Akute Einsturzgefahr:

Abriss von Dieploh 34 - Warstein hat ein Denkmal weniger

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Akute Einsturzgefahr: Am Freitag wurde zur Gefahrenabwehr mit dem Abriss des fast 200 Jahre alten Hauses Dieplohstraße 34 begonnen.

Warstein – Die Stadt Warstein hat ein Denkmal weniger: Am Freitagmorgen wurde mit dem Abriss des historischen Gebäudes Dieplohstraße 34 begonnen, nachdem die Bauordnung der Stadt Warstein zusammen mit Fachleuten vom LWL-Denkmalamt und einem externen Gutachter am Mittwoch massive Schäden und eine akute Gefährdung festgestellt hatten.

Aus Gründen der Gefahrenabwehr hatte Bauamtsleiter Fabian Löher am Donnerstag den unverzüglichen Abriss angeordnet. „Das ist ein hartes Durchgreifen“, machte Fabian Löher am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung unter „Mitteilungen der Verwaltung“ den Politikerinnen und Politikern deutlich. 

Auf Basis des Bauordnungsrechts habe er den Abriss angeordnet – als „ultima ratio“. Zwar sei der Abriss „nicht wünschenswert“ gewesen, allerdings gehe es hier um die Gefahrenabwehr, da müsse er „das Gesetz ausschöpfen, um Sicherheit herzustellen“. 

Man habe schon vor einiger Zeit „erhebliche statische Schäden“ festgestellt und daher einen Bauzaun zur ersten Gefahrenabwehr aufstellen lassen. Am Mittwoch traf man sich erneut an dem historischen Wohnhaus zum Ortstermin – „inklusive einem neutralen Statiker“. 

Alle, dazu gehörten auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Landschaftsverbandes als obere Denkmalbehörde, „waren uns über die Gebäudesubstanz einig, da bestehen erhebliche Schäden“. Es sei zu Lastüberlagerungen gekommen, zudem drohten Gefache, also die Ausmauerung zwischen den Holzbalken, herauszufallen. Eine Fassadenseite zum Nachbargrundstück sei sogar „einsturzgefährdet“. 

Fabian Löher: „Wir waren uns uneinig, was soll passieren?“ Klar sei gewesen, dem Nachbarn könne man nicht eine Sicherung auf seinem Grundstück auferlegen. Und so blieb am Ende nur die Entscheidung der Bauordnung für den Abriss zur Gefahrenabwehr. Im Stadtentwicklungsausschuss bedauerte Fabian Löher, dass das Haus „mit einer sehr langen Geschichte“ nun dem Erdboden gleich gemacht werde. 

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Dabei bezog sich „Geschichte“ nicht nur auf die Historie des Wohnhauses, sondern auch auf die Ereignisse der letzten Jahrzehnte. 1996 war das Gebäude in die Denkmalliste der Stadt eingetragen worden. 1999 hatten die Eigentümer einen Antrag für einen Abbau und einen Neuaufbau mit der historischen Bausubstanz gestellt. 

Der aber wurde vom LWL-Denkmalamt abgelehnt, da es sich dann formell nicht mehr um ein Denkmal handelt. „Das Ergebnis war, dass die Eigentümerin gesagt hat, okay, dann lasse ich es verfallen“, blickte Fabian Löher zurück, „das hat sie dann in Perfektion gemacht.“ 2015 folgte ein Abrissantrag, der abgelehnt wurde und zwischenzeitlich auch die Gerichte beschäftigte.

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