In Belecke und Hirschberg gibt es Heiligabend Lebensmittel

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Peter Kösters Edeka-Frischemarkt in Hirschberg öffnet an Heiligabend.

Warstein -  Das Thema erhitzt landauf und landab die Gemüter – und ist inzwischen auch fürs Stadtgebiet Warstein fast entschieden: Mit mindestens einer Ausnahme lassen alle großen Supermärkte an Heiligabend ihre Türen geschlossen. Nur der Rewe an der Lanfer in Belecke ist von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Und dann gibt´s noch Peter Kösters Edeka-Laden in Hirschberg, der – wie jeden Sonntag – nicht nur Fahney-Brötchen im Angebot hat, sondern auch sein komplettes Angebot feil bietet. Geschlossen bleiben die Discounter Aldi und Lidl. Netto und der Rewe in Sichtigvor wollen sich eine Entscheidung weiter offen halten.

„Wir stellen uns schon auf viele Kunden ein“, sagte gestern Kevin Olszewski als stellvertretender Marktleiter des Rewe an der Lanfer in Belecke. Sein Markt gehöre zu Rewe Dortmund und die habe den selbständigen Märkten die Entscheidung überlassen. Dabei sei die Reaktion bei den Kunden sehr unterschiedlich. Er habe sogar von einigen gehört, die am 24.12. ganz bewusst auf den Einkauf verzichten wollten. „Das sind aber oft die ersten, die kommen.“ Dem Personal sei angeboten worden, sich freiwillig für diesen Arbeitstag zu melden. „Das haben wir hinbekommen.“ So werden am 4. Adventssonntag „8 bis 10 Leute“ Dienst versehen.

Geschlossen bleibt am Heiligabend dagegen der Rewe-Markt Heiderich auf der anderen Seite von Belecke. Dieser Markt ist Rewe Köln angeschlossen ist. Auf einer Mitarbeiter-Besprechung hat Inhaber Nicolas Heiderich dies mitgeteilt. Die Möglichkeit, den Markt Heiligabend geschlossen zu lassen, weil der Tag diesmal auf einen Sonntag fällt, komme eben selten vor, so Heiderich. „Es ist meinen Mitarbeitern geschuldet, am Tag vor Weihnachten mal nicht arbeiten zu müssen. Das ist gut für alle Beteiligten, die kommen dann mal richtig zur Ruhe,“ so der Inhaber zweier Märkte in Belecke und Anröchte. „Natürlich würde ich fünf Leute finden, die arbeiten, und Du machst auch Umsatz an dem Tag, aber wir verzichten ganz bewusst“, sagte er gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Das sei durchaus im eigenen Interesse. Schließlich habe auch er Familie mit zwei 6 und 9 Jahre alten Kindern. Normalerweise sei er Heiligabend bis 16 Uhr im Markt. „Dann bist Du fertig und schläfst nach dem Baumschmücken beim Kirchgang fast ein.“ Das bleibt ihm in diesem Jahr erspart, was ihn sehr freut. Und Nicolas Heiderich ist überzeugt, dass seine Kunden Verständnis dafür haben. Zudem ist samstags bis 21 Uhr geöffnet. „Da sollte jeder seinen Einkauf hingekriegt haben.“

Beim Rewe Kaufpark in Sichtigvor, der zu Rewe Dortmund gehört, verwies Marktleiterin Heike Pohlmann gestern darauf, dass noch nicht endgültig entschieden sei, wie es Heiligabend laufe.

Anders sieht es beim Edeka-Center Dumke in Warstein aus. Hier hat Inhaber Olav Dumke schon im November entschieden, dass Heilgabend geschlossen bleibt – im Interesse der Mitarbeiter. Das müsse bei einer solchen Konstellation auch einmal möglich sein und werde mit Blick auf lange Öffnungszeiten gewiss Verständnis bei den Kunden finden. „Wir haben vor Weihnachten eine komplette Woche. Von Montag bis Samstag sind 84 Stunden geöffnet“, so Dumke. „Der freie Sonntag soll den Mitarbeitern gegönnt sein, sie sollen auch einmal für die Familie da sein.“ Zumal die Belastung der Mitarbeiter immens gestiegen sei. Auch er selbst freue sich auf drei freie Tage mit der Familie.

Im gleichen Tenor äußert sich Oliver Korsch als Chef im Combi-Markt an der St. Poler Straße. „Dieser Tag sei den Mitarbeitern gegönnt“, so Korsch. 38 Kolleginnen und Kollegen sind bei ihm angestellt und sie alle dürfen sich nun auf drei freie Tage hintereinander an Weihnachten freuen. „So dürften alle schöne Weihnachten haben“, ist sein Wunsch. Generell geht das stressige Weihnachtsfest für ihn in Ordnung. „Das macht auch richtig Spaß, dafür machen wir ja den Job.“

Der wohl kleinste Lebensmittelmarkt im Stadtgebiet wird Heiligabend von 8 bis 10.30 Uhr öffnen, erklärte gestern Inhaber Peter Köster. Da in seinem Geschäft ohnehin sonntags Brötchen von Fahney verkauft werden, handelt es sich bei ihm quasi um eine normale Sonntagsöffnung, bei der das gesamte Angebot im Markt insbesondere mit dem Frischebereich bereit steht. „Wir sind jeden Sonntag und auch Heiligabend immer hier“, so Peter Köster. Um darauf hinzuweisen, will er noch Handzettel drucken. Auch für seine zweiMitarbeiter, darunter Azubi Norola aus Afghanistan, ist die Öffnung Normalität.

Was für die Supermärkte eine besondere Entscheidung verlangt, ist für die Bäckereien am Heiligabend-Sonntag normales Geschäft. Bäcker Fahney hat die Hauptstelle in der Schulstraße in Warstein und alle Filialen zu den üblichen Zeiten geöffnet. Bäcker Nolte öffnen wie sonntags üblich nur den Laden am Markt. „Drei Tage zu schließen, das könnten wir am Samstag vorher gar nicht bewältigen“, weiß Inhaberin Christina Nolte. „Heiligabend ist der stärkste Tag im Jahr“, so die Marktbäckerei-Chefin. Weihnachtsgeschäft, das bedeutet für die Noltes auch immer Teilnahme am Weihnachtsmarkt. Zum Glück gebe es hier ein „eingespieltes Team“, das Spaß daran habe, einen Stand zu betreibe. Das sei für sie im übrigen auch Verpflichtung. „Sonst kriegen wir es in Warstein nicht hin.“

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