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Ein Jahr Maskenpflicht: Plötzlich wurde überall genäht

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Von: Reinhold Großelohmann

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Lachende Gesichter, als es nicht viel zu lachen gab.
Lachende Gesichter, als es nicht viel zu lachen gab. © Großelohmann, Reinhold

Zu Anfang der Corona-Pandemie wurde noch heftig darum gestritten, ob Masken im Gesicht Sinn machen. Am 27. April 2020 erklärte die Regierung dies trotzdem zur Pflicht.

Warstein - Zu Anfang der Corona-Pandemie wurde noch heftig darum gestritten, ob Masken im Gesicht Sinn machen. Die Frage, schützen sie den Träger, schützen Sie den Menschen gegenüber oder ist das Tragen für beide sinnvoll, musste erst von den Virologen entschieden werden.

Im Laufe des Aprils 2020 passierte dies und wurde schließlich in eine Verordnung gegossen, die ab 27. April 2020. heute vor genau einem Jahr, Gültigkeit erhielt.

Riesiger Bedarf an Masken

Von einem Tag auf den anderen entstand plötzlich ein riesiger Bedarf an Masken aller Art. Der Markt konnte nicht im Ansatz den Bedarf decken. Die Nachfrage ließ die Preise anziehen, so dass sich viele Privatleute aber auch Gewerbetreibende vor Ort entschlossen, bei der Produktion mit einzusteigen. Plötzlich wurden allerorten Masken genährt – auch in Warstein. Thomas Oppmann, der mit Ehefrau Uschi seinen Raumausstatterbetrieb in der Warsteiner Innenstadt hat, stieg professionell ins Geschäft ein.

„Das war in der Zeit gut für uns. Wir wussten im ersten Lockdown ja nicht, wie sich das für uns entwickelt. Die Maskenpflicht hat uns einen richtigen Auftragsschub gegeben“, berichtet er im Rückblick. „Unser ganzes Nähatelier war voller Masken.“ Und an Spezialwünsche kann sich Ehefrau und Co-Chefin Uschi Oppmann erinnern. „Viele wollten besondere Stoffe oder auch Motive“, weiß sie noch. Aber auch das Gummiband habe bei dem ein oder anderen Kunden eine Rolle gespielt.

„Absatz so groß, dass wir nicht hinterher gekommen sind“

Masken mit Weihnachtsmotiven wurden von den Oppmann-Leuten um Steffi Gerke ebenso genäht wie solche mit Smileys. Auch gab es besondere Anlässe, die nötig machten, dass ein Swarowski-Glitzerstein mit eingearbeitet wurde.

Tausende Masken verließen in jenen Pandemie-Tagen die Oppmann‘sche Raumausstatterwerkstatt. „Der Absatz war so groß, dass wir nicht hinterher gekommen sind“, erinnert sich Thomas Oppmann. Und er weiß auch noch den Tag, als der Boom endete: „Als die medizinischen Masken Vorschrift wurden, war es wie auf einen Schlag vorbei.“

Oppmanns nähen noch immer

Die weißen oder hellblauen medizinschen Masken beherrschen nun das Straßenbild. Und trotzdem wurde auch am Montag bei Oppmanns genäht. Für einige wenige Spezialgebiete werden Oppmanns Masken nämlich immer noch gebraucht. Die Belecker Siepmann-Werke, die sich früh und konsequent der Pandemie-Eindämmung in den Betrieben widmeten, waren an den Warsteiner Raumausstatterbetrieb heran getreten mit der Bitte, Masken mit robusten Stoffen zu fertigen.

So wird Oppmanns schwarzer Technik-Mund-Nasenschutz seit langem bereits von den Siepmännern am Schmiedehammer getragen. Leicht entflammbare medizinische Masken wären hier nur eine gefährliche Alternative.

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