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Warsteiner SPD-Stadtverband mit neuem Vorsitzenden

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Von: Reinhold Großelohmann

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Der SPD-Stadtverbandsvorstand sortiert sich neu: Andreas Goesmann (Mitte hinten) übernimmt das Vorsitzendenamt von Holger Deimer (4. v.l.). Timo Bräutigam (6. v.l.) ist neuer Kassierer für „Urgestein“ Doris Raeder-Flaig.
Der SPD-Stadtverbandsvorstand sortiert sich neu: Andreas Goesmann (Mitte hinten) übernimmt das Vorsitzendenamt von Holger Deimer (4. v.l.). Timo Bräutigam (6. v.l.) ist neuer Kassierer für „Urgestein“ Doris Raeder-Flaig. © David Hein

Vielen zu danken hatte beim SPD-Stadtparteitag nicht nur Holger Deimer: Der Allagener, bereits elf Jahre an der Spitze des Warsteiner SPD-Stadtverbandes, gab sein Amt als Vorsitzender ab, genauso wie Kassiererin Doris Raeder-Flaig, die in dieser Funktion bereits seit 32 Jahren mit nur einer kurzen Unterbrechung die Warsteiner Sozialdemokraten unterstützte. Die gut 30 Mitglieder, die sich zum Stadtparteitag im Gasthof Bültmann eingefunden hatten, genossen jedoch zunächst die Zusammenkunft im gemütlichen Austausch.

Suttrop - „Es war eine turbulente Zeit mit all den Höhen und Tiefen“, resümiert Holger Deimer daraufhin zurückblickend. „Es gab stets viel zu tun“, fügt er hinzu, Doris Raeder-Flaig ergänzt mit etwas Ironie: „30 Jahre merkt man ja fast nicht!“ Besonders gelobt wurde vom Ex-Vorsitzenden dabei die Zusammenarbeit zwischen Ratsfraktion und Stadtverband: „Man wusste immer, wer woran war und wie wir gewisse Themen aufteilen“, erklärt er. Im Rückblick auf das vergangene Jahr hob er das Ergebnis der Kommunalwahl hervor: „Wir haben alle unsere Mandate im Rat verteidigt, das ist lobenswert“, findet Deimer. Zudem verteidigt er die Tatsache, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt zu haben und blickt in die Zukunft: „Wir haben eine Landtagswahl im nächsten Jahr zu gewinnen!“

Auf der weiteren Tagesordnung der Warsteiner Genossen stand anschließend die Wahl des Vorstandes. In geheimer Wahl wurde Andreas Goesmann zum neuen Vorsitzenden sowie Timo Bräutigam zum neuen Kassierer gewählt. Des Weiteren wurden Paul Kuhlmann und Ralf Mindthoff als stellvertretende Vorsitzende und Detlef Hölscher als Schriftführer bestätigt. Zwölf Beisitzer, darunter sechs Frauen, sollen zudem Vielfalt in den Vorstand bringen. Als Kassenprüfer fungieren Uwe Feldmann und Andreas Mimberg.

Der neue Vorsitzende dankte den Mitgliedern im Anschluss und trug seine Vorstellungen für die Zukunft vor. „Wir wollen mehr argumentieren, mit den Menschen vor Ort im Dialog stehen“, so Andreas Goesmann. Mit Blick auf die Situation nach der Bundestagswahl sei er „extrem zufrieden“. Der Hirschberger, beruflich bei der Agentur für Arbeit angestellt, findet: „Der Stadtverband ist für die Meinungsbildung sehr wichtig“, eine Arbeit mit „Fachgruppen“ für unterschiedliche Bereiche hält er für eine Option in der Zukunft. Klassische SPD-Themen, wie soziale Gerechtigkeit, der Kampf für die Demokratie und das Engagement lägen ihm am Herzen, deswegen habe er sich auch der Aufgabe angenommen. Der als großer Fan der Olympischen Spiele geltende Goesmann äußerte außerdem einen Wunsch für die Landtagswahl im nächsten Jahr: „Ein SPD-Ministerpräsident wäre schon toll, aber bis dahin gibt es noch viel für uns zu tun“, so Goesmann.

In einer kurzen Rede erläuterte Fraktionsvorsitzender Bernd Schauten die Arbeit im Rat. Dabei sprach er, wenn auch etwas deprimiert, das Streitthema Windkraft im Arnsberger Wald an. Auch das Baulandkonzept oder die Tatsache, dass die Stadt im nächsten Jahr wohl die Haushaltssicherung verlassen werde, wurden von ihm erwähnt. Ebenso wie Holger Deimer sprach sich Schauten für einen geschlossenen Auftritt der Partei jenseits von Fraktion, Ortsverein oder Stadtverband aus, was diese zusätzlich stärken würde. „Machen wir also weiter!“, ließ der Warsteiner schlussendlich euphorisch verkünden.

Vier Fragen an den neuen SPD-Vorsitzenden Andreas Goesmann

Sie SPD-Chef in Warstein, Scholz fast Kanzler? Kann´s einen besseren Termin zum Einstieg für Sie geben?

Die Frage lässt ja nur ein Nein zu. Natürlich ist das für die Sozialdemokratie eine motivierende Zeit. Ich bin an dem Tag gewählt worden, an dem sich der neue Bundestag konstituierte mit der SPD als größter Fraktion und mit Bärbel Bas als neuer Bundestagspräsidentin, das ist schon toll!

Glauben Sie, dass das neue Selbstbewusstsein auch zu einer Aktivierung des politischen Lebens vor Ort in Warstein führen kann?

Da bin ich fest von überzeugt. Der neue Vorstand des Stadtverband wird natürlich mit den Ortsvereinen und der SPD-Fraktion neue Akzente setzen. Lassen Sie sich überraschen!

Was ist für Sie das wichtigste Thema in Warstein?

Das wichtigste Thema ist für mich Akzeptanz und Toleranz für die Veränderungen zu schaffen, die auf die Menschen unvermeidbar zukommen werden. Warstein als einen attraktiven Standort für Familien, Alleinstehende und Paare gestalten und ein gutes Miteinander zu ermöglichen.

Welches Ziel sollten sich die Sozialdemokraten in Warstein setzen?

Wir müssen es schaffen, dass die Menschen in allen Ortsteilen uns als Partei sehen, wo sie ihre Themen anbringen können. Daraus unter anderem Lösungen diskutieren und möglichst auch umsetzen. Ich freue mich auf direkte Diskussion und Argumentation, und das nicht nur in sozialen Medien. Mittelfristig ist natürlich unser Ziel mitzuwirken, dass im Mai NRW eine sozialdemokratische Ministerpräsidentin oder -präsidenten bekommt.

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