Ehemaliger CDU-Vorsitzender Martin Wienert zur FDP

Martin Wienert.

Warstein - Die Einladung zu einem politischen Stammtisch spricht die FDP Warstein für Freitag, 25. August, um 19.30 Uhr im Sudhaus aus.

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl nichts Ungewöhnliches, wenn der Unterzeichner der Einladung „für die FDP Warstein“ nicht Martin Wienert hieße. Es handelt sich nicht um Namensgleichheit mit „dem“ Martin Wienert, der bis 2015 für die CDU Warstein im Rat saß, sondernst es ist genau „der“ Martin Wienert.

„Ja, ich bin 2015 aus der CDU ausgetreten“, bestätigt der 52-Jährige seinen Parteiübertritt. Er sei damals insbesondere mit der Bundespolitik von Angela Merkel nicht mehr einverstanden gewesen: „Aufsichtsräten vorzuschreiben, dass sie eine Frauenquote beachten müssen, ist ein unzulässiger Eingriff in die Personalangelegenheiten der Industrie. Bei der Energiewende haben mir die Haare zu Berge gestanden. Es werden jetzt ja die Stimmen laut, die sagen, dass Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Und mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik der CDU war ich auch nicht einverstanden“, erläutert der Pädagoge seinen Entschluss. „Eigentlich wollte ich damals mit Politik nichts mehr zu tun haben“. Dass er bis 2015 Parteimitglied und Ratsherr geblieben sei, habe daran gelegen, dass sein „Wunschnachfolger“ Stephan Buschhoff nicht hätte nachrücken können: „Sonst hätte ich das Mandat schon 2013 niedergelegt“.

Zehn Jahre lang gehörte Martin Wienert dem Warsteiner Rat an. Mehrere Jahre lang war er auch Vorsitzender der CDU-Ortsunion Warstein, und hier funktionierte der Wechsel auf Stephan Buschhoff: „Ich hatte ihn damals gebeten, für meine Nachfolge zu kandidieren“. 2015 trat Martin Wienert nicht mehr als Ratskandidat an und trat aus der Partei aus.

Als er zurückgekehrt war, habe er durch einen Zufall FDP-Ratsherr Gordon Eickhoff kennengelernt und festgestellt, dass die Liberalen seinen eigenen Überzeugungen nahe kamen. „Ich habe ihm angeboten, die FDP im Landtagswahlkampf zu unterstützen, und bin dann kurz vor dem Wahltermin in die Partei eingetreten.“ Er könne sich vorstellen, sich bei der nächsten Kommunalwahl für die FDP aufstellen zu lassen: „Die Politik in meiner Heimatstadt interessiert mich natürlich weiterhin“. Zu seinem Nachfolger im CDU-Ortsunionsvorsitz und im Rat Stephan Buschhoff, der ebenfalls aus der Partei ausgetreten ist und den Vorsitz niedergelegt hat, meint Martin Wienert: „An seiner Stelle würde ich das Ratsmandat behalten!“

Doch diese Entscheidung steht noch aus, wie Stephan Buschhoff erst in dieser Woche auf Anfrage erklärt hatte. - pit

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