BUND-Gütesiegel für LWL-Klinik in Warstein

Groß war die Freude bei den Verantwortlichen der LWL-Klinik bei der Verleihung des BUND-Gütesiegels. ▪
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Groß war die Freude bei den Verantwortlichen der LWL-Klinik bei der Verleihung des BUND-Gütesiegels. ▪

WARSTEIN ▪ Eine „einfach hervorragende Arbeit“, wie es Prof. Dr. Heinrich Münz als stellvertetender Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Soest zusammenfasste, honorierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. am Mittwoch in Warstein.

Zusammen mit Anngret Dickhoff aus der Zentrale in Berlin verlieh er der LWL-Klinik in Warstein das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“. Die Einrichtung in Warstein ist damit das dritte ausgezeichnete LWL-Haus und der 38. Preisträger in Deutschland seit dem Jahr 2001.

„Das war das erste Mal, dass ich meinen obersten Boss auch mal ängstlich gesehen habe“, blickte Helmut S. Ullrich auf den Start der „Energiewende“ in der Warsteiner LWL-Klinik in 2009 zurück. Damals wurde die Wärmeerzeugung „generalsaniert“, dafür wohnten zum Start der kaufmännische Direktor der LWL-Einrichtungen im Kreis Soest und der Münsteraner LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch selbst den Arbeiten „mit Schweißbrenner und Schutzkleidung“ an der alten Kesselanlage bei. Inzwischen brennt im alten LWL-Kesselhaus an der Franz-Hegemann-Straße nur noch die Flamme des Brenners in der 1 MW-Holzhackschnitzelheizung. Sie hat neben verschiedenen anderen Maßnahmen – effizientere Brennwertkesselanlage, dezentrale Trinkwassererwärmung, hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage – dazu beigetragen, dass der Energieverbauch der LWL-Klinik zusammen mit den angeschlossenem Wohnverbund und dem Pflegezentrum auf 77 Prozent unter dem Durchschnittswert vergleichbarer Krankenhäuser gesenkt werden konnte. Somit habe man in den letzten fünf Jahren rund 258 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger „produziert“. Insgesamt investierte man 2,8 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpaketes und aus der eigenen Kasse, daraus resultieren nun Kosteneinsparungen von rund 325 000 Euro jährlich.

Helmut S. Ullrich dankte gestern dem Team der Abteilung Bau und Technik, die sich sehr engagiert eingebracht hätten, sowie den Patienten, Bewohnern und Mitarbeitern, die die Last des Umbaus „ertragen“ hätten. Der kaufmännische Direktor kündigte gestern an, dass man „noch einige energiesparende Investitionen“ tätigen werde.

Reinhard Löbbert, Vertreter der Abteilung Bau und Liegenschaften des LWL, freute sich als Techniker, dass die Verleihung des Gütesiegels im Kesselhaus stattfand: „Es ist kalt hier, aber das zeigt, dass die Rohre gut isoliert sind. Vor 50 Jahren hätten wir hier sicherlich im T-Shirt stehen können.“ Für Energieeinsparungen müsse es „gute Ideen geben“, auch wenn gestern am 12.12.12. ein „Schnapszahl“-Datum gewesen sei, „Schnapsideen“ habe es nie gegeben, sondern nur „tolle, gute Ideen“, die alle zur Gütesiegel-Verleihung und zur CO2-Einsparung beigetragen hätten.

Christian Tögel von der Energieagentur NRW freute sich über das „Paradebeispiel für Energieeffizienz“. Zwar würden die Energiekosten in Krankenhäusern unter fünf Prozent liegen, die absoluten Zahlen aber seien „sehr hoch“: Allein die LWL-Klinik in Warstein benötige jährlich 2,7 Millionen kWh Strom und 20 Millionen kWh Wärme. Angesichts steigender Energiekosten und knapper werdender Ressourcen habe die „LWL-Klinik gut vorgesorgt“. Das BUND-Gütesiegel sei eine „großartige Auszeichnung mit anspruchsvollen Kriterien – das kann man nicht mal eben mitnehmen“.

Zwei von vier Kriterien – Energieeinsparung über viele Jahre sowie das Energiemanagement – erfüllte die LWL-Einrichtung, wie Anngret Dickhoff vom BUND Berlin erläuterte. Damit sei Warstein ein „Leuchtturm für den Klimaschutz“ mit Wirkung nicht nur auf Patienten, Bewohner und Mitarbeiter, sondern auch für die Region. Prof. Dr. Heinrich Münz lobte, dass man sich in Warstein nicht nur dem Wohl der Patienten widme, sondern sich auch für den Schutz des Klimas „verantwortlich und vorbildlich“ engagiere.

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