Auto-Stau als Ereignis: 130 „Schätzchen“ in Hirschberg

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Willkommen in der Bergstadt: Bei der Durchfahrtskontrolle der 2. Sauerland Klassik Rallye gab es gestern für die Teilnehmer Hirschberger Buchenholzkohle und Hirschberger Schnäpse. Groß war die Freude bei den Teams über diese kleinen Präsente.

Hirschberg -  Stau auf der Schützenstraße in Hirschberg! Von der Schützenhalle bis zum Alten Rathaus. Allerdings war dies gestern kein normaler Freitagnachmittag-Stau mit Aussicht auf Durchsage im Radio. Der „Stau“ war gewollt und sogar selbst verursacht und zwar durch die „2. Sauerland Klassik“-Rallye.

130 historische Automobile aus acht Jahrzehnten waren dreieinhalb Tage publikumsträchtig im „Land der 1000 Berge“ unterwegs. Und trotz regnerischen Wetters geriet der Stopp in Hirschberg zu einem kleinen Höhepunkt.

Natürlich hatten sich die Hirschberger zu diesem außergewöhnlichen Anlass etwas Besonderes überlegt. Auf dem Parkplatz vor der Volksbank war eine „Durchfahrtskontrolle“ aufgebaut. Dabei gab es für die Fahrerinnen und Fahrer nicht nur einen Stempel ins Bordbuch, Franz Linneboden rückte als Ortsvorsteher mit seinen Aktiven an und spendierte Walter Brackwehrs Hochprozentigen. „Roten oder Braunen“, durften sich Fahrer und Beifahrer entscheiden. Und nach dem zweiten Dutzend abgefertigter Fords, Porsches, Jaguars, Bentleys oder Mercedes’ hatte Linneboden die Regeln klar: „Wenn Frauen als Beifahrer drin sitzen, dürfen die Männer keinen Schnaps trinken!“ Das zweite Präsent der Köhler war unproblematischer. Ein kleines Säckchen Hirschberger Holzkohle rief in den Gesichtern der Fahrer zumeist große Freude hervor. Angesichts eines internationalen Starterfeldes ging es nicht immer ohne Erklärung oder gar Übersetzung: „This is our handmade charcoal from Hirschberg!“

Seit Donnerstag ist die Rallye im Sauerland dreieinhalb Tage lang unterwegs. Der Prolog erfolgte mit einer Rundfahrt Attendorn-Meschede-Elspe. Gestern war der Tag der Talsperren, bei dem es auch zur Möhnetalsperre und anschließend über Hirschberg und Warstein wieder ins tiefe Sauerland ging. Am heutigen Samstag geht es rund ums Rothaargebirge mit Winterberg und Bad Laasphe.

Die Vielfalt an Fahrzeugen, darunter auch sehenswerte Hingucker oder extravagante Schlitten ließ trotz des regnerischen Wetters Freude bei den rund 100 Zuschauern am Straßenrand aufkommen. Sie wurden auch Zeuge einer Zeit-Prüfung in der Kurfürstenstraße. Erst am Haltepunkt erhielt der Fahrer den Aufgabenzettel. 20 Meter hatte er in 10 Sekunden und 30 Meter in 12 Sekunden zu fahren. Dabei ging es darum, die Geschwindigkeit möglichst korrekt einzuschätzen und möglichst nah an die vorgegebene Zeit zu kommen. Von einer weiteren nicht angekündigten Prüfung wurden die Fahrer in der Hirschberger Feldflur überrascht. Dabei erwies sich Hirschberg als idealer Ort, da wegen des geringen sonstigen Verkehrs keine Straßen gesperrt werden mussten. Der normale Autoverkehr wurde einfach in den Tross der Oldtimer und Youngtimer integriert, durfte bei der Zeit-Prüfung natürlich einfach durchfahren. Selbst die beiden Bus-Durchfahrten erwiesen sich als problemlos. Nach zwei Stunden waren die Schnapsflaschen geleert, die Holzkohle-Vorräte aufgebraucht und das für Hirschberg sehenswerte Ereignis vorbei. Leider.

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