"Fahrlässige Körperverletzung"

4200 Euro Strafe für Polizist nach Unfall mit Streifenwagen

Im Januar war ein Streifenwagen auf der B55 in Warstein in den Gegenverkehr gefahren. -  Archivfoto: Christian Clewing.

Warstein -  Der schwere Verkehrsunfall mit drei Verletzten auf der Bundesstraße 55 kurz vor dem Ortseingang Warstein vom 20. Januar diesen Jahres hat für einen 24-jährigen Polizeibeamten kein gerichtliches Nachspiel: Die ursprünglich für den Dienstag angesetzte Verhandlung vor dem Warsteiner Amtsgericht war nicht mehr nötig, da der Unfallfahrer seinen Einspruch gegen den von der Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl zurückgezogen hatte.

Ungestraft bleibt das Fehlverhalten im Straßenverkehr nicht: Wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ muss der Polizeibeamte dem Strafbefehl entsprechend eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 70 Euro – also eine Gesamtsumme von 4200 Euro – zahlen, wie Staatsanwalt Thomas Poggel, Sprecher der Arnsberger Staatsanwaltschaft, gestern erklärte. Unglücksursache war, so stehe es auch im Strafbefehl, „Unaufmerksamkeit“.

Warum der inzwischen 24-jährige Beamte Widerspruch eingelegt hatte und warum er ihn zurückzog, dazu konnte Thomas Poggel keine Auskunft geben. 

Oft seien die Höhe oder die Anzahl der Tagessätze oder aber natürlich auch der Tatvorwurf Grund für einen solchen Einspruch. Fest steht aber, dass der Unfallfahrer nun vorbestraft ist, auch wenn die Strafe nicht im allgemeinen Führungszeugnis, wie es oft Arbeitgeber verlangen, niedergeschrieben wird. „Alles bis zu 90 Tagessätzen taucht da nicht auf“, so Poggel.

Unfall auf der Belecker Landstraße

Weitere Informationen zu dem von einem Sachverständigen analysierten Unfallhergang – der Streifenwagen war auf die Gegenfahrbahn geraten und dort frontal in den Mercedes einer 40-jährigen Warsteinerin gefahren – konnte die Staatsanwaltschaft gestern nicht machen, da die Akte derzeit beim Amtsgericht Warstein liege.

Innerhalb der Kreispolizeibehörde werde nun geklärt, so Pressesprecher Frank Meiske, ob Regressforderungen der Behörde oder des Landes für den beschädigten Streifenwagen erhoben werden und ob „beamtenrechtliche Dinge“ folgen. „Das ist ein ganz normales Verfahren“, so Meiske.

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