Ausstellung in „In tempore Gallery“

Dorothea Helen Rusu verwandelt kargen Raum in leuchtstarkes Meer

Warstein – Premiere in der „In tempore Gallery“ an der Warsteiner Hauptstraße 55: Zum ersten Mal stellt mit Dorothea Helen Rusu eine einzelne Künstlerin ihre Werke in dem ehemaligen Ladenlokal aus.

Zur Vernissage am Samstagnachmittag wollte Gastgeber Josh Malzon-Jessen den Besuchern keinesfalls eine kunsthistorische Abhandlung zumuten. „Wir machen das sehr hands on“, kündigte er an und verriet damit gleichzeitig das Konzept der Galerie. Beschreibt der neudeutsche Begriff doch nichts anderes, als sprichwörtliches Ärmel hochkrempeln und tatkräftige Mitanpacken. 

Praktiziert hatte er letzteres bereits im Vorfeld der Ausstellung: „Wir haben ziemlich viele Bilder aufgehängt.“ 

Dass die Künstler, auch Malzon-Jessen malt und schreibt, den kargen Raum in ein buntes, leuchtstarkes Meer verwandelt haben, brachte eine Besucherin zum Ausdruck. „Wow, wirklich viel Farbe“, rief sie beim Anblick der Exponate aus.

„In erster Linie male ich, um meine innere Welt auszudrücken“, erklärte Dorothea Rusu, „was sich manchmal so anfühlt, als wäre sie in mir gefangen und müsste explodieren, um sich zu entfalten, unabhängig von meinem Willen oder meiner Kraft.“ 

Liebe, Traurigkeit, Einsamkeit, Kummer – in einem Wort das „Leben“ habe ihr die Hand geführt: „Ich drücke Gefühle aus, die durch das Wunder des Lebens in Bewegung gesetzt werden.“ Und wie das Leben so spiele, werde Traurigkeit als Freude wieder geboren. Verzweiflung wandle sich in Hoffnung in einer endlosen Metamorphose, in welcher der Kreis geschlossen werden müsse, nur, damit er wieder in seiner natürlichsten Form geöffnet werden könne. 

„Ich präsentiere euch „The Circle of Life“ erklärte die Künstlerin, eingetaucht in das von ihr geradezu verschwenderisch eingesetzte Rot, Blau, Grün und Gelb ihrer Objekte. 

Dass sie in eine musikalische Familie hineingeboren ist, erfuhren die Gäste, dass sie ein Universitätsstudium „Musikwissenschaften und Klavier“ beendet hat und dass ihre DNA so vielfältig ist, wie ihre Interessen: „Jüdisches, ungarisches, rumänisches und deutsches Blut fließt durch meine Adern.“ 

In ihrer experimentellen Phase stellte die Künstlerin erste Grafiken und Zeichnungen in Bukarest und Baia Mare (Rumänien), später aber auch in Osnabrück aus. Nachdem sie vor circa fünf Jahren die Malerei mit Acrylfarben für sich entdeckt hatte, eröffnete sie 2016 eine Ausstellung in Temeswar (Rumänien). 

Die in Warstein ausgestellten Bilder mit so phantasievollen Namen wie „Sex in gepunkteten Bettlaken“, „Trauer zwischen den Hügeln“ oder „Das wahre und magische Liebesset“ kann man nach den Worten von Josh Malzon-Jessen nicht nur genießen, „man kann sie auch kaufen“. 

Angeschaut werden können sie bis zum 11. April, jeweils zu den Öffnungszeiten der „In tempore Gallery“, oder nach Anmeldung unter der Rufnummer 0170/7912433.

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