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Wintergarten brennt lichterloh: Feuerwehr rettet Wohnhäuser - Großeinsatz in Warstein

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In der Nacht auf Sonntag brannte ein großer Wintergarten in Warstein in voller Ausdehnung.
In der Nacht auf Sonntag brannte ein großer Wintergarten in Warstein in voller Ausdehnung. © Feuerwehr Stadt Warstein

In Warstein brach in der Nacht auf Sonntag ein größerer Brand aus. Die Feuerwehr war im Großeinsatz. Sie Einsatzkräftete retteten zwei Wohnhäuser. Zudem wurde ein Hund gerettet.

Warstein - Um 1.51 Uhr ging der Alarm bei den Kräften der Feuerwehr Warstein ein: Ein Nachbar hatte bemerkt, dass der massiv gebaute Wintergarten nebenan brannte - meterhohe Flammen loderten an der Bernhardt-Wiemeyer-Straße im Warsteiner Westen.

„Zwei Kameraden, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Einsatzort wohnten, liefen direkt zum Haus. Sie klingelten Sturm an der Haustür, da noch Licht im Haus brannte und auch ein Fahrzeug in der Einfahrt stand. Als niemand öffnete, verschafften sich die Beiden gewaltsam Zutritt zum Haus, da sie dort noch Personen vermuteten. Bis auf den Hund der Familie war jedoch niemand zu Hause“, schilderte Feuerwehrsprecher Carsten Lehmann.

Brand in Warstein: Feuerwehrleute aus der Nachbarschaft retten Hund

Die Nachbars-Feuerwehrleute retteten den Hund und meldeten sich telefonisch in der Leitstelle, sodass nur wenige Minuten nach der ersten Alarmierung eine Alarmstufen-Erhöhung durchgeführt werden konnte. Der rund 40 Quadratmeter große Wintergarten brannte lichterloh. Die Flammen schlugen meterweit in den Nachthimmel und bedrohten die zu beiden Seiten unmittelbar angrenzenden Gebäude.

Kurz bevor die ersten Fahrzeuge des Löschzugs Warstein am Einsatzort eintrafen, sahen die Einsatzkräfte den hellen Feuerschein und die Rauchsäule bereits aus der Entfernung. Nach der Alarmstufen-Erhöhung waren Kräfte aus Warstein, Belecke, Suttrop und Hirschberg im Einsatz. Zusätzlich wurde eine zweite Drehleiter aus Rüthen nachgefordert, „um im Fall einer Brandausbreitung schnell eingreifen zu können“, so Lehmann. Die Feuerwehr machte sich sofort an den Löschangriff - der Fokus lag zuerst darauf, die angrenzenden Häuser zu kühlen, um eine Brandausbreitung zu verhindern. Dies gelang den Feuerwehrleuten. „Glücklicherweise konnte dadurch das Feuer auf den Wintergarten begrenzt werden“, hieß es.

Es war eine arbeitsintensive Brandbekämpfung für die Feuerwehrleute.
Es war eine arbeitsintensive Brandbekämpfung für die Feuerwehrleute. © Feuerwehr Warstein

Carsten Lehmann erklärte: „Um den Brand, der sich bereits in das Dach der Laube gefressen hatte, zu bekämpfen, gingen insgesamt sieben Trupps unter Atemschutz vor. Je ein Trupp übernahm die Löscharbeiten von der Rückseite, ein weiterer Trupp aus dem Korb der Drehleiter. Um alle Glutnester erreichen zu können, wurden die Dachpfannen in kräftezehrender Handarbeit entfernt.“ Der Brand schockierte die Hausbewohner, sie waren erst kurz zuvor in den Urlaub gefahren.

Brand in Warstein: Nachbar kocht den Feuerwehrleuten Kaffee

Wegen der hohen Anzahl verbrauchter Atemschutzgeräte- und Masken kam auch der „Abrollbehälter Atemschutz“ aus Soest zur Einsatzstelle, damit die Geräte nach dem Einsatz getauscht werden konnten. Auch neue, saubere Einsatzkleidung des Kreises Soest kam auf diesem Weg nach Warstein. „Ein Nachbar hatte trotz der nachtschlafenden Zeit mehrere Kannen mit Kaffee für die Einsatzkräfte gekocht, die dankbare Abnehmer fanden“, dankte Lehmann. Der Rettungsdienst, der mit zwei Rettungswagen, sowie dem organisatorischen Leiter und dem leitenden Notarzt angerückt war, musste nicht tätig werden.

Feuerwehrleute aus weiten Teilen des Stadtgebiets waren vor Ort.
Feuerwehrleute aus weiten Teilen des Stadtgebiets waren vor Ort. © Feuerwehr Warstein

Gegen 4.10 Uhr wurde „Feuer aus“ zur Leitstelle gefunkt. „Nachdem auch die letzten Aufräumarbeiten erledigt waren, kehrte das letzte Fahrzeug um 5:14 Uhr zurück zum Standort“, berichtete Lehmann. „Die Gartenlaube wurde durch das Feuer komplett zerstört, an den angrenzenden Gebäuden entstand kein nennenswerter Schaden.“

Ein Nachbar versorgte die Einsatzkräfte mit Kaffee und Süßigkeiten.
Ein Nachbar versorgte die Einsatzkräfte mit Kaffee und Süßigkeiten. © Feuerwehr Warstein

„Personen kamen nicht zu Schaden. Der Gesamtsachschaden dürfte im oberen fünfstelligen Eurobereich liegen. Die Brandursache steht zurzeit noch nicht fest. Dazu laufen die polizeilichen Ermittlungen“, berichtete ein Polizeisprecher.

Bereits vor zehn Jahren hatte es in dem Haus an der Bernd-Wiemeyer-Straße gebrannt. Damals stand eine Sauna im Keller in Flammen.

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