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Wieder ein Hektar Wald „zurückerobert

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Werben demonstrativ fürs Aufforsten – diesmal am Fuß des Stillenbergs: Erwin Koch, Edgar Rüther, Thomas Oppmann, Wolfgang Wiegelmann, Heinz Tschernisch und Udo Koerdt (von links).
Werben demonstrativ fürs Aufforsten – diesmal am Fuß des Stillenbergs: Erwin Koch, Edgar Rüther, Thomas Oppmann, Wolfgang Wiegelmann, Heinz Tschernisch und Udo Koerdt (von links). © Schmitz

Suttrop – Fast sieht es aus, als lauerten sie noch hinter ihren Schutzschildern. Die kleinen, weißen Larven der Borkenkäfer sitzen dicht an dicht unter den Fichten-Rindenstücken, die in in großer Zahl auf dem Waldboden liegen. Ein Überbleibsel schlimmer, aber zurückliegender Tage. Doch dank der Bürgerstiftung Warstein – und damit über 600 Bürgern aus dem Stadtgebiet – wurde am Wochenende erneut ein Hektar des heimischen Waldes „zurückerobert“.

„Toll, wie sich die Menschen hier mit ihrem Wald identifizieren und so großes Engagement zeigen, dass er wieder zu dem wird, was er einmal war. Das ist einfach eine so schöne Initiative. Wir freuen uns, dass auch die Politik unterstützend wirkt“, dankte Forstamtsleiter Edgar Rüther am Samstag vor Ort im Namen der Stadt Heinz Tschernisch (Vorsitzender Bürgerstiftung), Wolfgang Wiegelmann (Vorsitzender Stiftungsrat) und seinem Stellvertreter Thomas Oppmann sowie Suttrops Ortsvorsteher Udo Koerdt und Erwin Koch als Vertreter von Ort und Kreis. Nach Einsätzen im Warsteiner „Paradies“ und in Hirschberg waren nun im Gebiet „Stillenberg“, am Fuße des Flüsschens „Stockmecke“, 2000 neue Bäume gepflanzt worden. Aufgrund des feuchten Standortes hatte sich Edgar Rüther für eine Waldgesellschaft von Stieleichen und Hainbuchen im Verhältnis von 80:20 entschieden. Unter dem hohen Baumstockwerk der Eichen kann die schattenverträgliche Hainbuche als Begleitbaum optimal gedeihen, zudem bilden beide Baumarten tiefe Wurzeln, die in der leichten Hanglage für optimalen Stand sorgen. Kaum drei Stunden hatten die Facharbeiter der Baumschule Jungermann aus Lippstadt gebraucht, um die Jungbäume zu pflanzen. Edgar Rüther, die Stifter und das Politik-Duo kamen zur rechten Zeit, um die allerletzten Bäumchen selbst im Erdreich zu versenken. „Das ist schon ein schönes Gefühl, dafür zu sorgen, dass solche verwüsteten Landschaften wieder aufgeforstet werden“, freute sich Thomas Oppmann über „seine“ Stieleiche. Einmal mehr sei der Termin der Pflanzung äußerst treffend, da am Sonntag der „Tag des Waldes“ war, den die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bereits in den 1970er Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen hat. Besonders das diesjährige Motto „Wiederherstellung von Wäldern: ein Weg zur Erholung von Natur und Gesellschaft“ sei „exakt passend“ und aktueller denn je, betonte Edgar Rüther.

Von den insgesamt 700 000 Fichten, die der Stadtwald durch Dürre und Borkenkäfer verloren hat, seien etwa 500 000 bereits wieder mit unterschiedlichen Baumarten aufgeforstet worden. Doch diese Rechnung könne so nicht stehen bleiben, betont der Fachmann und korrigiert: „Diese Bäume bleiben ja nicht stehen, viele werden im Rahmen der Bestandspflege wieder entnommen. Von den etwa 2000 Hektar Verlust haben wir etwa 80 wieder aufgeforstet.“

Insgesamt 26 000 Euro hatte dazu die Bürgerstiftung beigesteuert. Als nächstes Projekt stehe nun der Belecker Hesenberg an, informierte Tschernisch. Der Vorsitzende freute sich anzukündigen, dass das Projekt im Anschluss „in eine zweite Runde“ gehen würde. Start des „second turns“ wird – so die Planung – das Gebiet um die Suttroper Stillenberg-Kapelle sein. iz

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Beim Verwendungszweck bitte folgende Infos angeben: Name und Adresse des Spenders, sowie Wunschort der Aufforstung (Warstein, Belecke, Suttrop oder Hirschberg)

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