Sturmtief "Eberhard"

Erste Sturmbilanz der Feuerwehr Warstein: Vergleich mit "Friederike" - Unverständnis über Autofahrer

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Am Stimm-Stamm stürzte noch während eines laufenden Einsatzes ein weiter Baum um.

Warstein - Michael Döben, Leiter der Feuerwehr Warstein, zog im Gespräch mit unserer Redaktion in der Warsteiner Feuerwehrwache eine vorläufige Bilanz und zeigte großes Unverständnis über manche Autofahrer.

"Es waren und sind alle Einheiten der Feuerwehr Warstein im Einsatz. Gegen 16 Uhr wurden wir zu den ersten Sturmeinsätzen alarmiert", schilderte Döben. 

Kurz darauf alarmierte die Rettungsleitstelle alle Ehrenamtler mit dem Stichwort "Unwetteralarm", daraufhin wurden die Feuerwehr-Gerätehäuser in den einzelnen Orten besetzt, sodass die Einsätze umgehend abgearbeitet werden konnten. "140 Einsatzkräfte der Feuerwehr Warstein sind - Stand 18.30 Uhr - zu 30 Einsätzen im Stadtgebiet gerufen worden", so Döben in seiner vorläufigen Bilanz. 

Der Sturmtief-Tag im Ticker

In seinen Augen sei das Sturmtief "Eberhard" mit dem Sturm "Friederike" aus dem Jahr 2018 vergleichbar gewesen. Während der Einsätze war größte Vorsicht der ehrenamtlichen Retter gefordert. "Ein, zwei Leute mussten immer den Blick nach oben halten und darauf achten, dass die Einsatzkräfte nicht selbst gefährdet werden". 

Sturmtief Eberhard: Die Fotos

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Dies demonstrierte ein Einsatz um kurz nach 16 Uhr am Stimm-Stamm: Noch während ein auf der Straße liegender Baum von der Feuerwehr zerkleinert und beseitigt wurde, stürzte mitten in der Einsatzstelle ein weiterer Baum um. Hier funktionierte der Eigenschutz: Die Einsatzkräfte warnten sich rechtzeitig und blieben allesamt unverletzt. Der Eigenschutz ist die oberste Priorität bei den freiwilligen Helfern: "Wir sind mittlerweile soweit, dass wir nicht jeden Baum sägen. Ist die Lage entsprechend, sperren wir die Straße. Das ist für alle besser", betonte Döben.

Nicht nur Bäume stellten Gefahr dar

Doch nicht nur umfallende Bäume stellten eine immense Gefahr dar. Auch renitente Autofahrer sorgten für Fassungslosigkeit: So berichtete ein Feuerwehrmann des Löschzugs Warstein: "Während wir auf dem Weg zu einem umgestürzten Baum auf dem Stimm-Stamm waren, überholte uns ein Autofahrer. Plötzlich kam Gegenverkehr. Das vollbesetzte Einsatzfahrzeug musste eine Vollbremsung hinlegen, um einen schweren Verkehrsunfall zu verhindern. Grundsätzlich betonte Michael Döben, dass ihm jegliches Verständnis für alle Autofahrer fehle, "die bei einer derartigen Wetterlagen meinen, durch den Wald fahren zu müssen. Auch dass haben wir erlebt!" 

Bei Kallenhardt bezahlte ein 47-jähriger Autofahrer aus Bad Fredeburg die Fahrt über die "Nuttlarer Rennstrecke", die L776, um 15.54 Uhr mit seinem Leben. Sein Auto wurde während der Fahrt von einem herabstürzenden Baum erfasst. Der Mann war sofort tot. "Die Rettung der Verunfallten gestaltete sich für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei schwierig, da während der Maßnahmen weitere Bäume durch den anhaltenden Sturm entwurzelt wurden. Die Straße blieb über Stunden gesperrt.

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