1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Warstein

Das entsteht aktuell am Warsteiner Dr. Segin-Platz

Erstellt:

Von: Reinhold Großelohmann

Kommentare

Auch wenn die Arbeiten am Dr. Segin-Platz derzeit ruhen, sind Nilüfer und Vahit Özyurt überzeugt, dass schon im nächsten Jahr in Verbindung mit einer großen Außenterrasse ein reizvoller Aufenthalts- und Freizeitbereich entsteht.
Auch wenn die Arbeiten am Dr. Segin-Platz derzeit ruhen, sind Nilüfer und Vahit Özyurt überzeugt, dass schon im nächsten Jahr in Verbindung mit einer großen Außenterrasse ein reizvoller Aufenthalts- und Freizeitbereich entsteht. © Großelohmann, Reinhold

Früher war dort das „Farmhouse“, das „Skyline“ oder die Post. Nun entsteht ein „Schmuckstück“ am Dr. Segin-Platz. Was die Inhaber-Familie mit der Immobilie nun vorhat.

Warstein – Der Bürgermeister habe ihm gesagt, es sei früher „das hässlichste Haus von Warstein“ gewesen, erinnert sich Vahit Özyurt. Und so ganz unrecht habe Dr. Schöne damit wohl nicht gehabt, erklärt der Geschäftsmann aus Ahlen. Seit über zwei Jahren wird der Wohn- und Geschäftshaus-Komplex Hauptstraße 75 vom Keller bis zum Dach umgebaut und so langsam kommt der Prozess zum Ende. Aus dem hässlichen Entlein ist durch Investition in siebenstelliger Größenordnung ein schöner Schwan geworden. Die Familie Özyurt ist selbst begeistert, welches Schmuckstück entstanden ist. Zudem liege es „mitten im Herzen von Warstein“, wie Nilüfer Özyurt sagt.

2013 hatten die Familie das Gebäude als Eigentümergemeinschaft – zum Ehepaar Vahit und Nilüfer kommen noch die drei Töchter Selin, Merve und Melis hinzu – erworben. Der hässliche Klotz mit Baujahr 1974 strahlte wenig Sympathie aus. Bekannt war das Gebäude bei jungen Leuten, weil die weithin bekannte Diskothek „Farmhouse“ und auch das „Skyline“ dort untergebracht waren.

Kernsanierung nötig

Dass eine bauliche Aufwertung notwendig wurde, war der Eigentümerfamilie von Anfang an klar. Architekt Gerd Hohmann aus Soest, der über sein Engagement auf dem Bergentalgelände in jener Zeit viel in Warsteion zu tun hatte, übernahm die Umbauplanung. Dass ihre Tochter Melis sich daran kräftig beteiligen konnte, erfreut das Ehepaar Özyurt besonders. Die angehende Architektin sammelte im Soester Architekturbüro Praxiserfahrung.

Schnell wurde klar, dass man um eine Kernsanierung nicht herum kommen würde. Und die Özyurts nahmen sich vor, in Qualität zu investieren.

So erfolgte im Gebäude am Dr. Segin Platz auch der Einbau eines Aufzuges, damit die acht Wohnungen in der ersten und zweiten Etage auch barrierefrei erreichbar sind. Ein Kuriosum stellen die „Kellerräume“ dar: Sie befinden sich ganz oben unterm Mansarddach – genauso wie der Heizungsraum und der Raum mit den Waschmaschinen – mit herrlichen Ausblick auf die Fenster zur St. Pankratius-Kirche und dem Dr. Segin Platz. Im eigentlichen Kellergeschoss, das zur Hauptstraße ebenerdig ausläuft, befindet sich mit 760 Quadratmetern eine extrem große Gewerbefläche. Zuletzt war sie übergangsweise von Rossmann belegt worden.

Über einen neu eingebauten Aufzug sind acht Wohnungen barrierefrei zu erreichen.
Über einen neu eingebauten Aufzug sind acht Wohnungen barrierefrei zu erreichen. © Großelohmann, Reinhold

Noch unvermietet ist auch die 640 Quadratmeter große Fläche, die ebenerdig auf den Dr. Segin-Platz mündet. Zuletzt war hier unter anderem die Post untergebracht. Dass derzeit der Dr. Segin-Platz erneuert wird und im nächsten Jahr mit deutlich aufgewertetem Erlebniswert aufwarten wird, begeistert die Eigentümerfamilie. „Das wird ganz wunderbar“, ist Nilüfer Özyurt überzeugt. Im Idealfall werde sich hier ein größerer Gastronomiebetrieb ansiedeln. Ein zehn Meter breiter Streifen komplett am Gebäude entlang wird von der Stadt für eine großzügige, nach Süden weisende Außenterrasse eingeplant. Hier allein gebe es Platz für 70 Tische. Die ruhige Lage abseits der Hauptstraße und der herrliche Ausblick auf Kirche, Marktplatz und Rathaus macht den großen Reiz des Standortes aus. Aktuell ist die Familie Özyurt in Verhandlung mit möglichen Betreibern. Dabei sei durchaus realistisch, dass nicht die gesamte Fläche benötigt werde.

Warstein ins Herz geschlossen

Damit kleinere Teilflächen eigenständig als weitere Ladenlokale oder Büros vermietet werden können, sind eigens drei breite Lichtkuppeln sowie eigenständige Eingänge eingebaut worden. Das Prinzip „alles soll hell werden“ sei hier umgesetzt worden. Zur Hauptstraße hin haben die Eigentümer auf besonders schallisolierte Fenster geachtet. Dass dies gut funktioniert, wird ihnen von den fünf bereits eingezogenen Mietparteien bestätigt. Die schönste Wohnung sei ohne Zweifel das Penthouse hoch über der Hauptstraße mit weitem Blick über die Warsteiner Dächer. Deutlich aufgewertet und einladender gestaltet wurde auch der früher schmale und dunkle Durchgang von der Hauptstraße zum Dr. Segin-Platz. Für viel Licht zu sorgen, wurde hier auch zum Prinzip gemacht.

In der nun schon über zwei Jahre währenden Beschäftigung mit dem Umbau des Objektes haben Nilüfer und Vahit Özyurt Warstein ins Herz geschlossen. Wären sie selbst nicht vor einigen Jahren in Tönnishäuschen bei Ahlen-Vorhelm heimisch geworden, hätten sie sich ihr Haus in Warstein als Wohnort durchaus vorstellen können. „Das ist hier wirklich optimal, im Herzen von Warstein. Besser geht´s nicht“, sagt Nilüfer Özyurt. Wäre dies anders, „dann hätten wir diese große Summe auch nicht investiert.“

Auch interessant

Kommentare