Allagener Lesenacht Nr. 3: Blutrünstig aber auch kuschelig

Allagen - „Wir möchten Sie aus dem Alltag entführen, Sie herunterkommen und entspannen lassen!“ Ein verlockendes Angebot machte Eva Simon den Besuchern, die am Samstagabend zur dritten Lesenacht der Katholischen öffentlichen Bücherei (KöB) ins Gemeindezentrum gekommen waren.

Wie geheißen lehnten sich die lesebegeisterten Gäste entspannt zurück, um zu genießen, was die Büchereileiterin vor ausverkauftem Haus angekündigt hatte: „Einen Abend voller Überraschungen.“

Unter der Überschrift „(Gute-) Nachtgeschichten – Krimis & Mehr“ servierten die Moderatorinnen Eva Simon und Ulla Bräker zum ersten Mal nicht nur blutrünstige Mordgeschichten. Ganz im Gegenteil. Mit einem Schlummertrunk an der Bar, mit Schäfchen (zum Zählen) im Eingangsbereich und nicht zuletzt mit einem opulenten Nachtmahl sollten sich die Freunde der leichten Literatur am Ende möglichst mit ein wenig Bettschwere auf den Heimweg begeben.

Zur Einstimmung auf schöne Träume zog das Büchereiteam wieder alle Register phantasievoller Dekoration. Dazu gehörte das Verteilen von süßen Betthupferln ebenso wie das Drapieren von Badezusätzen mit so klingenden Namen wie „Sternenzeit“ oder „Schlaf schön“ auf den Bühnenbrettern. Neben dem schon bekannten Lesesessel war sogar ein echtes Bett mit kuscheligem Plumeau platziert.

In den Federn „ratzte“ eine Dame namens Frieda mit dem Büchereimaskottchen Fridolin im Arm. Weder der Rabe, noch die schlafende Schönheit zuckten beim Auftritt des ersten Vorlesers, Cedrik Schmitt, mit den Wimpern. Dabei gab er mit Roland Jungbluths „Remember“ einen waschechten Thriller zum Besten.

„Die nächste Leserin ist etwas fröhlicher unterwegs“, versprachen die Moderatorinnen und tatsächlich heiterte Gaby Kordt mit Ausschnitten aus Renate Bergmanns Buch „Wer erbt, muss auch gießen“ die Stimmung auf. Ob Uli Cordes, Lisa Simon oder Stella-Marie Clemens, alle Vorleser verstanden es, ihre Zuhörer zu fesseln. Uli Ernst, der das Programm mit „Liedern zur guten Nacht“ auflockerte, empfahl ergänzend Ranga Yogeshwars neuestes Buch „Nächste Ausfahrt Zukunft“.

Mit einem besonderen Highlight überraschte der schreibende Buchhändler Bernhard Dust. „Er hat uns für diesen Abend extra einen neuen Krimi geschrieben“, freute sich Eva Simon. Zur allgemeinen Erheiterung ließ der Autor skurriler Geschichten mit Lokalkolorit (fast) alle Warsteiner aufmarschieren, die bereits in seinen vorausgegangenen Geschichten tragende Rollen gespielt hatten. Natürlich war auch Kommissar Otte aus Dortmund angereist, um im eiskalten Wästerstädtchen einen Mordfall aufzuklären.

Ort des Geschehens ist dieses Mal das Allwetterbad. In der Sauna werden drei Leichen gefunden. „Schrumpfgermanen“ die nach drei Tagen bei 99 Grad völlig dehydriert sind. Welche Rolle der „Schmierlappen“ von Anzeigerredakteur im neuen Dust-Krimi spielt und mit welch genialer Idee der Leiter des Hauses Kupferhammer sein Museum zum „Neuschwanstein des Sauerlandes“ machen möchte, wird an dieser Stelle nicht verraten. Schließlich soll noch etwas Spannung für die nächste Dust-Vorlesung erhalten bleiben. Die Allagener amüsierten sich jedenfalls köstlich und bedankten sich mit anhaltendem Applaus für einen wieder einmal sehr unterhaltsamen Abend.

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