„Emotions pur“ in Tier-Gemälden und Porträts

Antje Peters und Barbara Leipzig (vorne) stellen bis zum 18. Mai ihre Gemälde in der LWL-Tagesklinik aus.

Warstein - Dunkles Entsetzen, der Versuch eines Lächelns und ein zähnefletschender Hund, der „nur spielen“ will – in ein Wechselbad der Gefühle taucht ein, wer die Ausstellung „Esprit“ in der LWL-Tagesklinik besucht. Gefühle, mit denen sich die Kunst beschäftigt, ob verschlüsselt, in fließenden Übergängen oder krassen Gegensätzen, führte Chefarzt Dr. Martin Gunga in seinen begrüßenden Worten an. Böten sie doch dem Betrachter die Möglichkeit, sich mit ihnen auseinander zu setzen.

„Emotions pur“ versprach anschließend eine der beiden ausstellenden Künstlerinnen. In den Werken von Antje Peters (Hamm) verstecken sie sich unter anderem in Tierabbildungen. Eine ganze Serie von Porträts vermittelt hingegen ganz direkt, was in den abgebildeten Gesicherten vorgeht. Titel wie „Gepanzerte Leere“ oder „Gelangweilt – I could clean the bathroom“ sprechen für sich. Dabei bedient sich die Malerin einer Vielzahl von Techniken und Materialien. Ihre Werke bewegen sich meist zwischen Acryl und Ölmalerei, doch auch Mischtechniken kommen zum Einsatz. Antje Peters ist seit ihrem Studienabschluss am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (Bochum) im Jahr 2012 Schülerin in der Meisterklasse von Era Freidzon. Auch die zweite Künstlerin, Barbara Leipzig aus Lünen, hat nach ihrem Diplom in Malerei und Grafik eine Meisterklasse besucht und 2014 bei Professor Dr. Qi Yang abgeschlossen. Ihre beeindruckenden Werke im meist fotorealistischen Stil zeigen oft auf den ersten Blick „nur“ Nebensächlichkeiten, wie zum Beispiel Türen. Doch schnell spürt man die Faszination, hinter diese verschlossenen Türen sehen und sie näher ergründen zu wollen. Unter der Überschrift „Frauenrecht“, zeigt Barbara Leipzig eine ganze Serie dieser Ein- und Ausgänge. Hinter ihnen verbirgt sich mal ein „Mädchen im Iran“ und dann wieder ein „Mädchen in Europa“. Ein verwittertes und mit schwerem Schloss blockiertes Tor hat die Künstlerin mit „Verriegelte Tür zum Inneren“ (einer Frau) überschrieben. Wer genau hinsieht, erkennt kleine Risse. Die bröckelnde Fassade lässt manchmal tiefe Einblicke zu. „Symbolisch verschließen wir die Tür zu unserem Inneren“, erklärt die Künstlerin, „aber wer wirklich verstehen will, der findet auch Möglichkeiten.“ - ig

Die Ausstellung kann bis zum 18. Mai 2016 während der Öffnungszeiten der Tagesklinik, wochentags von 8 bis 16 Uhr, besucht werden.

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