Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Hunderte Jahre alte Esche angezündet: Feuerwehr bekämpft Flammen und rettet ein Tierleben

+
Rund drei Stunden lang musste der Brand von der Feuerwehr bekämpft werden.

[Update] Warstein - Der Löschzug Warstein wurde am Donnerstagmorgen zur Belecker Landstraße gerufen - dort stand ein Baum in Flammen. Der Brand stellte die Feuerwehr vor eine Herausforderung. Einer Maus konnten die Einsatzkräfte das Leben retten. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Um 6.21 Uhr wurde die Feuerwehr zum Bergenthalpark, gegenüber der Firma Jungeblodt, gerufen.

Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, schlugen Flammen bis zu einer Höhe von etwa vier Metern aus der alten Esche. Sofort wurde die Brandbekämpfung eingeleitet.

Hartnäckige Glutnester

Die offenen Flammen konnten schnell unter Kontrolle gebracht werden. Doch: Die Glutnester im Innern des zu großen Teilen hohlen Baumes bewiesen eine enorme Hartnäckigkeit.

Mit zwei Hohlstrahlrohren und einer Löschlanze, mit der - einfach ausgedrückt - "um die Ecke" gelöscht werden kann, wurde der Brand weiter bekämpft. Doch nach mehr als eineinhalb Stunden flammten die Glutnester immer wieder auf und sorgten weiter für eine starke Rauchentwicklung.

Die Fotos zum Einsatz

Baum in Flammen: Einsatz für die Feuerwehr Warstein an der Hauptstraße

Ingo Schaup, Leiter des städtischen Betriebshofs, entschied gemeinsam mit den Einsatzkräften, dass man nur mit Hilfe einer Kettensäge zum finalen Löscherfolg gelangen kann. So wurden zunächst mehrere Löcher in den Baum geschnitten, um ihn aus verschiedenen Richtungen mit Wasser zu fluten.

Allerdings fiel Schaup die Entscheidung durchaus nicht leicht. „Das war schon ein seltenes Ding in der Stärke“, so Schaup. Bei einem Umfang von 7,40 Metern und einem Durchmesser von 2,30 Metern stand nur noch die Röhre, hatte allerdings eine enorme Stabilität, auch weil die Krone fehlte. 

Schaup schätzte das Alter auf mehrere hundert Jahre. Vor drei Jahren war der ursprünglich 32 Meter hohe Baum mit seiner enormen Krone von 21 Metern Durchmesser gründlich zurück geschnitten worden und befand sich nun eigentlich in stabilem Zustand. 

Am Ende half nur noch die Kettensäge.

Da viele Glutnester jedoch an derart verwinkelten Stellen durch die Wärmebildkamera entdeckt werden konnten, blieb am Ende nur eine Möglichkeit: Der Betriebshof setzte schweres Gerät ein und trug den Baum Stück für Stück ab.

So wurde verhindert, dass die Flammen sich "erholen" und für den nächsten Einsatz sorgen würden.

Während der Löscharbeiten konnte zudem ein Tierleben gerettet werden: Eine Maus befand sich in unmittelbarer Nähe zum Feuer. Sie konnte rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich und in einigem Abstand in Sicherheit ausgesetzt werden.

Einer Maus rettete die Feuerwehr das Leben.

Rund 10.000 Liter Löschwasser kamen zum Einsatz. Um den Berufsverkehr nicht zum Erliegen zu bringen, entschied sich die Feuerwehr dazu, das Löschwasser im Pendelverkehr zwischen Einsatzort und Wache heranzuschaffen.

Wäre das Hydrantennetz angezapft worden, hätten Schlauchleitungen über die Straße gelegt werden müssen. Das hätte unweigerlich zumindest für eine starke Einschränkung des Verkehrsflusses gesorgt.

Baum für die Feuerwehr ein guter Bekannter

Für den Löschzug Warstein war der Baum ein "guter Bekannter": Es war das vierte Mal, dass er in den vergangenen Jahren in Flammen stand. Damit soll jetzt Schluss sein.

Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Im Protokoll wurde vermerkt: "Unbekannte zündeten den ausgehöhlten und vermutlich trockenen Stamm an."

Zeugen sollen sich bei der Polizei in Warstein unter der Rufnummer 02902/91000 melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare