Nach Verbot von Großveranstaltungen

Corona in Warstein: Eine Schützenfest-Absage nach der anderen

Warstein – Nachdem die St. Hubertus-Schützen Suttrop bereits ihr Schützenfest über Christi Himmelfahrt abgesagt hat, ziehen nun auch die restlichen Vereine des Stadtgebiets nach, da Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt sind, was das Feiern der Schützenfeste unmöglich macht.

Aber nicht alle in aller Deutlichkeit: „Ich gehe davon aus, das wir noch feiern. Ich möchte gern Schützenfest feiern“, sagt Dennis Marx, Oberst der Peter- und Paul-Schützenbruderschaft Sichtigvor. Er wisse zwar, dass die Chancen nicht sehr groß seien, aber: „Unser Termin ist Ende Juli, bis dahin kann sich noch viel tun!“ 

„Wir müssen damit jetzt leben“, berichtete Dietmar Beele als Oberst der Schützenbruderschaft St. Antonius Waldhausen stellvertretend für seine Vorstandskollegen. 

Das große Jubiläum, das für den 1. Mai geplant war, wurde bereits einige Wochen zuvor abgesagt. „Nun sagen wir auch das Schützenfest ab, das wird dieses Jahr auch nicht mehr nachgeholt“, so Beele.

Da Waldhausen als einer der Ersten im Stadtgebiet Schützenfest gefeiert hätte, sei dem Vorstand die aussichtslose Lage schon früh klar gewesen. 

Einen weiteren Wermutstropfen sieht Dietmar Beele jedoch auch in den damit verbundenen finanziellen Einbußen, da auch die Hallenvermietung derzeit pausieren müsse. 

„Wir haben vollstes Verständnis für die Entscheidung“, schließt sich auch Hubertus Struchholz als Oberst der Schützenbruderschaft St. Sebastianus Allagen an. „Es gibt in dieser Situation einfach wichtigere Dinge als Schützenfest“, macht Struchholz seinen Standpunkt deutlich. Man sei zwar sehr traurig, aber freue sich somit um so mehr auf die Feste im nächsten Jahr, „denn Großveranstaltungen sind gerade definitiv nicht machbar“.

„Wir haben noch nicht abgesagt. Wir warten noch auf die Definition der Landesregierung, was eine Großveranstaltung ist“, erklärt Rüdiger Schulte, Vorsitzender und Oberst der Bürgerschützengesellschaft Belecke. 

„Gefühlt sind wir eine Großveranstaltung“, sagt er und gibt zu, dass er „nicht viel Hoffnung“ habe auf eine Durchführung. Die würde aber bei behördlichen Auflagen wie dem Tragen von Schutzmasken auch „nicht jedem Spaß machen“. 

Klarheit wünscht er sich bis Montagabend, wenn er zu einer Skype-Konferenz mit dem geschäftsführenden Vorstand verabredet ist. 

Die hat der Vorstand der Bürgerschützengesellschaft Warstein schon gehabt, mit dem Ergebnis: „Unser Schützenfest findet in diesem Jahr definitiv nicht statt, auch in Absprache mit den Junggesellenschützen“, stellten Oberst Stefan Hötte und Major Elmar Steinrücke klar.

Es werde auch keinen Ausweichtermin in 2020 geben, denn: „So etwas lässt sich nicht in drei Tagen organisieren.“ Bisher seien keine Kosten entstanden, auch die Vertragspartner einschließlich Bands hätten sich verständnisvoll gezeigt und keinerlei Ansprüche geltend gemacht.

„Finanziell werden wir den Ausfall verkraften, auch wenn wir bereits gebuchte Termine wie Hochzeitsfeiern und andere Feste absagen müssen. Die Photovoltaikanlage spült ja gute Einnahmen in die Kasse. Wir können deshalb auch allen Verpflichtungen wie für Energie oder Kredite nachkommen“, sagt Stefan Hötte. 

Überlegt werden könne, später im Jahr eine Veranstaltung für die Jubilarehrungen stattfinden zu lassen. 

Ein bisschen Schützenfeeling wollen die Bürgerschützen aber erhalten: „Wir werden die Schützenpost, die es seit vier Jahren gibt, auch diesmal herausbringen. Die Arbeiten laufen, vor Pfingsten wird sie verteilt“, so Elmar Steinrücke, der einen ganz eigenen Plan hat: „Ich werde am Schützenfestsonntag meine Uniform anziehen, vor dem Haus die Fahne aufziehen, unsere Kinder werden Flöte spielen, und ich werde die Parade mit meiner Frau aufnehmen!“ Ansonsten freue er sich aber jetzt schon auf das Schützenfest 2021. 

Noch etwas verhalten sagt Markus Kairies, Oberst der Schützenbruderschaft Hirschberg das Schützenfest ab. „Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung, möchten aber erst noch persönlich mit unseren Vertragspartnern reden. Einen Nachholtermin in diesem Jahr wird es dann auch nicht geben“. 

Eine größere Information für die Bürger planen die St. Georg-Schützen Mülheim, deren Oberst Jörg Rhoden klarstellt: „Die Feste sind ja von oberster Stelle abgesagt worden. Dem fügen wir uns natürlich, denn der Verzicht hat unter den gegebenen Umständen Sinn und Verstand.“

 Der Vorstand der Niederbergheimer St. Johannes-Schützenbruderschaft hat Donnerstagabend seine Entscheidung gefällt, in deren Vorfeld Schriftführer Peter Raab aber bereits mitteilte: „Die Tendenz geht ganz klar Richtung Absage. Aber wir wollten wenigstens gemeinsam darüber reden“.

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