CO2-Steuer sorgt ab 1. Januar für Preis-Erhöhungen bei der Warsteiner Verbundgesellschaft

Strom und Gas werden deutlich teurer - mit einer Ausnahme

Im neuen WVG-Büro im Domcenter sind Nicola Hölscher (rechts) und Jasmin Zölzer gerüstet für Nachfragen der Kunden. Geschäftsführer Andreas Schunk sieht die Möglichkeit, Kostensteigerungen durch Laufzeittarife in Grenzen zu halten. 
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Im neuen WVG-Büro im Domcenter sind Nicola Hölscher (rechts) und Jasmin Zölzer gerüstet für Nachfragen der Kunden. Geschäftsführer Andreas Schunk sieht die Möglichkeit, Kostensteigerungen durch Laufzeittarife in Grenzen zu halten. 

Warstein – Die Energieversorgung wird im neuen Jahr für die Haushalte teurer. Bei den Kosten für Gas schlägt ab 1. Januar insbesondere die neue CO2-Abgabe zu Buche. Außerdem steigen die Netz-Entgelte, die die Versorger bezahlen müssen, um Strom oder Erdgas zu den Kunden zu liefern.

Um die Erhöhung in Grenzen zu halten und gleichzeitig die Kunden ans Haus zu binden, führt der heimische Energieversorger, Warsteiner Verbundgesellschaft (WVG), zum 1. Januar beim Gas und beim Strom Tarife mit einer festen Laufzeit ein. Wer sich bis Ende 2021 an die WVG bindet, kommt mit einem blauen Auge davon. „Das gibt uns Planungssicherheit. Wir können dann günstiger einkaufen“, sagt Geschäftsführer Andreas Schunk. „Diesen Preisvorteil möchten wir an die Kunden weiter geben.“

Bei den Tarifen der Grundversorgung – hier kann man jederzeit mit einer Zwei-Wochen-Frist kündigen – sind die Steigerungen sowohl beim Gas als auch beim Strom deutlich. 40 Prozent der Stromkunden und 18 Prozent der Gaskunden haben derzeit noch diesen Tarif gewählt. Der größte Teil der Haushalte hatte bislang jedoch schon Sonderverträge.

Beim Strom gilt: Wer von der Grundversorgung in den Sondervertrag „strom maxi plus“ wechselt, kann bei einem Verbrauch von mehr als 3000 Kilowattstunden (kWh) – etwa für den klassischen Familienhaushalt – sogar ein paar Euro sparen. Erst recht derjenige, der sich nun bis Ende Dezember bindet. Mit dem „lokalstrom.12“ wird es aufs Jahr gerechnet sogar um rund 50 Euro billiger.

Für das Gros der Kunden mit Sonderverträgen wird es teurer. Nur mit einer Tarifbindung kann man deutliche Mehrkosten verhindern – etwa wenn man vom „Strom maxi plus“ mit über 3000 kWh in den neuen Tarif „lokalstrom.12“ wechselt. Allerdings gibt´s dann bis Ende des nächsten Jahres keine Wechselmöglichkeit mehr. Wer ab 1. Juli 2021 abschließt, für den endet diese Bindung dann sogar erst Ende 2022.

Mit nur drei Tarifen ist das WVG-Gasangebot übersichtlicher. Auch hier gilt: Wer von der Grundversorgung in die Preisbindung wechselt, muss nicht viel tiefer in die Tasche greifen. Wer statt des bisherigen Sondervertrags nun den Zeitvertrag warstein.gas12“ wählt, muss bei einem Jahresverbrauch von 12 000 kWh (ca. 100 Quadratmeter) mit Mehrkosten von rund 40 Euro rechnen, was einer Steigerung von etwa 5,5 Prozent entspricht. Wer ohne Bindung seinen Sondervertrag fortsetzt, muss gut 100 Euro oder 14 Prozent mehr zahlen.

„Preiserhöhungen im Laufe des Jahres 2020 konnten wir vermeiden, weil wir günstig eingekauft haben. Die CO2-Steuer auf Gas, die für die WVG über eine halbe Million Euro ausmacht, können wir aber nicht kompensieren“, sagt Andreas Schunk. Da die Kosten für alle Versorger steigen, ist er überzeugt, dass die WVG, an der die Stadt mit 59,8 % beteiligt ist, auch 2021 „absolut wettbewerbsfähig ist“, sagte Andreas Schunk. Darüber hinaus fließe der Gewinn „überwiegend in den Haushalt der Stadt“. Zudem wird das Vereinsleben mit Sponsoring unterstützt. Auf Bonuszahlungen für Neukunden, womit viele Energieversorger locken, will die WVG aber weiter verzichten. Mit einem konstanten Marktanteil von rund 70 Prozent sei man gut aufgestellt.

Da es wegen der neuen Tarife viel Beratungsbedarf geben dürfte, wird – auch wegen Corona – zur Terminreservierung geraten – ab Montag unter Tel 02902/761260.

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