Durch CDU-Stimmen für SPD-Vorschlag

7:7-Patt im Betriebsausschuss: Noch keine Nahwärme-Entscheidung

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Ortsvorsteher Dietmar Lange (rechts) sprach für die Belange der Anlieger.

Warstein – Mit 7:7 Stimmen bei der Abstimmung über die Ausstiegsregelung bei der Nahwärme im Wohngebiet St. Poler Straße III verschob der Betriebsausschuss gestern die Entscheidung in den Rat. Der tagt am 25. Februar, und erst dann wissen die zahlreich im Sitzungssaal im Feuerwehrgerätehaus erschienenen Anwohner, mit welchen Kosten beziehungsweise welcher finanzieller Abfederung bei der Umstellung auf eine andere Wärmequelle sie rechnen können.

Das „Patt“ kam zustande, weil sich die CDU-Fraktion in der Vorbereitung auf die Sitzung zwar auf die Berechnung der Umstellungshilfe auf eine Abschreibungsdauer von 20 Jahren verständigt, dies aber nicht beschlossen hatte. Detlev Winkler und Martin Knülle stimmten mit der SPD für den von Udo Koerdt vorgetragenen Vorschlag, die Abschreibungsdauer von 30 Jahren zur Grundlage zu machen. Das hätte sich mehrheitlich auch durchgesetzt, wenn nicht die beiden Stadtwerke-Vertreter Heinz Müller und Jawad Kayed als Betriebsangehörige mit Stimmrecht nicht mit der CDU gestimmt hätten. Nicht zur Abstimmung gestellt wurde der von Ferdi Kühle für die BG vorgetragene Vorschlag, einen Mittelweg zu finden der bei 25 Abschreibungs-Jahren lag. Er schloss sich dann der SPD an, während Michael Menke (WAL) ebenfalls für 20 Jahre plädierte.

Somit bleibt bis zur Ratssitzung offen, ob auf die Stadt eine finanzielle Belastung von 187 000 Euro (20 Jahre Abschreibungsdauer) oder 327 000 Euro (30 Jahre) zukommen. Jeweils enthalten ist pro Haushalt eine Starthilfe von pauschal 500 Euro pro Haushalt.

Bevor im Ausschuss noch einmal die Argumente ausgetauscht wurden, erteilte Ausschussvorsitzender Hans Martin Weber Mike Grote das Wort, der als einer der Anwohner-Sprecher schon im Herbst vergangenen Jahres dafür geworben hatte, insbesondere die Bauherren aus der jüngeren Zeit nicht zu überfordern, die noch kurz vor den Überlegungen zum Abschied von der Nahwärme zum Anschluss gezwungen worden waren. Er appellierte an die Ausschussmitglieder, sich in die Anwohner hineinzuversetzen, wie die sich angesichts der Situation fühlen: „Sie entscheiden, ohne, dass auch nur einmal jemals bei uns gewesen wäre und das Gespräch mit uns gesucht hätte. Nur der Ortsvorsteher hat sich für uns interessiert. Sie aber kennen unsere Sorgen nicht, unsere Kinder, unsere Situation. Wir haben uns bewusst entschieden dorthin zu ziehen, und stehen zum Teil vor großen Haufen Geldes“.

Ausschussvorsitzender Hans Martin Weber antwortete ihm: „Herr Grote, Ihre Kritik nehme ich an!“

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