Auch die Bürgergemeinschaft plagen Nachwuchssorgen

Bernd Liß neuer Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Warstein

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Lothar Bräutigam (l.) verabschiedete sich als Vorsitzender, Bernd Liß (r.) wurde Nachfolger.

Warstein – Mit einem neuen Vorsitzenden geht die Bürger Gemeinschaft Warstein (BG) in das Wahljahr 2020. Einstimmig wählte die Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in der Domschänke den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Bernd Liß zum Nachfolger von Lothar Bräutigam.

Dessen dreijährige Amtszeit umschrieb Fraktionsvorsitzender Jochen Köster: „Es war nicht immer so einfach, aber es hat Spaß gemacht mit ihm zu streiten.“ Vor allem seine Sachkompetenz habe man zu schätzen gewusst: „Ich hoffe, dass er uns auch weiter an seinem Fachwissen teilhaben lässt.“

Zum letzten Mal in seiner Eigenschaft als Vorsitzender hatte Bräutigam die Versammlung zuvor mit „persönlichen Worten aus der Ratsarbeit“ eröffnet. Dabei bezeichnete er das Versprechen von zwei Landtagsabgeordneten, sich für die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Warstein und Lippstadt einzusetzen, als „illusorisch“. Aufgeregt habe er sich auch über den 1,5 Millionen Überschuss der Stadtwerke im Abwasserbereich. Die BG werde aus diesem Grund die „merkliche Senkung“ der Abwassergebühren beantragen. Allen positiven Entwicklungen zum Trotz sei er auch enttäuscht über die Auswahl der städtischen Projekte: „Es passiert immer nur etwas, wenn Zuschüsse fließen.“ Dass der Haushalt als ureigenes Instrument des Rates nicht mehr in den Ausschüssen diskutiert werde, kritisiere die BG ebenfalls: „Wir bekommen da leider keine Unterstützung durch die anderen Parteien. Der Haushalt wird einfach durch gewunken.“

Wie der bisherige Vorsitzende konnte auch Jochen Köster nicht verstehen, dass aus den Reihen der Mitglieder kaum eine Reaktion auf den Aufruf zur Nachwuchssuche erfolgt sei: „Wir haben alle angeschrieben und nach Kindern oder Enkeln gefragt, die sich politisch engagieren könnten.“ Niemand habe sich darauf gemeldet: „Wie soll unsere Stadt denn in Zukunft durch Demokratie gesteuert werden, wenn keiner mitmacht?“ Dringend müsse die von Überalterung bedrohte BG junge Menschen rekrutieren: „Die können uns dann ruhig den Marsch blasen.“ Als wichtiges Thema in der Fraktion bezeichnete er den Kampf gegen die Windkraft im Arnsberger Wald. Bei knapp werdenden Flächen gebe es zwar keinen Königsweg der Energiegewinnung, aber man müsse über viele Möglichkeiten nachdenken. So könnten zum Beispiel Solarpanelen auf öffentlichen Gebäuden Strom erzeugen. Köster bewunderte den Elan, mit dem sich die Möhnetaler und die Hirschberger für den Schutz ihres Waldes einsetzen. Allerdings: „Ich würde mir wünschen, dass sie sich genauso engagiert für den Schutz des Warsteiner Trinkwassers einsetzten, wie wir für die Belange des Möhnetals.“

Als „Flaggschiff“ innerhalb der 14 Orts-Bürger-Gemeinschaften im Kreis Soest bezeichnete der stellvertretende Kreisvorsitzende Lothar Strauch die Warsteiner BG: „Sie ist schon etwas ganz Besonderes.“ Im Hinblick auf die Kommunalwahl im Herbst 2020 listete er mögliche Strategien auf. So regte er einen „modernen, zeitgemäßen Auftritt“ an. „So ne Art Frischzellenkur“ möchte er seiner Partei verpassen.“ Dazu gehöre unter anderem eine kreisweite Einheitlichkeit im Auftreten, eine klare Positionierung in der Parteienlandschaft und eine „prägnante Vermittlung des Nutzens, den der Wähler von seiner Stimme für die BG hat“.

Zumindest finanziell ist die Bürgergemeinschaft „gut aufgestellt für die nächste Wahl“. Das ging aus dem „kurzen und knackigen“ Kassenbericht von Geschäftsführerin Antje Kieseler hervor. Zur neuen Kassenprüferin wählte die Versammlung Elisabeth Wiese.

Im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens ehrte die BG die Männer und Frauen der ersten Stunde. Für 30-jährige Mitgliedschaft wurden Kordula, Otto und Herbert Beringer sowie Reinhold Beele ausgezeichnet. 20 Jahre dabei sind Ralf Behme, Brigitta und Karl-Heinz Berghoff, Annemarie und Marcus Fahle, Norbert Fisch, Hermann und Manfred Gödde, Walter Heller, Dietmar Hense, Manfred Knappe, Gertrudis und Jochen Kösters, Andreas Kußmann, Bernd Liß, Petra Menke, Alfred Mestermann, Joachim Prinz, Olaf Saleweski, Siegfried Schenuit, Friedbert Schlüter, Magdalena Schopohl, Otto Sobkowiak, Michael Stracke und Elisabeth Wiese.

Die Glückwünsche zum Zehnjährigen nahmen entgegen: Claudia Beyer, Robert Bigge, Margherita Foggia-Fresco, Rainer Franke, Margret und Günther Risse, Michael Gerlach, Benedikt Gödde, Andreas Grunwald, Marcus Jansen, Ludger Kramer, Ewald Nölke und Tanja Tacke.

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