverein positionierte einen Wagen an der Feuerwache Hirschberg. Damit war für den Notfall der Patiententransport ohne Zeitverzögerung gewährleistet für den Fall, das die Landstraße zwischen Warstein und Hirschberg wegen eines Sturmschadens blockiert gewesen wäre. 

16 zusätzliche Helfer

Die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen kam noch an anderer Stelle zum Tragen: Der DRK-Ortsverein Warstein übernahm die Versorgung der Feuerwehr-Einsatzkräfte mit einer warmen Mahlzeit und Kaltgetränken. „Unsere Leute haben Chili con carne gekocht und mit Aufbackbrötchen verteilt“, so Rotkreuzleiter Gregor Müller. Dazu waren allein 16 Helferinnen und Helfer im Einsatz, und möglich geworden ist das durch den Einbau einer großen Küche im Vereinsheim am Josefswäldchen. „Es gibt eine Vereinbarung zwischen der Feuerwehr und uns, was zu tun ist. Es gibt verschiedene Szenarien, die reichen bis hin zu einer Einsatzlage für mehrere Tage mit entsprechender Versorgung“, sagt Gregor Müller. 

Es seien immer Vorräte für 100 Essensportionen vorhanden, wobei in diesem Fall gegolten hätte: „Schön an dem Sturm war, dass wir drei Tage vorher davon wussten und uns vorbereiten konnten“. Sabine war ein Frauenzimmer, dessen Kraft am Montag um 0.30 Uhr so gut wie verbraucht war. Es soll bis Donnerstag noch einige kleinere Nachwirkungen geben, die Überraschungen enthalten können. Wohl aber nicht in dem Maße, wie sie fürs Wochenende angekündigt waren. In Warstein hat sich aber gezeigt, dass die sich für die Sicherheit der Bevölkerung einsetzenden Ehrenamtler – das sind sie in der Mehrzahl – gut vorbereitet sind. 

Verhindert hat die aktuelle Wetterlage allerdings einen für heute geplanten Termin für die Stadt: Die offizielle Urkundenübergabe „PEFC-Waldhauptstadt 2020“ musste abgesagt werden: „Der Termin wird zu einem späteren Zeitpunkt – bei hoffentlich besserem Wetter! – nachgeholt“, heißt es seitens der Verwaltung.

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