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Dach der Warsteiner Alten Kirche muss saniert werden

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Von: Alexander Lange

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Jürgen Kösters (l.) und Klaus Schrewe vor der Alten Kirche. Das Dach der Kirche bereitet den beiden große Sorge.
Jürgen Kösters (l.) und Klaus Schrewe vor der Alten Kirche. Das Dach der Kirche bereitet den beiden große Sorge. © Alexander Lange

Das Dach der Alten Kirche rutscht. Und mit ihm wachsen die Sorgenfalten der Warsteiner Kirchengemeinde. Es gibt nun dringenden Sanierungsbedarf.

Warstein – Die gute Nachricht vorweg: Nein, einsturzgefährdet ist die Alte Kirche nicht. „Für das Stattfinden der Gottesdienste ist die aktuelle Corona-Lage eher eine Bedrohung als das Dach“, sagen Jürgen Kösters und Klaus Schrewe als geschäftsführende Vorsitzende vom Kirchenvorstand. Das heißt aber nicht, dass die Sorgenfalten rund um das Dach der Alten Kirche nun kleiner werden. Ganz im Gegenteil. Es besteht Handlungsbedarf. Doch wo genau liegt eigentlich das Problem?

Der hölzerne Dachstuhl mit den Kuppeln in der Mitte.
Der hölzerne Dachstuhl mit den Kuppeln in der Mitte. © Alexander Lange

Der hölzerne Dachstuhl der Alten Kirche hat weit mehr als 200 Jahre auf dem Buckel. Mit ihrer exponierten Lage ist die Alte Kirche Wind und Wetter ausgesetzt. Und das nagt nicht nur an der bröckelnden Fassade, sondern vor allem auch am Dach. „Das Dach genügt schlichtweg nicht mehr den Ansprüchen“, macht Kösters deutlich. Holzverschalung, Pfetten und Deckenbalken haben arg gelitten, Holznägel sind gebrochen, einige Balken fehlen in Gänze oder sind verzogen, zudem liegen die tragenden Balken des Dachstuhls teilweise gar nicht auf den Säulen der Kirche, wie die bauliche Bestandsaufnahme ergeben hat. Das Ganze sei statisch nicht mehr in Ordnung, wobei man den Erbauern da gar keinen Vorwurf machen wolle, wirft Klaus Schrewe ein: „Die haben das damals nach bestem Wissen und Gewissen gemacht.“ Es habe vor Jahrzehnten einige „halbprofessionelle Rettungsversuche“ gegeben, so Kösters. Das reiche aber jetzt nicht mehr. Jetzt braucht es schweres Gerät und eine große Lösung.

Deutliche Risse an den Wänden

Die südlichen und nördlichen Seiten des Dachstuhls müssen durch Träger stabilisierend miteinander verbunden werden, um ein weiteres „Auseinanderrutschen“ zu verhindern. „Im Grunde brauchen wir eine ganz neue Tragwerksplanung, die derzeit von den Statikern berechnet wird“, sagt Schrewe. Ein Verbinden der tragenden Teile wäre kein großes Problem, wären in der Mitte nicht die Kuppeln des Kirchenschiffes: „Da können wir natürlich nicht einfach durch.“ Deshalb wird es sogenannte T-Träger mit seitlichen Verspannungen brauchen. Hinzu kommt eine neue Fichtenschalung auf die alte Schaltung, die dann wieder mit Schiefer gedeckt wird. Dadurch wird der Dachstuhl aber noch einmal schwerer.

Welche Auswirkungen der instabile Dachstuhl schon jetzt auf die Kirche hat, zeigt sich im Inneren. Deutliche Risse bildeten sich insbesondere an den Wänden rund um den Chorraum. „Da sieht man, was hier für wahnsinnige Kräfte wirken“, macht Kösters deutlich: „Würden wir jetzt nicht langsam eingreifen, wäre das nicht mehr lange gut gegangen.“ Deshalb sei auch längst die Obere Denkmalbehörde mit im Boot, gemeinsam mit Architekten habe man im Dachstuhl auch schon eine exakte 3D-Vermessung vorgenommen: „Die Planungen laufen ja schon seit 2018, aber es wird jetzt Zeit.“

Die Risse im Kirchenschiff sind deutlich zu sehen.
Die Risse im Kirchenschiff sind deutlich zu sehen. © Alexander Lange

Das Erzbistum hat schon grünes Licht für die Bezuschussung gegeben. Im Frühjahr 2022 soll es mit der Ausschreibung weitergehen. Wann aber die Baumaßnahmen starten, sei unklar. „Vermeintliche Lieferengpässe ganz außen vor“, so Kösters.

Solange wie das Dach nicht repariert sei, werde man auch nicht an die Außenfassade gehen. Schrewe: „Die Sanierung der Fassade findet erst dann statt, wenn das Dach fertig ist.“ Im Inneren konnte zumindest aber schon jetzt eine neue Beleuchtung eingebaut werden. „Die passt jetzt noch besser zu den Säulen und Fenstern“, so Kösters.

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