Politisches Statement auf Stein

Botschaft für Trinkwasserschutz übermalt

Karl Beleke ist sauer: Seine Botschaft zum Trinkwasserschutz wurde übermalt.
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Karl Beleke ist sauer: Seine Botschaft zum Trinkwasserschutz wurde übermalt.

Ein 91-Jähriger aus dem Kreis Soest setzt sich für den Schutz von Trinkwasser ein. Seine gemalte Botschaft hielt jedoch nicht lange.

Warstein – Da staunte Karl Beleke am 1. Mai nicht schlecht, als er an den Eingang zum Hillenberg kam. Am Donnerstagmorgen hatte der 91-Jährige die beiden dortigen großen Steine genutzt, um eine politische Botschaft zu hinterlassen.

„Trinkwasserschutz vor Steinabbau“ hatte der Warsteiner mit weißer Farbe auf einen der Brocken geschrieben. „Ich dachte mir, der 1. Mai sei der passende Anlass dafür“, erzählt Beleke. „Vor allem an dieser Stelle, an der an diesem Tag eigentlich immer viele Leute vorbeikommen.“

Freitagabend war die Schrift noch da

Noch am Freitagabend hatte er die Schrift beim Spaziergang mit seinem Hund überprüft. „Da war noch alles in Ordnung“, berichtet Beleke. Doch als er dann am Samstag, dem 1. Mai, wieder an den Steinen vorbeikam, traute der Warsteiner seinen Augen nicht. Sein Schriftzug war mit schwarzer Farbe übermalt worden, jetzt war nur noch das Wort „Steinabbau“ lesbar. Für Beleke ein echtes Ärgernis, hatte somit seine Botschaft doch genau zu dem beabsichtigten Tag ihre Wirkung verloren.

Wer Belekes Aktion für den Trinkwasserschutz sabotiert hat, weiß der 91-Jährige nicht sicher, einen Verdacht hat er allerdings schon. „Nicht weit von der Stelle entfernt, ist der Steinabbau aktiv“, meint er.

Beleke will sich weiter wehren

Da dort auch viel gesprengt werde, seien regelmäßig Westkalk-Mitarbeiter rund um den bemalten Stein unterwegs, um die dortigen Fußgänger zu warnen. „Vielleicht hat einer von denen meinen Schriftzug gesehen und übermalt“, mutmaßt Beleke.

Hintergrund seiner Botschaft ist die Forderung nach einem weiterhin priorisierten Schutz für Trinkwasser, welcher in manchen für die Steinindustrie interessanten Gebieten von der Landesregierung so verändert werden sollte, dass dort der Steinabbau möglich wird. Karl Beleke will sich auch weiterhin dagegen wehren. „Ich werde meine Botschaft daher wohl nochmal neu auf den Stein schreiben müssen“, gibt der 91-Jährige nicht auf.

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