Ergänzung der Kriegs-Geschichte im Allagener Heimatbuch

Theo Pankoke und Rainer Kleeschulte präsentieren die Ergänzung zu einem dünnen Kapitel des Heimatbuchs.
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Theo Pankoke und Rainer Kleeschulte präsentieren die Ergänzung zu einem dünnen Kapitel des Heimatbuchs.

Allagen - Ausgerechnet die „Bibel“ der Allagener Ortsgeschichte, das Buch „Geschichte des Kirchspiels Allagen“ aus dem Jahr 1967 mit seinen 343 Seiten, behandelt ein Kapitel äußerst dünn. Der 2. Weltkrieg und das Kriegsende ist vom Autor Hauptlehrer a.D. Bernhard Kraft auf nur sieben Seiten zusammengefasst, wobei der traurigste Teil, die Namen der gefallenen Soldaten aus dem Ort, allein vier Seiten ausmachen. Theo Pankoke aus Westendorf wusste: Das kann nicht alles gewesen sein.

Von Peter Teichmann

Insbesondere das Kriegsende vor 70 Jahren mit den sich überschlagenden Ereignissen zwischen Kampfbereitschaft bis zum bitteren Ende oder der Kapitulation, das in diesen Tagen für fast alle Stadtteile Warsteins wegen guter Quellen ausführlich beschrieben wurde, ist für Allagen auf schmalen zwei Seiten chronologisch erfasst.

Für Theo Pankoke, bei Kriegsende ein Junge im Alter von acht Jahren, hat sich die Dramatik in den Teilen eingebrannt, die er selbst erlebte wie die tragische Unfalltode von Schulkameraden durch verstreut liegende Munition, waren diese Bemerkungen in dem Heimatbuch zu wenig.

Der frühere Landwirt befasst sich in einem Kreis von sechs Heimatkundlern regelmäßig im Haus Dassel mit den Ereignissen und Entwicklungen, die Allagen und seine Ortsteile ausmachten. „Da fügen wir immer neue kleine Stückchen zusammen, und manchmal kommen auch Informationen von außen, die wir aufnehmen und in das Vorhandene einarbeiten“, erzählte der 78-Jährige gestern im Haus Dassel. Hausherr Rainer Kleeschulte hatte ihn ermuntert, insbesondere die Geschichten rund um das Kriegsende in Allagen aufzuschreiben. Und das ist für die Menschen von großem Interesse, glauben Pankoke und Kleeschulte.

Denn außer den eigenen Erinnerungen hat der Autor auch Gespräche geführt mit alten Allagenern, die noch selbst Erinnerungen haben, oder auch mit Nachfahren, die überlieferte Geschichten weitergegeben haben.

So ist eine kleine Mappe entstanden, die die allgemeinen Geschehnisse umfasst, aber auch viele persönliche Details enthält. Theo Pankoke hat sie alle aufgeschrieben, und auch immer die Namen genannt, die damit verbunden waren. Und das macht für ihn eine Veröffentlichung schwierig: „Weil einige Personen noch lebe, oder ihre Nachkommen, die davon berührt sein könnten, sollte die Allgemeinheit mit gebotener Diskretion davon erfahren“.

Theo Pankoke und Rainer Kleeschulte haben sich darauf verständigt, dass die Notizen im Haus Dassel verbleiben und dort eingesehen, aber nicht mit nach Hause genommen oder kopiert werden können. Was derzeit vorhanden ist, muss noch nicht der Schluss sein: „Wer noch etwas beitragen möchte, kann das gern tun“, so Theo Pankoke. Wobei er allerdings davon ausgeht, das meiste erfasst zu haben.

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