Kommunalwahl 2020

Auch die Grünen unterstützen Bürgermeister Thomas Schöne

Warstein – Es waren zwölf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen, die Bürgermeister Dr. Thomas Schöne am Samstagnachmittag die grüne Unterstützung für die Kommunalwahl am 13. September sicherten.

„Es ist in Warstein eigentlich schon eine sichere Sache“, hatte Dagmar Hanses den Bürgermeister am Samstag in der Neuen Aula begrüßt. „Das Votum von CDU, SPD und WAL ist Ihnen bereits sicher“, so die Warsteiner Ortsverband-Vorsitzende der Grünen. Dr. Thomas Schöne lag jedoch daran, auch die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen zu überzeugen, die inzwischen mit einem eigenen Ortsverband in Warstein vertreten sind. „Wir haben uns recht schnell dazu entschlossen, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken“, erläuterte Hanses, die am Samstag über ein Votum für den amtierenden Bürgermeister abstimmen ließ. 

Er wolle „ein Bürgermeister aller Parteien“ sein, hatte Schöne zuvor in seiner Ansprache in der Aula gesagt, bevor er sich den Fragen der Anwesenden stellte: Dabei ging es etwa um die hohe Feinstaub-Belastung in der Innenstadt. Immer häufiger komme es zu Überschreitungen der Grenzwerte, hieß es seitens der Grünen. Mit bislang acht Überschreitungstagen 2020 belege Warstein Platz 1 der NRW-Hitliste. Obwohl 35 Tage mit Überschreitungen erlaubt wären. „An dieser negativen Spitze wollen wir nicht stehen bleiben“, sagte Schöne, „jeder Überschreitungstag ist einer zu viel.“ 2016 habe es im ganzen Jahr nur zwei Überschreitungstage gegeben, 2019 seien es vier gewesen. Die Ursache konnte sich Schöne am Samstag noch nicht erklären. „Interessant ist, dass diese Werte auch während dem Lockdown nicht signifikant zurückgegangen sind“, gab er zu bedenken und versprach: „Wir werden die Entwicklungen aufmerksam verfolgen und bleiben im Gespräch. 

Welche Handlungsspielräume er bezüglich der Stadtentwicklung sehe, wurde Schöne anschließend gefragt: Baufällige Industriegebäude und leer stehende Ladenlokale prägten noch immer das Stadtbild. „Die Hauptstraße ist die Archillesferse unserer Stadt“, war Schöne sich durchaus bewusst. Der gesetzliche Eigentumsschutz erschwere ihm jedoch das Handeln in Bezug auf brachliegende Gebäude. 

Den Leerstand in der Innenstadt betreffend, habe man bereits Gruppen und Vereine überzeugen können, Schaufenster zu gestalten. Des Weiteren setze er auf „einen positiven Domino-Effekt“, der sich etwa an die derzeitige Entwicklung der Dieplohstraße anschließe. „Es tut sich was an den verschiedenen Ecken“, schloss Schöne bereits ein erfreuliches Fazit. „Wir müssen in unserer Stadt ein neues Wir-Gefühl entwickeln“, sagte er weiter. Jeder einzelne sei aufgefordert, vorhandene Angebote in der Stadt auch zu nutzen, damit diese bestehen können. 

„Warum engagieren sich so wenig junge Leute in der Warsteiner Kommunalpolitik?“, war die nächste Frage. „Das ist tatsächlich ein riesiges Problem, nicht nur in Warstein“, sagte Schöne. Politik sei bei jungen Menschen heute nicht mehr „en vogue“. Denke er an seine eigene Oberstufenzeit zurück, dann erinnere er sich an lebhafte politische Diskussionen, die dort heute augenscheinlich nicht mehr geführt würden. 

Zu Beginn seiner Amtszeit habe er bereits ein Generationsforum einrichten wollen, in dem alle Altersgruppen ihre Wünsche und Ideen einbringen sollten – „für ein generationsgerechtes Zusammenleben in der Stadt Warstein“. Obwohl er ausgiebig die Werbetrommel gerührt habe, sei es jedoch nicht gelungen, Menschen zu finden, die mitmachen wollen, bedauerte das Stadtoberhaupt. Bis heute halte er das Projekt jedoch „immer noch für eine gute Idee“ und warb erneut um Mitwirken. Denkbar wäre auch eine reine Jugendkonferenz. Die jungen Grünen-Mitglieder Leon Kutscher und Jan Mika Breitkopf sicherten Schöne für dieses Projekt ihre Unterstützung bei der zielgruppengerechten Ansprache zu. 

Letztlich hatte Schöne mit seinen Ausführungen wohl überzeugen können und weiß die Unterstützung der Grünen jetzt sicher. „Ich freue mich sehr über das Ergebnis“, dankte er den Anwesenden nach der Abstimmung und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass ich diese Arbeit über den 13. September hinaus weiter machen darf.“ Für die Kommunalwahl ist Schöne jetzt gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von CDU, SPD, WAL und Grünen, nur BG, FDP und Linke halten sich bisher bedeckt.

Die Kandidaten von WAL/Grünen

In den Rat einziehen wollen Sascha Clasen auf Listenplatz 1, Dagmar Hanses auf Platz 2 und Werner Braukmann auf Platz 3. Auf Platz 4 steht Matthias De Angelis, Beate Stallmeister belegt Listenplatz 5. Leon Kutscher Platz 6, Christine Dembinsky auf Platz 7 und Swen Klotzsche auf Platz 8. Platz 9 bis 27: Anke Raab, Jan Mika Breitkopf, Bernd Belecke, Margarete Graskemper-Menke, Peter Raab, Christian Kroll-Fiedler, Michael Menke, Matthias Sellmann, Franz-Josef Beermann, Volkert Bahrenberg, Frank Enke, Marianne Uhlen, Michael Rüther, Ines Ademmer, Wolfgang Landfester, Iris Belecke-Severin, Peter Lange, Antonio Navarro und Jonas David Behrendt.

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