Sicherheitsvorschriften beachten

Corona in Warstein: Blumenläden dürfen wieder öffnen

Warstein – Die Frage zielte ins Leere, wie Blumengroß- und Einzelhändler John van der Lem mit der Geschäftsschließung umgeht, denn: „Wir dürfen wieder verkaufen“.

Tatsächlich durften Floristen laut der Corona-Schutzverordnung vom 22. März, Null Uhr, § 5, Absatz 3, am Montag den Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen. 

Für die Läden von John van der Lem bedeutete das, die am Samstag geleerten Vasen und Regale wieder zu befüllen. 

Der Unternehmer hat im Enkerbruch eine große Lager- und Verkaufshalle für seinen Großhandel, hat im weiten Umkreis 18 eigene Blumengeschäfte und beliefert 38 weitere in Supermärkten. 

Die Abkehr vom Verkaufsverbot sieht John van der Lem unter dem Aspekt: „Wahrscheinlich wurde das geändert, damit die Menschen in diesen Zeiten auch etwas Fröhliches haben, und das sind eben Blumen für Haus und Garten“. 

Hätte das Verbot weiter bestanden, wären die wirtschaftlichen Folgen für seinen Großmarkt und den Einzelhandel unabsehbar gewesen. die Ware, die am Samstag nicht mehr verkauft werden konnte, konnte er nicht retten: „Um sie zu verschenken, ist unsere Organisation einfach zu groß“. Das Geschäft müsse sich jetzt erst wieder einpendeln: „Es muss wahrgenommen werden, dass es weitergeht“. 

Das gilt sogar für viele Einzelhändler, die nicht die Größenordnung der van der Lem-Gesellschaften haben. „Ich bin aus dem Rathaus am Montag angerufen worden, dass die Verordnung geändert wurde“, erklärt Martin Hötte, der sein Geschäft in der Hochstraße betreibt. 

Für seine drei Floristinnen hat er Kurzarbeit angemeldet: „Das muss leider auch erst so bleiben, denn man weiß ja nicht, wie die Kundschaft reagiert. Die Stadt ist ja leer“. 

In seinem Ladenlokal muss er Vorkehrungen treffen, damit der Größe entsprechend immer nur eine gewisse Anzahl Kunden bedient wird, ein Spuckschutz für die Theke muss her und weitere Sicherheitsvorschriften beachtet werden. 

Dass er aus dem Rathaus angerufen wurde, ist eher ein glücklicher Zufall: „Grundsätzlich müssen die betroffenen Händler selbst darauf achten, ob eine Verordnung geändert wurde. Das ist so viel, das können wir nicht leisten“, hieß es dazu aus der Verwaltung. 

So waren am Mittwoch auch einige Blumenhändler und Blumenhändlerinnen im Stadtgebiet nicht zu erreichen, um sie zu fragen, ob es bei ihnen weiter geht. Die Kundschaft wird es selbst feststellen, wenn sie losgeht und die Möglichkeit bekommt, sich oder anderen mit Blumen trotz Corona-Krise eine Freude zu bereiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare