Karnevals-Prinzenpaar

Sebastian II. und Anna I. regieren Allagen

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Prinz Sebastian II. aus dem Hause Liebig und Prinzessin Anna I. aus dem Hause Juckenhöfel regieren Allagen.

Allagen - Seine Tollität Sebastian II. aus dem Hause Liebig und ihre Lieblichkeit Anna I. aus dem Hause Juckenhöfel haben die Hoheit über das närrische Treiben in Allagen übernommen. Mit strahlenden Gesichtern nahmen der 35-jährige Prinz und seine 26-jährige Prinzessin Zepter und Orden sowie den ihnen rechtmäßig zustehenden Schlüssel entgegen, der das fußballbegeisterte Paar an die Spitze des Ortes befördert

Nicht nur die frenetisch jubelnde Menge in der Allagener Möhnetalhalle war überrascht von der Auswahl. Auch das Prinzenpaar selbst konnte anfangs nicht glauben, dass es die VAK in die neue Session führen solle: „Wie geil ist das denn? Damit habe ich ja gar nicht gerechnet!“, warf Prinzessin Anna ihrem Prinzen unmittelbar entgegen, als dieser erzählte, dass der Elferrat sie als neues Prinzenpaar auserkoren hatte. 

Auch Sebastian gab zu, nie damit gerechnet zu haben, „irgendwann mal als Prinz hier auf der Bühne zu stehen.“ Doch mindestens so groß wie die Überraschung war auch die Freude, die das Paar bei jeder Gelegenheit ausgiebig zum Ausdruck brachte.

Dass die Wahl eine gute sei, bestätigte auch Ortsvorsteher Gerald Wege. Vor allem „seid ihr ein wundervolles Prinzenpaar“, so Wege, der allerdings auch mit Blick auf den Wohnsitz des Paares am Nagelpfad, der Spitze des Dorfes, hinzufügte: „Dem ein oder anderen aus dem Elferrat tut es ganz gut, ein paar Meter zu Fuß zu gehen!“ 

Zum Auftakt der großen Kappensitzung der VAK wurde der Elferrat dabei gerade erst herangezogen. Auf der Leinwand verfolgten die bunt verkleideten Närrinnen und Narren wie VAK-Präsident Sebastian Koch und Vize-Präsident Franz-Dirk Schröder gemäß dem Sessions-Motto „Die VAK ganz elegant, kommt dieses Jahr charmant vom Land“ mit Flüssigdünger den Elferrat aus der Erde sprießen ließen und ihn sitzungstauglich erzogen. 

Große Kappensitzung der VAK Allagen

Mit einsatzbereitem Elferrat im Rücken eröffnete schließlich die Prinzengarde MüSiWa mit ihrem klassischen Gardetanz um das Tanzpaar Dennis Birke und Franziska Brüggemann den feucht-fröhlichen Sitzungsabend. Mit Rosen dankte Gerald Wege dem Trainer-Trio Laura van Hueth, Anne Cramer und Elena Rothöft. 

Unter dem Motto „Wir wollen nicht erwachsen werden“ präsentierte die in silber, rot und grün glitzernde VAK-Kindergarde ihren Schautanz gleich zweimal, da die laut schallenden Zugabe-Rufe kein Ende nahmen. Noch bevor das bis dahin amtierende Prinzenpaar Peter und Silke Gerdts verabschiedet wurde, zeichnete der VAK-Elferrat verdiente Mitglieder aus. 

Lisa Wagener, Darleen Schöne und Sophie Jäger, allesamt aktive Tänzerinnen in der VAK-Juniorengarde, wurden anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums geehrt. Das Jubelprinzenpaar Peter und Sigrid Linnemann blickte auf „seine“ Session vor 25 Jahren zurück: „Wir freuen uns, dass wir den Schritt gemacht haben.“ 

Doch eine Ehrung stach besonders hervor. Bernd Hoppe, Vorstandsmitglied des Bund Westfälischer Karneval (BWK) und ehemaliger GBK-Präsident, bat Rainer Kutscher auf die Bühne, um diesem die höchste Ehrung im deutschen Karneval zu überreichen – den BDK-Verdienstorden in Gold mit Brillanten. 

„Es ist immer eine Ehre, jemanden auszuzeichnen, der schon viele, viele Jahre im Karneval aktiv ist“, freute sich Hoppe, der Kutscher mit der Auszeichnung überraschte. Kutscher, der erst nach minutenlangem Applaus zum Wort kam, zeigte sich „total überrascht. Ich kann es nicht in Worte fassen. Ich gehöre dem Karneval, und habe Glück, dass ich meine Frau beim Karneval kennengelernt habe. Danke für die Auszeichnung!“ 

1968 war Kutscher in die VAK eingetreten, war aktiver Tänzer und Trainer der Prinzengarde, Mitbegründer der Damengarde, Stimmungssänger, Prinz, Kassierer, Senator und gehört seit 2009 dem Ehrenelferrat an. 

Unter großem Applaus verabschiedete der Präsident Sebastian Koch das letztjährige Prinzenpaar Peter und Silke Gerdts, „die aus dem Jahr eine einzige Riesenparty gemacht haben.“ 

Mit der Präsentation ihres Schautanzes läutete die VAK-Juniorengarde die Inthronisierung der neuen Tollitäten ein. Geklatscht, getanzt und lauthals gesungen wurde, als Prinz Sebastian und und Prinzessin Anna auf die Bühne marschierten, um die Prinzenrede zu halten. 

Im Zuge ihrer Regentschaft sicherten sie sich nicht nur einen Jahresvorrat an frischen Eiern, einen Chauffeur und sowie Auftritte persönlicher Hofnärrinnen und -narren, sondern auch eine wetterunabhängige Fahrt beim Rosenmontagsumzug: „Sollte es auf Rosenmontag wieder Probleme mit dem Wagen geben, dass wir laufen müssen oder es wetterbedingt eine Absage gibt, werden wir im nächsten Jahr als Gäste zum Mitfahren eingeladen.“ 

Zu Ehren des neuen Prinzenpaares zeigte sich die VAK-Damengarde von ihrer besten Seite und präsentierte eindrucksvoll ihren Gardetanz. Erstmalig traten zudem die Elferratsfrauen auf der Großen Kappensitzung, passend zum Sessionsmotto mit einer Folge „Bauer sucht Frau“, auf. 

Mit Peter Gerdts schickten sie den letztjährigen Prinzen als Bauer ins Rennen. Um dessen Gunst buhlten die leidenschaftliche Lisa, die närrische Nina sowie die junggebliebene Janine, die sich in ihren Bewerbungsvideos mit Schweinen, Pferden und Kühen zeigten, um des Bauers Herz zu gewinnen. 

„Ihr habt in einen Auftritt so viel Engagement gesteckt wie der Elferrat in zehn Auftritte!“, hob Sitzungspräsident Philip Münstermann, der mit Luca Brüggemann durch den Abend führte, das außerordentliche Engagement der einfallsreichen Frauen hervor. 

Als Solomariechen stellte Josefin Schmidt, die zugleich nebst Henri Gerdts Kinderprinzessin ist, ihr Können im Gardetanz unter Beweis. Die Halle zum Kochen brachte die Schlagermafia mit vielfältigen Remixes aus Klassikern und Partyhits, ehe die Damengarde Kallenhardt mit ihrem Schautanz unter dem Motto „Dia de Los Muertos – Heute tanzen die Toten nicht nur in Mexico“ begeisterten. 

Gekleidet in feinste Gewänder, entführte die Juniorengarde der VAK das Publikum unter dem Motto „Aufstand im Olymp“ in die griechische Mythologie. Nachdem die Allagener Schützenbrüder die Kappensitzung irrtümliche mit dem alljährlichen Vogelschießen verwechselt hatten, zählen sie nun die Tage: „Noch 141 Tage bis zum Schützenfest!“ 

Den Schlusspunkt setzte die VAK-Damengarde. „1994 kam der Zeichentrickfilm in die Kinos, 1997 wurde das Broadway-Musical uraufgeführt. 2019 kam die Neuverfilmung in die Kinos und nun folgt die Weltpremiere des Schautanzes der VAK-Damengarde vom König der Löwen!“, kündigte Luca Brüggemann die Garde an, die mit ihrem spektakulären Tanz sämtliche Vorschusslorbeeren rechtfertigte.

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