Detlef Gründer steht vor Farbwahl für Schloss Mülheim

Fassade in Weiß oder Schlossgelb?

+
Detlef Gründer auf der Treppe zum Garten. Er hat Farbproben für den Fassadenanstrich anbringen lassen.

Sichtigvor – In welcher Farbe soll das Schloss Mülheim zukünftig erstrahlen? „Die Bürger können mitentscheiden, ob das Schloss weiß oder gelb angestrichen werden soll“, fordert Detlef Gründer, Besitzer des Schlosses Mülheim, alle Warsteiner zu einer Abstimmung auf. Er würde sich nach der Mehrheit richten, und nennt das „Schlossgelb“ als seine persönliche Wahl. An mehreren Stellen der Fassade wurde es bereits aufgetragen, um einen Eindruck zu bekommen.

Der Diplom-Kaufmann aus Lippstadt ist in diesen Tagen häufig im Möhnetal in der imposanten Immobilie und entdeckt „ständig Neues“. Detlef Gründer ist auch bereit, andere Menschen an seiner Faszination für das Schloss teilhaben zu lassen: „Am vergangenen Sonntag waren gut zehn Leute hier und waren interessiert, wie es wohl von innen aussieht. Ich habe sie hindurchgeführt, und sie waren imponiert“.

Detlef Gründer ist zuversichtlich, dass er seine Umbaupläne für das Haupt- und die Nebengebäude verwirklichen kann mit dem geplanten Einbau von Balkonen, die das Landesdenkmalamt in Münster genehmigen muss: „Mein erster Ansprechpartner ist die Stadt Warstein als Untere Denkmalbehörde, und da habe ich schon Tipps bekommen, was für die genehmigung zu machen ist. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass Münster mitspielen wird“. Zumal dort auch die Farb-Diskussion angestoßen wurde. Detlef Gründer hat daraufhin Ausflüge unternommen zu Schlössern und Klöstern in der Umgebung, und auf das sogenannte Schlossgelb ist er mehrfach gestoßen.

Bevor es um diese wichtige Äußerlichkeit geht, sind die Innenarbeiten bereits gestartet. Handwerker Marcel Stockhove hat sich bereits eine Werkstatt eingerichtet und Wände eingerissen sowie Böden abgeschliffen. So ist er in einem Zimmer auf einen Holzboden gestoßen, der im Fischgrätmuster verlegt wurde: „Der stammt vermutlich aus der Bauphase des Schlosses, also aus der Zeit um 1680“, meint Detlef Gründer .

Auch in anderen Räumen wurden unter mehreren Schichten Linoleum, PVC und Spanplatten bereits alte Holzbohlen freigelegt. Erstmals sind zwei Buntglasfenster in der Kapelle wieder zu sehen, die zugemauert waren. Von außen erscheinen sie nur als dunkle Stellen in der Mauer, innen erstrahlen sie durch den Lichteinfall. Sie sollen restauriert werden.

Alte Kamine kommen wieder zum Vorschein, die ebenfalls zugemauert worden waren. Sie sollen in den zukünftigen Wohnungen als besondere Gestaltungsmerkmale zum Tragen kommen. „Aber noch nicht in diesem Jahr“, sagt der Schlossbesitzer, der aber von einem Einzug der Mieter oder Eigentümer in 2020 ausgeht. Zwar gehört ihm derzeit tatsächlich nur das Hauptgebäude, aber die Zwangsversteigerungen für die Rentei und die Grundstücke sind in Vorbereitung. Das ehemalige Pfarrhaus ist im Besitz der Kirche, Detlef Gründer geht aber davon aus, es ebenfalls erwerben zu können.

Parallel zu den Arbeiten macht er sich daran, Fördermittel aus Töpfen der Denkmalpflege zu beantragen, und Vermarktungsmöglichkeiten auszuloten: „Solch ein Objekt ist interessant für große Stiftungen als Kapitalanlage“.

Bei der Raumgestaltung stützt sich Detlef Gründer auf die Pläne, die Architekt Lohmann aus Brilon für die Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt angefertigt hat. „Die Aufgabe macht mir Freude, sie ist etwas Außergewöhnliches“, sagt der Diplom-Kaufmann. In der kommenden Woche trifft er sich mit dem Heimatverein, um mehr über sein Schloss zu erfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare