Dank der Stadt Warstein an Lehrkräfte von Haupt- und Realschule in Belecke

Feierstunde zum Lehrer-Abschied

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Blumen für die beiden Schulleiterinnen: Bürgermeister Dr. Thomas Schöne und Schulausschussvorsitzender Heiner Maas dankten in einer kleinen Feierstunde Christine Terske (Realschule) und Gabi Röttinger (Hauptschule).

Belecke – In diesen Tagen finden die letzten Unterrichtsstunden in der Realschule Belecke und auch in der Hauptschule der Stadt Warstein statt. Am 28. dieses Monats werden die Zehntklässler letztmalig ihr Schulgebäude betreten – und kurz danach ist auch für die noch verbliebenen Lehrkräfte das Ende ihrer Tätigkeit am Standort Belecke erreicht. Zu einer kleinen Feierstunde hatte sie Heiner Maas in seiner Doppelfunktion als Ortsvorsteher und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Sport und Soziales am Montag eingeladen.

Der Ort, an dem „Danke für all das Geleistete“ gesagt wurde, erschien dabei für den ein oder anderen ungewöhnlich: „Das Alte Rathaus ist jedoch für Beleckes Schulwelt ein wichtiges Gebäude“, brachte Maas bald mithilfe einer „kleinen Geschichtsstunde“ Licht ins Dunkel. „Dieser kleine Saal und die Räume über uns haben schon viele Schulformen kommen und gehen gesehen. Die Tafel zeigt: Hier wird auch heute noch unterrichtet – und zwar bei den regelmäßigen Treffen der Schüler und Lehrer der Plattdeutschen Schule“, lernten die Lehrer, sowie Franz Wiese, Josef Pieper und Annette Freiböhle vom Sachgebiet Schule der Stadt Warstein, Willi Beele, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Bildung, Sport und Soziales und Ratsherr Andreas Wiepck. Für Bürgermeister und Hobbyhistoriker Dr. Schöne und Ex-Ortsvorsteherin Elke Bertling waren die Informationen dagegen nicht unbekannt.

Bereits 1948 wurde das Alte Rathaus als zusätzliches Platzangebot der damaligen katholischen Volksschule genutzt. Alle Jahrgänge, vom ersten bis zum achten Schuljahr, wurden dort in vier Klassen unterrichtet. Anfang der 50er Jahre beschloss der Rat ein neues modernes Schulgebäude zu errichten. Der Grundstein dafür wurde 1953 am damaligen Neuen Weg, der heutigen Paul-Gerhardt-Straße, gelegt. 1957 konnten dort 13 Klassenräume und eine Turnhalle bezogen werden.

Zunächst wurden an diesem Ort auch die etwa 100 evangelischen Schüler Beleckes unterrichtet. 1959 zogen sie in vier Klassen in einen Seitenflügel der Volksschule ein, bis 1963 das Gebäude der evangelischen Volksschule am Sellerberg fertig gestellt war. Wenige Monate zuvor, im Herbst 1962, hatte der Stadtrat eine Realschule für Belecke beschlossen. Am 1. April 1963 ging diese – zunächst ohne eigenes Schulgebäude – an den Start. Der Unterricht wurde wiederum, in der ersten Zeit, in den Räumen im Alten Rathaus erteilt. 1966 zogen die Schüler in den neu errichteten Gebäudekomplex hinter dem damals neuen Wilkeplatz. Nur zwei Jahre später änderte sich die Schullandschaft der Stadt erneut: Ab dem 1. August 1968 wurden aus beiden Volksschulen die Jahrgänge eins bis vier ausgegliedert und separat, aber weiter nach Konfessionen getrennt, unterrichtet: Die Katholiken zunächst an verschiedenen Standorten, zu denen – neben dem Feuerwehrgerätehaus und freien Räumen in der Sellerschule – erneut Schulräume in Beleckes Altstadt gehörten. Die evangelischen Grundschüler blieben am Seller, während die höheren Klassen von nun an zusammen mit den Katholiken am Westerberg, in der ersten Belecker Hauptschule lernten. Ab 1970 wurde an der Hauptschule Belecke die Klasse 10 mit der Möglichkeit, die Fachoberschulreife zu erlangen, eingerichtet.

Eine Änderung des Namens wurde durch die kommunale Neugliederung notwendig und ab dem Schuljahr 1979/80 bezogen alle Hauptschüler (viele auch aus dem Möhnetal) das neue Gebäude hinter der Realschule. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen wurden die Hauptschulen Warstein und Belecke im Jahre 2010 zusammengelegt und ab 2012 ausschließlich am Standort Belecke unterrichtet. Im Jahr 2013 folgte der Beschluss zur Gründung einer Sekundarschule, der zum August 2014 umgesetzt worden war. „Die Realschule Belecke und die Hauptschule Warstein sollten auslaufen. Nach sechs Jahren ist dies nun in wenigen Tagen erreicht. Zwei Schulen, die über mehr als sechs Jahrzehnte unseren Ort mitgeprägt haben, schließen nun endgültig ihre Pforten“, endete Maas seinen Exkurs in die Historie der Belecker Schullandschaft und dankte allen Anwesenden, sowie den ehemaligen Schulleitern, Lehrern und Mitarbeitern „für ihre vorbildliche und liebevolle Arbeit“.

Dem schloss sich Bürgermeister Schöne an: „Wichtig ist, dass wir einen Moment innehalten – ein wenig Wehmut schwingt sicherlich mit. Sie haben fantastische Arbeit im Dienst junger Menschen geleistet.“ Stellvertretend überreichte er den beiden Schulleiterinnen Gabi Röttinger und Christine Terske Präsente.

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