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Gegenproteste bei „Spaziergänger“-Demo in Warstein

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Von: Alexander Lange, Daniel Schröder

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Mit einem beleuchteten „Impfen statt schimpfen“-Banner im Fenster ihres neuen We love Warstein-Quartiers brachten Maximilian Spinnrath, Günther Risse und Sascha Clasen (v. l.) ihr Unverständnis über die „Spaziergänger“ zum Ausdruck.
Mit einem beleuchteten „Impfen statt schimpfen“-Banner im Fenster ihres neuen We love Warstein-Quartiers brachten Maximilian Spinnrath, Günther Risse und Sascha Clasen (v. l.) ihr Unverständnis über die „Spaziergänger“ zum Ausdruck. © Clewing, Christian

Über 100 „Spaziergänger“ waren in Warstein unterwegs. Es gab aber auch Gegenproteste, unter anderem von We Love Warstein. Auch die GGV-Impfinitiative zeigte Präsenz.

Warstein – Erneut machten sich am Donnerstagabend „Spaziergänger“ auf den Weg durch die Warsteiner Innenstadt. Vorab hatte die Veranstalterin 100 bis 110 Demonstrationsteilnehmer bei der Polizei angemeldet, zu Beginn um 19 Uhr waren es aber bereits weitaus mehr.

Doch so musste sich der Demo-Zug aus größtenteils Corona-Skeptikern und Impfgegnern einiger Kritik ausgesetzt sehen. Die Mitglieder von We Love Warstein hatten am frühen Donnerstagabend am neuen Quartier in der ehemaligen Kückelhaus-Kanzlei ein beleuchtetes Banner mit der Botschaft „Impfen statt schimpfen“ ins Fenster gehängt. „Die Wahrnehmung des Versammlungsrechts ist glücklicherweise durch das Grundgesetz geschützt“, schreibt We Love Warstein dazu in einem Statement: „Ebenso wie die Meinungsfreiheit. Deshalb darf auch jeder Bürger durch die Straßen ziehen und „Diktatur!!“ schreien. Das ist sein gutes Recht. Worauf er aber kein Recht hat, ist, dass so ein Schwachsinn unkommentiert hingenommen wird. Deswegen setzen wir heute mit unserem Banner ein Zeichen für die ganzen Bürgerinnen und Bürger, die mit ihrem solidarischen Verhalten tagtäglich einen wirklichen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten.“

Anlieger schalteten teilweise das Schaufensterlicht aus

Politische Maßnahmen müssen kritisch betrachtet werden, vieles sei auch unbefriedigend, so We Love Warstein: „Doch wer von Diktatur faselt, die Pandemie leugnet und die wissenschaftlich validierte Schlüsselrolle von Impfungen in dieser Notlage verleumdet, gefährdet seine Mitmenschen und hat den sachlichen Diskurs verlassen. Der verdient auch keine differenzierte Auseinandersetzung, die zu genüge im Internet – abseits der Telegram-Schwurbler-Kanäle und der Professoren der YouTube-Uni – geführt werden. Der verdient nur einen stillen Widerspruch, in einer plumpen Sprache, die er auch versteht: Impfen statt schimpfen!“ Auch Anlieger an der Wegstrecke der „Spaziergänger“ äußerten ihren Protest gegenüber den Demonstranten, indem sie zum Teil das Schaufensterlicht und die Außenbeleuchtung ausschalteten.

Auch die Impfinitiative GGV „Gemeinsam gegen Viren“ aus dem Möhnetal mit Organisatorin Daniela Nübel und einigen weiteren Mitstreitern war vor Ort. Man wolle sich einfach ein Bild machen, erklärte Nübel.

Der Demo-Zug führte diesmal vom Marktplatz über Dieplohstraße, Kesterweg, Butenaf und Hauptstraße.
Der Demo-Zug führte diesmal vom Marktplatz über Dieplohstraße, Kesterweg, Butenaf und Hauptstraße. © Alexander Lange

Zudem war der „Spaziergang“ in Warstein der erste im Kreisgebiet nach Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung. Und die schreibt jetzt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Versammlungen und Veranstaltungen vor, sofern für diese keine 3G- oder 2G-Zugangsregelung gilt – auch im Freien. Deshalb war neben einem, im Vergleich zum vergangenen Donnerstag, verstärkten Aufgebot der Polizei auch das Ordnungsamt vor Ort. Die Organisatorin des „Spaziergangs“ wurde von der Polizei auf die allgemeine Maskenpflicht hingewiesen. Vielfach wurde der Mund-Nasen-Schutz getragen, teilweise aber auch nicht. Einige Demonstrationsteilnehmer hätten zudem ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht vorgezeigt, so das Ordnungsamt.

Wie die Polizei vor Ort schilderte, seien viele Demonstrationsteilnehmer auch aus umliegenden Kommunen nach Warstein angereist. Alle wichtigen News zur Corona-Pandemie im Kreis Soest lesen Sie hier.

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