Geschäftsinhaber an Dorfstraße in Allagen befürchten weiteren Verlust

Ärger um Haltestellen-Verlegung

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Jürgen Ferber betreibt den „City Point“ an der Dorfstraße. Gegenüber seines Geschäfts liegt die Markthalle, vor der nun die Haltestelle ist.

Allagen – Die Verlegung der Bushaltestelle an der Dorfstraße in Allagen bergab von der Hausnummer 36 (Provinzial Versicherungen Kai Teuber) vor das Haus 34 (Markthalle Wever) sorgt derzeit für erheblichen Ärger und zu einem zweiten Ortstermin mit Geschäftsleuten, der Stadt Warstein und der RLG am morgigen Mittwoch.

Sie wurde nicht mit den Anliegern abgesprochen, die in der Verlegung um etwa 20 Meter erhebliche Nachteile sehen für die zweimal wöchentlich mittwochs und samstags geöffnete Markthalle und in der Folge möglicherweise auch für die wenigen verbliebenen umliegenden Geschäfte. Denn Markthallenbetreiber Hartmut Wever weiß nicht, ob er den Laden weiterhin nutzen will: „Es kommt jetzt auf die Kunden an“. Denn denen stehen durch die Verlegung drei Parkplätze nicht mehr zur Verfügung, um eingekaufte Ware in ihre Fahrzeuge zu packen. Und Bauer Wever aus Hamm fehlt Parkraum, um die Ware ins Geschäft zu hieven.

Das ist eine Perspektive, die Christine und Jochen Schomberg überhaupt nicht gefällt: „Wenn wir den Mieter verlieren, sehen wir keine Chance auf eine Nachfolgelösung“, sagt Jochen Schomburg. Auch er wird am Mittwoch beim Ortstermin dabei sein. Zumal seitens der Stadt Warstein, die die Verlegung zu verantworten hat, der Eingangsbereich des Geschäfts als „Wartezone“ bei Schlechtwetter empfohlen wurde. Denn wie an der bisherigen Stelle vor der Agentur Teuber wird es kein Wartehäuschen geben. Dort konnten sich die Fahrgäste unter einem Vorbau aufhalten, was laut Kai Teuber auch so bleiben könnte: „Wir kennen das ja gar nicht anders“.

Dass es zu der Verlegung kam, liegt laut Johannes Hellermann, Leiter der Straßenbauabteilung im Warsteiner Rathaus, am barrierefreien Umbau: „Menschen mit Behinderungen können jetzt einfacher ein- und aussteigen“.

Er bestätigt, dass die Veränderung für die Anlieger überraschend kam. Für ihn überwiegt aber „das öffentliche vor dem privaten Interesse“, und durch die Baumaßnahme sei kein privater Boden berührt worden. Was Immobilienbesitzer Jochen Schomburg jedoch nötigenfalls ausmessen lassen will. Er will auch eine gerichtliche Klärung nicht ausschließen.

Sollte Hartmut Wever sich aus Allagen zurückziehen, dann wäre das laut Jürgen Ferber ein weiterer Schlag für die Nahversorgung der Allagener Bürger. Er betreibt den unmittelbar gegenüber liegenden „City-Point“ und befürchtet nach den Geschäftsschließungen der Vergangenheit den völligen Niedergang des Geschäftslebens. Hartmut Wever hat die Auswirkungen der Bushaltestelle schon zu spüren bekommen: „Kunden halten natürlich weiterhin auf dem Streifen vor dem Geschäft, um Kartoffeln oder Gemüse einzuladen. Es kommen überwiegend ältere Menschen, die das Angebot nutzen. Da ist es schon dazu gekommen, dass Busfahrer lautstark gemeckert haben, weil sie nicht auf den Haltestreifen fahren konnten“. Der Bauer fügt hinzu, dass er in der Bauphase schon den Umsatzrückgang gemerkt hat: „Die Leute fahren dann eben woanders hin“. Für sich als Anbieter sieht er genügend Alternativen auf anderen Märkten: „Da wird man inzwischen mit Kusshand genommen“.

Das möchte Jochen Schomburg verhindern und setzt auf den Ortstermin. Er kritisiert, dass die gesamte Maßnahme ohne jegliche Vorabinformation durchgeführt wurde: „Da wurde sogar die Bodenhülse für die Schützenfahne entfernt. Die Fahne habe ich immer rechtzeitig auf Wunsch des Vereins zum Fest hineingesteckt, weil hier ein Antreteplatz ist.“ Auch darauf sei keine Rücksicht genommen worden.

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